Lade Login-Box.
Topthemen: Video: Hof im Radwege-CheckHof-GalerieStromtrasse durch die RegionGerch

 

Schadenersatz bei rechtswidriger Versetzung im Job

Plötzlich in einer anderen Stadt arbeiten. Nicht jeder Arbeitnehmer freut sich über so eine Versetzung. Unter bestimmten Umständen können Beschäftigte gegen eine solche Entscheidung des Chefes klagen und sogar Schadenersatz fordern. Das zeigt ein Gerichtsurteil.



Hessisches Landesarbeitsgericht
Arbeitnehmer, die rechtswidrig an einen anderen Ort versetzt werden, können unter bestimmten Bedingungen Schadenersatz erhalten.   Foto: Arne Dedert

Arbeitnehmer, die rechtswidrig versetzt werden, haben unter Umständen Anspruch auf Schadenersatz. Der Arbeitgeber muss unter bestimmten Voraussetzungen Kosten für eine Zweitwohnung und einen Teil der Heimfahrten erstatten.

Das geht aus einem Urteil des Hessischen Landesarbeitsgerichts hervor, über das die Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) berichtet. Auch Tagegeld könne demnach dem Arbeitnehmer als Ausgleich zustehen.

In dem verhandelten Fall ging es um einen Metallbaumeister, der 17 Jahre lang in Südhessen für ein Montageunternehmen gearbeitet hatte. Zuletzt war er Betriebsleiter. Der Arbeitgeber versetzte ihn für zwei Jahre in eine sächsische Niederlassung. Der Mitarbeiter trat die Stelle an, klagte dann aber gegen die Versetzung. Er forderte Schadenersatz - genauer eine Erstattung seiner Kosten für eine Zweitwohnung und das Pendeln mit dem Privatauto zwischen Hauptwohnsitz und Zweitwohnung.

Mit Erfolg: Das Landesarbeitsgericht gab ihm weitgehend Recht. Für die Zweitwohnung fielen monatlich etwa 315 Euro an. Da die Höhe der Kosten angemessen sei, müsse der Arbeitgeber sie ersetzen. Da es sich aber um einen dauerhaften Arbeitseinsatz gehandelt habe, bemesse sich der Schadenersatz nicht - wie vom Kläger gefordert - an den Regelungen für Montageeinsätze, sondern an öffentlich-rechtlichen Reisekostenregelungen.

Somit sei für die Fahrtkosten nur eine Entschädigung in Höhe der Kosten eines Zugtickets an jedem zweiten Wochenende gerechtfertigt. Außerdem stehe dem Kläger als Ausgleich ein Tagegeld von 236 Euro monatlich an (Az.: 10 Sa 964/17).

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
13. 07. 2018
10:27 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeitgeber Arbeitnehmer Arbeitsrecht Gerichtsurteile Kläger Schadensersatz
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Nur frisch rasiert zur Arbeit?

15.04.2019

Darf ein Chef verbieten, dass Angestellte Bart tragen?

Vor Gericht scheitern Arbeitgeber oft, wenn es um das Äußere ihrer Angestellten geht, denn diese Anweisungen unterliegen dem Persönlichkeitsrecht. Unter gewissen Umständen können Vorgesetzte trotzdem Einfluss üben. » mehr

Feste Zeiten für die Pause?

08.04.2019

Darf der Arbeitgeber feste Zeiten für Pausen festlegen?

Mittagspause nur zwischen 12.00 und 12.30 Uhr, Schichtpause zwischen 01.00 und 03.00 Uhr nachts. Darf der Arbeitgeber bestimmen, wann Pause gemacht wird? Roland Gross, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Leipzig, gibt Antwort... » mehr

Für den Arbeitgeber erreichbar sein

07.01.2019

Hat der Arbeitgeber ein Recht auf die private Handynummer?

Viele Berufe verlangen eine unmittelbare Erreichbarkeit außerhalb der regulären Arbeitszeiten. Müssen Arbeitnehmer in Rufbereitschaft dem Arbeitgeber ihre private Handynummer nennen? » mehr

Freie Tage zur Hochzeit?

17.12.2018

Dürfen Arbeitnehmer bei eigener Hochzeit frei nehmen?

Wer seinen Hochzeitstermin aussucht, denkt dabei meist am wenigsten an seinen Arbeitgeber. Dennoch stellt sich die Frage: Haben Mitarbeiter in dem Fall einen Anspruch auf einen freien Tag? » mehr

Anfahrt zum Bewerbungsgespräch

18.03.2019

Wer trägt die Kosten für die Anfahrt zum Bewerbungsgespräch?

Die Bewerbung hat überzeugt, man ist zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Das findet jedoch einige hundert Kilometer entfernt statt. Wer zahlt die Fahrtkosten? » mehr

Bewerbungsgespräch

04.03.2019

Dürfen Arbeitgeber die Zeugnisse von Bewerbern prüfen?

Manche Arbeitgeber möchten die Zeugnisse der Bewerber genauer prüfen. Unter welchen Umständen ist dies erlaubt und was gilt im Falle sogenannter Background-Checks? » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
13. 07. 2018
10:27 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".