Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom Wochenende30 Jahre GrenzöffnungBlitzerwarnerVER Selb

 

Bonus für Betriebstreue darf Arbeitnehmer nicht einschränken

Manche Arbeitgeber belohnen die Treue ihrer Mitarbeiter mit einem Bonus. Allerdings müssen sie dafür einen gewissen Zeitraum in der Firma tätig sein. Kündigt ein Arbeitnehmer vorher, entfällt die Treuevergütung meist. Es gibt aber Ausnahmen.



Bonus für Betriebstreue
Eine Bonusvereinbarung ist eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers. Kündigt ein Arbeitnehmer vor Vereinbarung, entfällt diese Zusatzvergütung - aber nicht immer. Foto: Andrea Warnecke/dpa   Foto: dpa

Eine Bonusvereinbarung für Betriebstreue ist unwirksam, wenn sie Arbeitnehmer in ihrer Freiheit einschränkt. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn Beschäftigte jahrelang angesparte Boni durch Kündigung verlieren - und wenn der Kündigungsgrund dabei keine Rolle spielt.

In dem Fall ging es um einen Betrieb, in dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer 2009 eine Vereinbarung über einen Treuebonus geschlossen hatten: Dieser sollte demnach zwar jedes Jahr angespart werden, aber erst nach fünf Jahren Betriebstreue ausgezahlt werden. Kündigt ein Mitarbeiter vor Ablauf der fünf Jahre, entfiel der Bonus dem Wortlauf der Vereinbarung nach komplett.

2014 kündigte ein Mitarbeiter aus eigenen Stücken, weil er über mehrere Monate keinen Lohn erhalten hatte. Zum Zeitpunkt der Kündigung war er noch keine fünf Jahre im Betrieb. Ein Anrecht auf den Treuebonus habe er damit nicht, argumentierte der Arbeitgeber.

Der Mann klagte dagegen - und war erfolgreich. Bis zur Kündigung habe er sich betriebstreu verhalten, so das Landesarbeitsgericht Nürnberg (Az.: 3 Sa 426/15). Die Bindung der Treuebonus-Zahlung an einen Stichtag, der im Extremfall fünf Jahre nach Entstehen des Bonusanspruchs liege, benachteilige den Arbeitnehmer unangemessen. Er sei in seiner Berufsfreiheit eingeschränkt.

Außerdem unterscheide die Vereinbarung nicht nach Kündigungsgrund: Im vorliegenden Fall habe der Kläger gekündigt, weil der Arbeitgeber seiner Lohnzahlungspflicht nicht nachgekommen sei. Damit habe der Arbeitgeber den Grund für die Kündigung gesetzt. Der Verlust des Treuebonus sei damit unangemessen. Für den Zeitraum von 2009 bis zur Kündigung musste der Arbeitgeber den Bonus nachzahlen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
16. 10. 2017
04:55 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeitgeber Arbeitnehmer Kündigungsgründe
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Figur der Justitia

02.10.2019

Bei erfundenen Kündigungsgründen gibt es Entschädigung

Das Verhältnis von Betriebsrat und Geschäftsführung ist nicht immer harmonisch. Greift der Arbeitgeber zu drastischen Mitteln, um eine Kündigung zu rechtfertigen, können sich Mitarbeiter wehren. » mehr

Kind mit Fieber

12.09.2019

Krankes Kind am Arbeitsplatz ist kein Kündigungsgrund

Wer kranke Kinder mit zur Arbeit bringt, begeht eine Pflichtverletzung. In der Regel müssen sich Eltern mit dem Chef absprechen. Für eine fristlose Kündigung reicht das Vergehen jedoch nicht. » mehr

Kündigung

15.07.2019

Fehlende Sprachkenntnisse nicht automatisch Kündigungsgrund

Job-Anforderungen können sich im Laufe der Zeit ändern. Wegen mangelnder Fremdsprachenkenntnisse können Arbeitnehmer aber nicht in jedem Fall gekündigt werden. Das ist nur gerechtfertigt, wenn die Kenntnisse zwingend erf... » mehr

Was gilt wann als Arbeitszeit?

18.11.2019

Muss ich auf Anweisung des Chefs früher zur Arbeit kommen?

Besonders bei vorbereitenden Tätigkeiten ist vielen Arbeitnehmern oft nicht richtig klar, ob sie diese in ihrer privaten Zeit machen müssen oder ob das bereits zum offiziellen Job gehört. » mehr

Eine Frau mit Aktentasche vor einem Gebäude

15.11.2019

Gewerbe bedeutet nicht automatisch Selbstständigkeit

Für nicht selbstständige Arbeitnehmer muss der Arbeitgeber Beiträge entrichten. Das gilt auch dann, wenn diese ein Gewerbe angemeldet haben und ansonsten auf eigene Faust arbeiten. » mehr

Kalender

14.11.2019

Urlaub kann bei langer Krankheit verfallen

Urlaub mit ins nächste Jahr nehmen? Das können Arbeitnehmer nur in Ausnahmefällen. Einer davon ist eine lange Krankheit. Doch auch dabei gibt es Grenzen, wie ein Urteil zeigt. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
16. 10. 2017
04:55 Uhr



^