Topthemen: HöllentalbrückenBrandserieHof-GalerieKaufhof-PläneGerch

 

Fachkräfte im MINT-Bereich händeringend gesucht

In technisch-mathematischen Berufen ist derzeit der Fachkräftemangel besonders groß. Doch welche Fachkräfte brauchen Firmen besonders?



Weibliche Verstärkung
Viele Unternehmen suchen gezielt nach weiblicher Verstärkung im MINT-Bereich. Für Frauen ist die Arbeitsmarktlage in technisch-mathematischen Berufen also sehr attraktiv. Foto: Westend61   Foto: dpa

Es ist ein neuer Rekord: Deutschlandweit fehlen 315.000 MINT-Kräfte - also aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

«Bei den MINT-Berufen sind seit dem Jahr 2011 steigende Engpässe zu verzeichnen», sagt Prof. Axel Plünnecke vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln.

Kein Zweifel: «Die Jobaussichten im MINT-Bereich sind herausragend», sagt Christina Haaf, Sprecherin der Initiative «Komm, mach MINT», die Frauen für technisch-mathematische Berufe begeistern will. Es gibt viele unbesetzte Stellen für Akademiker, etwa Ingenieure, Elektroniker oder Techniker. Unternehmen suchen aber nicht nur Hochschulabgänger und Absolventen dualer Studiengänge hängeringend, sondern auch gut ausgebildete Facharbeiter wie Mechatroniker, Kfz-Mechaniker, Metallbauer, Schweißtechniker oder Heizungsbauer.

Auch im IT-Bereich suchen viele Firmen Experten: Laut einer Erhebung des Digital-Verbands Bitkom gab es Ende 2017 branchenübergreifend 55.000 freie Stellen für IT-Spezialisten. «Das entspricht einem Anstieg von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr», erklärt Juliane Petrich vom IT-Verband Bitkom in Berlin.

Von zehn Unternehmen erwartet mehr als die Hälfte, dass sich das Problem weiter verschärfen wird. Denn zum einen brummt die Konjunktur, und die Unternehmen brauchen Fachpersonal, um ihre vollen Auftragsbücher abzuarbeiten. Zum anderen hat der Mangel an Fachkräften strukturelle Ursachen. «Es kommen einfach zu wenig Informatikabsolventen nach», erläutert Petrich. Einer der Gründe sind hohe Abbrecherquoten an Universitäten und Fachhochschulen.

Wer sein Studium oder seine Ausbildung bis zum Ende durchzieht, hat mit einem guten Abschluss glänzende Karriereaussichten. Absolventen im MINT-Bereich können sich oft einen passenden Arbeitgeber suchen - Optionen bieten Großkonzerne, mittelständische Unternehmen oder der öffentliche Dienst.

Der überwiegende Teil der Fachkräfte hat einen unbefristeten Arbeitsvertrag. «Bei MINT-Akademikern sind nur zehn Prozent aller Stellen befristet, in der Industrie sind es gerade mal vier Prozent», sagt Plünnecke. Bei der Bezahlung liegen Akademiker im MINT-Bereich weit vorne. «Rund 76 Prozent von ihnen hatten im Jahr 2015 ein monatliches Nettoeinkommen von über 2000 Euro», sagt Plünnecke.

Bei den sonstigen Akademikern liegt die Quote bei etwa 63 Prozent. Und fast 21 Prozent der MINT-Akademiker bekamen monatlich mehr als 4000 Euro. Rund 39 Prozent der MINT-Fachkräfte mit Ausbildungsabschluss hatten über 2000 Euro netto pro Monat zur Verfügung, teilt Plünnecke mit. In der Metall- und Elektroindustrie erreichten rund 55 Prozent von ihnen ein Nettoeinkommen von über 2000 Euro.

Für Seiteneinsteiger ist es schwierig, in einem MINT-Beruf Fuß zu fassen. «Ihnen fehlt dafür schlicht das Hintergrundwissen», erzählt Plünnecke. Letztendlich müssten Menschen, die schon im Arbeitsleben stehen, erst eine Ausbildung oder ein Studium durchlaufen, ehe sie im angestrebten MINT-Beruf arbeiten können.

Allerdings legen Personalverantwortliche nicht nur auf fachliche Qualifikation großen Wert. Es zählen auch soziale und persönliche Kompetenzen. Wer sich etwa im IT-Bereich als Softwareentwickler oder Systemingenieur bewirbt, muss auch teamfähig und kommunikativ sein. Gute Englischkenntnisse sind in der Regel ebenfalls ein Muss.

Veröffentlicht am:
16. 07. 2018
10:03 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Absolventen Akademiker Branchenzugehörigkeit Fachkräfte Fachkräftemangel Großkonzerne Institut der deutschen Wirtschaft Mathematik Softwareentwickler Wirtschaftsbranche Informationstechnologie Öffentlicher Dienst und Verwaltung
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Eine Frau arbeitet in einem Labor

14.03.2017

«Equal Pay Day»: «Frauenberufe» liegen in Bezahlung hinten

Mehr Frauen in technische Berufe. Das wird häufig als Lösung für die Gehaltsunterschiede zwischen den Geschlechtern vorgeschlagen. Doch warum werden bestimmte Berufe überhaupt höher entlohnt? » mehr

Quer- und Seiteneinsteiger im Schuldienst

28.12.2017

Als Software-Entwickler an die Schultafel

Sie haben kein Referendariat in der Tasche und keine pädagogischeAusbildung: 150 Direkteinsteiger wurden zu Schuljahresbeginn im Südwesten als Lehrer eingestellt. Zwei aus der IT-Branche erzählen, wie es ist, plötzlich v... » mehr

Mann sitzt im Auto

13.11.2017

Komfort und Kinderbetreuung: So locken Firmen Fachkräfte

Der Fachkräftemangel betrifft viele Branchen und verändert so die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt. Das gilt für Ausbildungsberufe ebenso wie für Akademikerjobs. Bewerber können davon profitieren - mit höheren Gehältern, abe... » mehr

Menschen am Arbeitsplatz

05.03.2018

Welcher Arbeitsplatz passt zu mir am besten?

Jede Art von Arbeitgeber hat so ihre Eigenheiten: Hier gibt es mehr Geld, aber kaum Kontakt zu den Kollegen. Anderswo ist der Zusammenhalt größer, dafür gibt es kaum Weiterbildung. Und da drüben lockt die Freiheit - und ... » mehr

Generation Z

23.03.2018

Berufung statt Traumjob: Generation Z sucht Sicherheit

Die Welt ist im Wandel - technisch wie politisch. Gut möglich, dass den Abiturienten von heute stürmische Zeiten bevorstehen. Einerseits. Andererseits sind ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt so gut wie lange nicht. Der wi... » mehr

Historisches Foto

09.08.2018

Mitarbeiterwohnungen immer beliebter

In Zeiten der Wohnungsnot werben immer mehr Unternehmen mit eigenen Immobilien um Fachkräfte. Das hilft bei der Personalsuche. Kommen nun Werkswohnungen im großen Stil zurück? » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
16. 07. 2018
10:03 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".