Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom Wochenende30 Jahre GrenzöffnungBlitzerwarnerVER Selb

 

Wie Studierenden der Berufseinstieg über Praktika gelingt

Ihre Karriere können Studenten schon während ihrer Hochschulzeit planen. Praktika sind dabei ein wichtiger Baustein. Auch wenn sie mitunter als Ausbeutung empfunden werden: Sie können den Weg in den Beruf ebnen. Vor allem mit Selbstinitiative lässt sich punkten.



Praktikum
Einkauf, Controlling, Finanzen? Egal in welchem Bereich Studenten später durchstarten wollen: Ohne Praktika wird der Berufseinstieg schwieriger.   Foto: Franziska Gabbert » zu den Bildern

Wer nach dem Studium beruflich durchstarten will, braucht mehr als nur theoretisches Wissen. Praktische Erfahrung ist unverzichtbar. «An Praktika während des Studiums führt kein Weg vorbei», sagt Jutta Boenig.

Sie ist Vorstandsvorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Karriereberatung (DGfK). Auch wenn die Zeit im Unternehmen meist nicht gut bezahlt ist, lohnt sich der Aufwand.

Praktika bringen nicht nur wertvolle praktische Erfahrungen. «Oft knüpfen Studierende während eines Praktikums so gute Kontakte in ein Unternehmen oder eine Branche, dass eine Übernahme nach dem Studium zumindest wahrscheinlicher wird», sagt Marius Wallat, Berater für akademische Berufe bei der Agentur für Arbeit in Viersen.

Wege der Kontaktaufnahme

Wie kommen Studenten an Praktika bei interessanten Unternehmen? «Je frühzeitiger sie sich bewerben, desto besser», sagt Karriereberaterin und Business-Coach Ute Gietzen-Wieland. Im Idealfall bewerben sich Interessenten ein Jahr vor dem gewünschten Praktikumszeitraum.

Neben Ausschreibungen im Netz bieten Job- und Karrieremessen die Chance auf Praktikumsplätze. Dort lassen sich Firmen gezielt ansprechen. Dabei ist es wichtig, ein schriftliches Kurzprofil in Form eines Flyers überreichen zu können, in dem Angaben über den Bewerber stehen. Auch Hobbys dürfen darin stehen. Wer etwa eine Teamsportart ausübt, stellt Teamfähigkeit unter Beweis, so Boenig.

Zu dem Kurzprofil gehören ein Porträtbild und eine seriös wirkende E-Mail-Adresse, die sich aus dem eigenen Namen zusammensetzen sollte - und nicht aus Spitz- oder Spaßnamen. Vom Gesprächspartner der Firma lässt man sich die Visitenkarte geben. So bleibt die Möglichkeit, einige Zeit nach dem Treffen noch mal nachzuhaken.

Bei einer schriftlichen Bewerbung sollten die Unterlagen tadellos sein. Man sollte präzise erklären, warum man bei dem Unternehmen ein Praktikum machen möchte. «Das Anschreiben darf keinesfalls beliebig sein», erklärt Gietzen-Wieland. So zeigen Bewerber, dass sie sich mit dem Unternehmen auseinandergesetzt haben. «Standardschreiben, bei denen offenkundig einfach nur die Adressen ausgetauscht wurden, wirken beim Empfänger alles andere als überzeugend.»

Dauer und Bezahlung

Freiwillige Praktika haben im Vergleich zu Pflichtpraktika einen höheren Stellenwert, wie Gietzen-Wieland erklärt. Das dokumentiert echtes Interesse an einer Firma. Wer für sein Studium Pflichtpraktika absolvieren muss, sollte daher zusätzlich auch noch eins auf freiwilliger Basis machen.

Was den Zeitrahmen betrifft: «Ein paar Wochen während der Semesterferien sind schon ein guter Rahmen für ein Praktikum», so Wallat. Doch auch ganze Praxissemester können sinnvoll sein. «Viel länger als sechs Monate sollte ein Praktikum aber nicht dauern.»

In Sachen Bezahlung gilt: Ein Pflichtpraktikum ist für einen Studiengang obligatorisch, dafür kann ein Studierender keinen Mindestlohn beanspruchen. «Ein freiwilliges Praktikum hingegen, welches länger als drei Monate dauert, muss mit dem gesetzlichen Mindestlohn vergütet werden», so Wallat. Je nach Branche sind jedoch unbezahlte Praktika manchmal die einzige Möglichkeit, ein Unternehmen kennenzulernen. Manche empfinden das als Ausbeutung. Hier muss jeder selbst überlegen, ob er mit Blick auf die Karriere dazu bereit ist.

Verhaltensweisen während des Praktiums

Vorsicht gilt bei Praktika, wenn das Studium bereits beendet ist: «Dafür braucht derjenige, der sie macht, gute Argumente», so Boenig. Denn wer trotz Hochschulabschluss als Praktikant arbeitet, verliert an Glaubwürdigkeit - und muss sich die Frage gefallen lassen: Weißt du noch immer nicht, was du machen willst? «Ideal ist, bei einem Unternehmen ein Praktikum zu machen und später seine Masterarbeit in Kooperation mit der Firma zu fertigen», sagt Gietzen-Wieland. Dadurch steigen die Chancen auf eine Festanstellung nach der Ausbildung.

Im Praktikum geht es darum, das Arbeitsumfeld von sich und seinen Fähigkeiten zu überzeugen. «Altklug auftreten und alles besser wissen - das ist absolut fehl am Platz», sagt Boenig. Beim Firmen-Tratsch ist absolute Zurückhaltung angebracht. Das A und O ist, übertragende Arbeiten sorgfältig auszuführen - und nicht den Anspruch zu haben, gleich am Anfang die tollen Aufgaben zu bekommen. Wer sich interessiert und engagiert zeigt und Leistung bringt, kann sich auf ein sehr gutes Praktikumszeugnis freuen - und ebnet sich damit vielleicht auch gleich seinen Berufseinstieg nach dem Studium.

Veröffentlicht am:
24. 09. 2018
12:33 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Ausbeutung Berufseinstieg Karriere Mindestlohn Pflichtpraktika Praktika Studenten
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Suche auf Jobmessen

01.01.2018

Von Arbeitszeit bis Abbruch: Wichtiges rund ums Praktikum

Mal freiwillig, mal als Pflichterfüllung: Mit Praktika sammeln Studierende Berufserfahrung. Aber wie finden sie das richtige Praktikum? Welche Rechte haben sie dabei? Und was, wenn sich die erhoffte Schnupperei als Reinf... » mehr

Beatrix Schwarzbach

11.11.2019

Wie das Praktikum zum Erfolg wird

Egal, ob Schüler oder Student: Praktika gehören meist zur Ausbildung dazu. Wer gewisse Regeln beachtet, kann die Zeit als gute Chance für den Einstieg in den Beruf nutzen. » mehr

Vorstellungsgespräch

07.10.2019

Jobhopping kommt meist nicht gut an

Ständig von einem Arbeitgeber zum nächsten? Davon raten Experten ab. Im Beruf ist eher Beständigkeit erwünscht. Häufige Wechsel wecken Misstrauen - bergen manchmal aber auch Chancen. » mehr

Christiane Dorenburg

09.02.2017

Was beim Praxissemester wichtig ist

In vielen Studiengängen sind sie inzwischen in der Studienordnung verankert: die Praxissemester. Studenten verlassen die Uni und probieren sich im Betrieb aus. Das kann von Vorteil sein - vorausgesetzt, man sucht die Fir... » mehr

Ragnhild

27.05.2019

So verschaffen sich Berufseinsteiger Respekt

Als Berufs-Neuling für voll genommen zu werden, kann mühsam sein. Damit man nicht für immer als «der Neue» abgestempelt wird, braucht es neben ein wenig Anstrengung eine gute Portion Gelassenheit. Sechs Tipps für einen s... » mehr

Hanne Bergen

05.08.2019

Worauf es beim Motivationsschreiben ankommt

Persönliches statt Floskeln: Das ist wohl die wichtigste Regel beim Motivationsschreiben für die Uni-Bewerbung. Wer überzeugend schreibt, kann manchmal sogar fehlende Voraussetzungen ausgleichen. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
24. 09. 2018
12:33 Uhr



^