Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom Wochenende30 Jahre GrenzöffnungBlitzerwarnerVER Selb

 

Als Bewerber auf Karrieremessen punkten

Gut 200 Jobmessen pro Jahr lassen sich in Deutschland über eine schnelle Online-Suche finden. Lohnt sich der Besuch für Bewerber? Die richtige Vorbereitung darf auf keinen Fall fehlen.



Jobmesse
Chance für Bewerber: Eine Jobmesse ist eine gute Gelegenheit potenzielle Arbeitgeber kennenzulernen.   Foto: Robert Günther/dpa-tmn » zu den Bildern

Der Lebenslauf liegt ausgedruckt in der Mappe, die Schuhe sind geputzt, und die Motivation ist groß - aber an der Eingangstür der Karrieremesse bekommen viele feuchte Hände.

Kein Wunder: Schließlich lernen Besucher dort womöglich ihren neuen Arbeitgeber kennen. Dass so ein Termin - nicht anders als ein Vorstellungsgespräch - also oft für Nervosität und weiche Knie sorgt, ist nachvollziehbar.

Viele stolpern dabei zu unbedarft in die Messehallen. «Meine Erfahrung ist, dass Bewerber sich um Kopf und Kragen reden», hat Jobcoach Tanja Herrmann-Hurtzig aus Langenfeld beobachtet. Die Trainerin ist seit 20 Jahren im Personalmanagement tätig und war bereits auf vielen Jobmessen.

Gründliche Vorbereitung ist daher das A und O. Am besten informieren sich Interessierte schon vorab, welche Unternehmen auf der Messe vertreten sein werden und gehen bei der Recherche etwas in die Tiefe. «Wie heißt der Ansprechpartner, wie groß ist das Unternehmen, was sind die Produkte, wie ist der Wettbewerb?», zählt Herrmann-Hurtzig auf. Wer schon vorab Stellenausschreibungen eines Unternehmens studiert, kann Hinweise auf gewünschte Kompetenzen finden.

Lügen ist bei der Selbstpräsentation Quatsch

Bewerber suchen jedoch nicht immer aus einer Siegerposition heraus nach einer neuen Stelle. Arbeitslosigkeit, Erziehungszeiten, gebrochene Erwerbsbiografien oder Frust im aktuellen Job können bei der Selbstpräsentation hemmen. «Das ist immer eine Frage der Perspektive», so Herrmann-Hurtzig. Aber: Miesepeter sucht keiner. «Ich würde immer sagen: Welche Erwartungen habe ich an das Unternehmen, was möchte ich gerne in Zukunft machen, damit ich auch meine volle Kapazität einbringen kann?»

Lügen muss dabei niemand, denn Personaler verstehen, dass nicht immer alles im Leben glatt läuft. Besser sei eine positive Haltung zu den eigenen Berufsplänen, so Herrmann-Hurtzig - unterstützt von einer offenen Körpersprache und einem Lächeln im Gesicht. Wer unsicher ist, sollte vorab mit Freunden oder einem Aufnahmegerät üben.

Erste Messestände zum Übungsgespräch nutzen

Es spricht auch nichts dagegen, gleich vor Ort loszulegen. Je öfter man eine Situation durchspielt, desto souveräner wird man. Wer will, kann am Stand eines weniger favorisierten Unternehmens sein erstes Gespräch absolvieren, rät Marc Tenbieg, geschäftsführender Vorstand im Deutschen Mittelstands-Bund (DMB).

Er hat Strategien parat, um im Gedächtnis zu bleiben: «Ich finde Bewerbungsmappen in Papierform grundsätzlich nicht verkehrt. Die kann ich nicht so verstecken wie einen E-Mail-Ordner.» Ein USB-Stick mit digitalen Unterlagen könne aber ebenso eingereicht werden.

Gehen Bewerber also am Ende eines langen Messetages nicht nur mit Taschen voll Kugelschreibern und Flyern nach Hause, sondern auch mit zahlreichen Job-Angeboten im Gepäck? Wie erfolgversprechend die Messen sind, lässt sich pauschal nicht sagen.

Für Diana Antwerpes vom Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur in Nettetal ist ein Plus von Jobmessen auf jeden Fall, dass es feste Gesprächsslots gibt, die Kandidaten bei den Unternehmen buchen können.

Auf den Messen gibt es zudem oft ein weitgefächertes Rahmenprogramm und Workshops. Tenbieg sieht diese flankierenden Events positiv. So schaffe beispielsweise ein Business-Frühstück am Stand eine lockere Atmosphäre.

Wer bei Unternehmen auf der Messe punkten konnte, sollte den Kontakt festigen. Herrmann-Hurtzig rät, zügig eine E-Mail zu schreiben oder Online-Karriereportale zum Netzwerken zu nutzen.

Veröffentlicht am:
11. 11. 2019
05:28 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeitgeber Arbeitslosigkeit Bewerbungsmappen Körpersprache Messehallen Messestände Personalmanagement Taschen Unternehmen Vorstellungsgespräche
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Peter Meyer

04.11.2019

Wenn eine App den Dienstplan organisiert

Dienstplan-Apps sind praktisch und beheben so manches Kommunikationsproblem. Doch die digitalen Helfer haben auch Fallstricke. Worauf ist zu achten, wenn die App den Zettel ablöst? » mehr

Hendrik Seiler

28.10.2019

Per Video-Clip zum Traumjob

Unternehmen suchen dringend Fachkräfte und gehen verstärkt auf geeignete Kandidaten zu. Auch in Sachen Bewerbung. Ein Video-Clip kann heute erster Türöffner sein. Wie stellt man sich authentisch dar? » mehr

Wer verdient mehr?

04.10.2019

Wie Arbeitnehmer gegen ungerechte Bezahlung vorgehen

Über Geld spricht man nicht, oder? Wenn es um das Gehalt geht, ist man in Deutschland eher schweigsam. Doch wer sich ungerecht bezahlt fühlt, sollte das Gespräch suchen - und zwar gut vorbereitet. » mehr

Beim Arbeitsamt

25.02.2019

Was bei drohender Arbeitslosigkeit zu tun ist

Der eigene Vertrag wird nicht verlängert, oder die Stelle fällt weg - keine leichte Situation. Wer erfährt, dass er seinen Job verliert, kann aber einige Dinge in die Hand nehmen - vom Arbeitslosengeld bis zum Zwischenze... » mehr

Lokführer Vincenzo Traviglia

12.08.2019

Deutsche Bahn macht Quereinsteiger zu Lokführern

Mit 50 Jahren beruflich neu anzufangen zu müssen, macht vielen Arbeitnehmern Angst. Finde ich eine neue Stelle? Wer nimmt mich in dem Alter? Doch einige Menschen in diesem Alter erfüllen sich seit einiger Zeit auf der Sc... » mehr

Bernhard Franke

24.06.2019

Das hilft gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz

Benachteiligung kann in der Arbeitswelt schon bei der Stellenausschreibung beginnen - und ist auch im Berufsalltag keine Seltenheit. Das muss sich niemand bieten lassen. Experten erklären, wie Betroffene am besten vorgeh... » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
11. 11. 2019
05:28 Uhr



^