Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom WochenendeHofer Filmtage 2019EhrenamtskampagneVER Selb

 

Was macht nachhaltige Mode aus?

Die Frage der Nachhaltigkeit beschäftigt die Mode. Sogar viele der günstigeren Ketten haben inzwischen eigene Eco-Linien und -Siegel. Trotzdem ist die Begriffsvielfalt verwirrend: Was macht nachhaltige und faire Mode genau aus, und wo findet man sie?



Kleidung von Armedangel
Das Label Armedangels ist nach den Standards von GOTS- und Fairtrade zertifiziert, zudem ist es Mitglied in der Fair Wear Foundation.   Foto: Armedangels/dpa-tmn » zu den Bildern

Vier Modekollektionen jährlich, für jede Jahreszeit eine - so war das mal. Längst bringen die Firmen bis zu zwölf Kollektionen im Jahr in die Läden.

«Die Preise werden günstiger und die Qualität gleichzeitig schlechter», sagt Verena Bax, Ressourcen-Expertin vom Naturschutzbund (Nabu). Rund 70 Stücke kauft jeder Deutsche im Jahr. Fast Fashion nennt sich das. Doch es gibt einen Gegentrend: Neben der Nutzung von ökologischem Material wollen immer mehr Menschen, dass ihre Kleidung unter fairen Arbeitsbedingungen produziert wird - die Slow Fashion.

Fair, nachhaltig oder eco-fair - wo liegen die Unterschiede?

Viele Begriffe tummeln sich in der nachhaltigen Modewelt. Auf den ersten Blick scheinen sie ähnlich, doch es gibt Unterschiede. Wer von fairer Mode spricht, meint gute Arbeitsbedingungen entlang der Produktionskette. «Grün» ist Mode, wenn sie aus ökologisch abbaubaren Materialien besteht und bei der Herstellung weitestgehend auf den Einsatz von Chemikalien verzichtet wurde. Beide Aspekte lassen sich aber auch vereinen, erklärt Sophia Schneider-Esleben, Designerin für Nachhaltigkeit aus Kassel und Mitglied im Verband der deutschen Mode- und Textildesigner. «Eco-fair fasst ökologische Materialien und faire Produktionsbedingungen zusammen.» Auch hier wird so wenig Chemie wie möglich eingesetzt.

Schwierig ist es mit dem Begriff «nachhaltig». Denn was nachhaltig ist und was nicht, wird von jedem Designer und Label anders interpretiert. «Die meisten setzen daher Schwerpunkte und spezialisieren sich entweder auf den fairen oder ökologischen Aspekt», sagt Dominique van de Pol, Mode- und Trendexpertin für Nachhaltigkeit aus Essen. Nur wenige vereinen beides. Was einem selbst am Herzen liegt, muss also jeder für sich selbst entscheiden.

Wie erkennt man faire und ökologische Mode?

Ob auf diese Aspekte geachtet wurde, zeigen zertifizierte Siegel. Meistens sind sie direkt am Etikett angebracht. Die App «Siegelklarheit», initiiert vom Bundesentwicklungsministerium (kostenlos in iTunes und im Google Play Store) kann helfen, sie zu verstehen: Dazu einfach das Siegel mit der Kamera des Smartphones scannen und die Informationen so abrufen.

Welche Siegel sind am bekanntesten?

Allen voran steht das «Global Organic Textile»-Siegel (GOTS). Es hat strenge ökologische und soziale Kriterien entsprechend der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Die strengsten Richtlinien für eine nachhaltige und soziale Textilproduktion in Europa hat das «Naturtextil IVN Zertifiziert BEST»-Siegel vom Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft (IVN). «Bei Outdoor-Produkten weist das Siegel von Blue Sign darauf hin», ergänzt Bax vom Nabu.

Von Fairtrade gibt es gleich zwei Siegel: Das Baumwoll-Siegel deckt die erste Stufe der Textil-Produktion ab und steht für umweltschonend und fair produzierte Rohbaumwolle. Von dort bis hin zum fertigen Produkt setzt der Fairtrade-Textilstandard an. Er achtet auch auf faire Arbeitssituation entlang der Lieferkette. Ebenfalls darauf achten das Siegel der Fair Wear Foundation (FWF).

Das Problem: «Manche Labels können sich eine Zertifizierung nicht leisten», erklärt Designerin Schneider-Esleben. Sie empfiehlt, sich gerade bei kleineren Labels im Internet oder im Geschäft beim Händler über die Produktionsbedingungen zu informieren.

Sind diese Kleidungsstücke nicht vergleichsweise teuer?

Selbst mit kleinem Budget findet man mittlerweile bei den großen Ketten Kollektionen aus Bio-Materialien. «Durch den gezielten Kauf von Bio-Kollektionen zeigt man dem Unternehmen, wohin die Richtung gehen sollte», sagt van de Pol. Der Preis für ein T-Shirt aus Bio-Baumwolle liegt dabei oft nur minimal höher als der für ein Marken-T-Shirt aus konventioneller Baumwolle.

Veröffentlicht am:
18. 03. 2019
04:58 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeitsbedingungen Designerinnen und Designer Google Ketten Modekollektionen Nachhaltigkeit Ökologie
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Mailänder Modewoche - Missoni

23.09.2019

Die Mailänder Modewoche feiert die Natur

Ein magischer Moment für die Mailänder Fashion Week: In der Neuauflage eines ikonischen Kleides tritt Popstar J.Lo bei Versace auf. Erde, Himmel, Wasser - viele Shows kreisten am Wochenende um das Thema Natur. » mehr

Der Ledermantel im 90er-Stil

vor 5 Stunden

Mäntel mit Daunen und Karos sind im Trend

Der Mantel gehört laut dem Deutschen Mode-Institut zu den «Key Pieces» der Saison. Er ist also nicht weniger als das Kleidungsstück, das die Frau tragen sollte, die modisch etwas auf sich hält. » mehr

Luxusschuhe

21.08.2019

Sneakers zum Hingucken liegen im Trend

Eine rote Rose, ein Camouflage-Design oder ein Lieblingstier: Ein Hamburger Custom-Produzent hat schon manchen Sneaker aufgehübscht. Und liegt damit offensichtlich im Trend. » mehr

Cape von Brunello Cucinelli

05.08.2019

Das Cape als stilvolle Übergangsjacke

Eine lange Hose und ein Pulli reichen an sonnigen Herbsttagen oft nicht aus, um länger warm zu halten. Ein Mantel ist aber zu viel. Eine gute Zwischenlösung? Das Cape. » mehr

Aniston by Baur

15.07.2019

So sieht der neue Sommerlook aus

Spitzeneinsätze an einem Kleidungsstück können es aufwerten - oder aber das gesamte Outfit für den Anlass unangemessen wirken lassen. Daher raten Experten, die neueste Mode mit Spitze nur in bestimmten Kombinationen zu n... » mehr

Berliner Modewoche

05.07.2019

Selbst ein Bundeskanzler könnte Sneaker tragen

Man entkommt ihnen nicht: auf Partys, im Lehrerzimmer, im Büro. Sneaker sind überall. Doch lässt sich in Turnschuhen Karriere machen? Und taugen sie für jedes Alter? Bei der Berliner Modewoche geben Designer Antworten. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
18. 03. 2019
04:58 Uhr



^