Lade Login-Box.
Corona Ticker
Topthemen: CoronavirusKommunalwahl 2020WohnzimmerkunstBlitzerwarnerHof-Galerie

 

Was droht bei Peinlichkeiten auf der Betriebsfeier?

Gute Musik, lockere Stimmung, leckeres Essen und reichlich Bier, Wein oder Schnaps: Auf der Weihnachtsfeier der Firma kann es hoch her gehen. Doch es gibt Grenzen und ab einem bestimmten Punkt ist auch mit arbeitsrechtlichen Folgen zu rechnen.



Weihnachtsfeier im Betrieb
Auf betrieblichen Weihnachtsfeiern fließt oft vile Alkohol. Wer angetrunken Kollegen schlägt oder übel beleidigt, dem droht eine Abmahnung oder sogar Kündigung.   Foto: Arno Burgi

Bei betrieblichen Weihnachtsfeiern lassen manche Kollegen es richtig krachen. Das ist auch kein Problem. Doch wer über das Ziel hinausschießt, für den kann das auch arbeitsrechtliche Konsequenzen haben, erklärt der Arbeitsrechtler Peter Meyer.

Wann kann es Probleme geben?

Zunächst einmal steht der Besuch von Weihnachtsfeiern außerhalb der Arbeitszeit in keinem Zusammenhang mit den Arbeitspflichten. Doch das ist kein Freibrief für schlechtes Verhalten. Wer zum Beispiel angetrunken Kollegen schlägt oder übel beleidigt, dem droht eine Abmahnung oder Kündigung.

Es gibt laut Meyer zwar die Regel, dass Pflichtverletzungen im Privatbereich keine Sanktionen des Arbeitgebers rechtfertigen. Eine Ausnahme gilt aber bei einer Weihnachtsfeier, wenn sich das Fehlverhalten auf den betrieblichen Bereich auswirkt und zu Störungen führt.

Allerdings gibt es Nuancen. Hört der Chef im Vorbeigehen, wie ein Mitarbeiter im kleinen Kreis über ihn lästert, ist das nicht so gravierend, wie wenn der Mitarbeiter den Vorgesetzten laut auf der Tanzfläche beschimpft. Daher gilt auch auf Weihnachtsfeiern: lieber zurückhalten.

Stopp-Signale respektieren

Das gilt auch für ein Eindringen in die Wohlfühlzone: Mit den Kollegen zu tanzen, ist häufig ein Spaß und für alle lustig. Doch wenn der Gegenüber das nicht möchte, ist das ein Stopp-Signal. Wer weitermacht, riskiert seinen Arbeitsplatz. Ein Klaps auf den Hintern oder eine anzügliche Bemerkung und die damit verbundene sexuelle Belästigung kann auch auf Weihnachtsfeiern zu Sanktionen bis hin zum Jobverlust führen.

Der Tag danach

Und was ist, wenn Beschäftigte am Tag danach krank fehlen? Hier lautet die Antwort: Wer vielleicht aufgrund der Nachwirkungen der Feier nicht arbeitsfähig ist, muss nicht arbeiten. Sofern die Firma das verlangt, muss man aber ab dem ersten Fehltag eine Bescheinigung des Arztes vorlegen. Liegt sie vor, habe sie einen großen Beweiswert, dass die Arbeitsunfähigkeit tatsächlich bestanden hat.

Doch Anwalt Meyer sieht auch die Firma in der Pflicht: «Wenn der Arbeitgeber am Tag vorher den Bierhahn frei gemacht hat und alle im Beisein des Arbeitgebers gesoffen haben, dann wird er mit Vorwürfen am nächsten Morgen rechtlich kaum durchkommen.»

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
29. 10. 2018
05:12 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeitgeber Arbeitsrecht Peter Meyer Sexuelle Belästigung Spirituosen Weihnachtsfeiern Wein lecker
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Höhenverstellbarer Schreibtisch

31.03.2020

Habe ich Anspruch auf einen höhenverstellbaren Schreibtisch?

Der Rücken ziept, der Nacken schmerzt: Ein höhenverstellbarer Schreibtisch wäre jetzt was, an dem man auch mal im Stehen arbeiten kann. Aber haben Beschäftigte darauf Anspruch? » mehr

Nochmals Probezeit?

23.03.2020

Bekommen Ausgelernte nochmals Probezeit beim selben Betrieb?

Die Ausbildung ist geschafft, Zeit für den Berufsstart. Besonders einfach ist das natürlich, wenn man vom Ausbildungsbetrieb direkt übernommen wird. Aber gilt dann eigentlich eine erneute Probezeit? » mehr

Arbeitsrechtler

16.03.2020

Wann müssen Arbeitnehmerinnen die Schwangerschaft mitteilen?

Dem Partner, der besten Freundin, den Eltern: Jede Frau handhabt es unterschiedlich, wem sie als erstes von einer Schwangerschaft erzählt. Doch wann muss es der Arbeitgeber erfahren? » mehr

Was dürfen Mitarbeiter posten?

10.02.2020

Darf der Arbeitgeber reinreden, wenn ich im Netz poste?

Ob Facebook, Instagram oder Twitter - vielleicht liest auch der Arbeitgeber mit. Das kann Mitarbeitern aber doch eigentlich egal sein, oder? » mehr

Firmenparkplatz

27.01.2020

Haben Arbeitnehmer Anspruch auf einen Parkplatz?

Für viele Arbeitnehmer ist es bequem, mit dem Auto zur Arbeit zu fahren - wenn da nicht immer die Parkplatzsuche wäre. Muss der Arbeitgeber ihnen einen Parkplatz stellen? » mehr

Was gilt wann als Arbeitszeit?

18.11.2019

Muss ich auf Anweisung des Chefs früher zur Arbeit kommen?

Besonders bei vorbereitenden Tätigkeiten ist vielen Arbeitnehmern oft nicht richtig klar, ob sie diese in ihrer privaten Zeit machen müssen oder ob das bereits zum offiziellen Job gehört. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
29. 10. 2018
05:12 Uhr



^