Topthemen: Fall Peggy KnoblochStromtrasse durch die RegionHofer Kaufhof wird HotelHilfe für NachbarnGerch

 

Darf ich erfahren, wer den Job bekommen hat?

Hatte eine Bewerbung auf eine Stelle keinen Erfolg, dann fragen sich viele Bewerber, woran es gelegen hat und wer den Job stattdessen bekommen hat. Haben sie ein Recht darauf, diese Informationen vom Arbeitgeber zu erhalten?



Bewerberin
Auch wenn einen die Absage auf eine Bewerbung ärgert. Einen Anspruch auf die Auskunft wer stattdessen genommen wurde, hat der abgelehnte Bewerber nicht.   Foto: Monique Wüstenhagen

Eine Absage für eine Bewerbung zu bekommen, das ärgert die meisten im ersten Moment. Besonders, wenn man das Gefühl hatte, alle Voraussetzungen zu erfüllen. Schnell fragt man sich: Wer wurde oder wird stattdessen eingestellt? Welche Qualifikationen des anderen Bewerbers haben überzeugt?

Doch haben Bewerber ein Recht darauf, das zu erfahren? «Nein», erklärt Jürgen Markowski, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Nürnberg und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein. «Einen Anspruch auf Auskunft hat der abgelehnte Bewerber nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts grundsätzlich nicht». Auch zu den Kriterien, die für diese Entscheidung maßgeblich waren, muss der Arbeitgeber keine Auskunft geben.

Auch der Europäische Gerichtshof (Rechtssache C-415/10) hat in einem Urteil 2012 einen solchen Auskunftsanspruch verneint, erklärt der Fachanwalt. Gescheiterte Bewerber können aber ausnahmsweise die Verweigerung jeglicher Informationen durch den Arbeitgeber heranziehen, falls es um den Nachweis von Tatsachen geht, die das Vorliegen einer Diskriminierung vermuten lassen. Das heißt: Kann ein Bewerber eine Diskriminierung beweisen, muss der Arbeitgeber möglicherweise vor einem Richter Infos zu seiner Entscheidung offenlegen.

Für die Annahme einer Diskriminierung muss der Bewerber aber zunächst selbst ausreichende Indizien vortragen, die eine Benachteiligung nahelegen. Ob ein gescheiterter Bewerber vor Gericht Erfolg hat, müssen Richter dann im Einzelfall entscheiden, erklärt der Fachanwalt.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
31. 12. 2018
05:08 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeitgeber Bewerbungen Bundesarbeitsgericht Diskriminierung Europäischer Gerichtshof
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Frau mit Baby

24.12.2018

Dürfen Angaben zur Elternzeit ins Arbeitszeugnis?

Viele junge Eltern nutzen die Elternzeit, um für ihr Kind eine Auszeit zu nehmen. Doch was für sie selbstverständlich scheint, ist Arbeitgebern manchmal ein Eintrag ins Arbeitszeugnis wert. Ist das erlaubt? » mehr

Urlaubsantrag

06.11.2018

Urlaubsansprüche verfallen ohne Antrag nicht automatisch

In vielen Firmen ballen sich zum Jahresende die Rest-Urlaubstage. Nach deutschem Recht erlischt der Anspruch darauf eigentlich am Ende des Arbeitsjahres. Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs könnte nun einiges durche... » mehr

Mit Smartphone

17.05.2018

Gericht schützt private Handynummern von Arbeitnehmern

Heutzutage sollen Angestellte immer erreichbar bleiben - auch außerhalb der Dienstzeiten. Deswegen sind sie in manchen Fällen dazu verpflichtet, ihre private Mobilfunknummer beim Arbeitgeber anzugeben. Recht darauf hat d... » mehr

Grippeimpfung im Job

21.12.2017

Grippeimpfung im Betrieb: Kein Schmerzensgeld vom Chef

Zehntausende Arbeitnehmer lassen sich jährlich gegen Grippe impfen - viele von Betriebsärzten in ihrem Unternehmen. Doch was passiert, wenn es tatsächlich einmal zu einem Impfschaden kommt? Das ist jetzt entschieden - in... » mehr

Gewerkschaftskundgebung

21.12.2018

Gewerkschaftsmitglieder dürfen bevorzugt werden

Darf ein Tarifvertrag Gewerkschaftsmitglieder und nicht organisierte Mitarbeiter unterschiedlich behandeln? Das Bundesverfassungsgericht bejaht das - und weist eine Beschwerde zurück. » mehr

Frust am Arbeitsplatz

02.06.2017

Diskriminierung im Job: So können sich Opfer wehren

Angestellte und Bewerber dürfen nicht diskriminiert werden. Sowohl Chefs als auch Kollegen ist es untersagt, jemanden wegen seines Alters, Geschlechts, seiner Religion, Hautfarbe oder wegen einer Behinderung zu benachtei... » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
31. 12. 2018
05:08 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".