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Lebensmittel aus dem Internet

Dass die Deutschen Mode, Technik und Kosmetik gerne online kaufen, macht dem stationären Handel schon seit Jahren zu schaffen. Nun könnte es aber auch erstmals für Supermärkte schwerer werden



 

Es scheint nur noch eine Frage der Zeit: Schon mehrmals hat der Versandriese Amazon angekündigt, in Deutschland in das Geschäft mit frischen Lebensmitteln einzusteigen. Glaubt man aktuellen Brancheninfos, dann könnte das nun im April der Fall sein. Angeblich soll "Amazon Fresh" dann erstmals Kunden in Berlin zur Verfügung stehen und Frischwaren ins Haus liefern.

Den klassischen Lebensmittelhändlern bereitet das Sorge. Waren sie doch bisher vom Siegeszug des Internets weitgehend unbehelligt geblieben. Online orderte man Mode, Technik und auch gerne Kosmetik. Der grüne Salat, die frische Wurst und das Waschmittel landeten jedoch bisher ganz klassisch im echten Einkaufswagen.

Damit könnte nun in diesem Jahr Schluss sein. Zumindest sagen Experten voraus, dass der Lebensmittelhandel 2017 umdenken muss – gleich mehrere Anzeichen sprechen dafür: Entfiel vom 170 Milliarden Euro schweren Branchenumsatz jahrelang nur ein Prozent auf den Online-Handel, stieg der Umsatz mit Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs, die im Internet gekauft wurden, 2016 Jahr um mehr als 25 Prozent auf 932 Millionen Euro. Bei Randprodukten wie Tierfutter fahren Online-Händler sogar schon länger große Erfolgszahlen ein.

Neben Amazon, dem Platzhirsch im Online-Handel, gilt die deutsche Handelskette REWE als Vorreiter in Sachen Lebensmittel aus dem Netz. In knapp 75 Städten
können sich deren Kunden schon jetzt frische Nahrungsmittel im Internet aussuchen und nach Hause liefern lassen. Gleichzeitig wird der Abholservice – also online georderte Ware im Laden fertig verpackt entgegen-
zunehmen – gerade massiv ausgebaut.

Beim Konkurrenten Edeka ist eine ähnliche Entwicklung sichtbar. Dort hat man angekündigt, in Zusammenarbeit mit der Bahn Abholstationen für online bestellte Waren an Bahnhöfen zu testen. Und auch die Kette Kaufland hat in Berlin bereits einen Lieferdienst gestartet.

Dass in diesem Marktsegment der Kuchen noch lange nicht verteilt ist, davon ist man auch beim Transportunternehmen DPD überzeugt. Der Postkonkurrent transportiert ab sofort unter dem Namen "DPD Food" Bestellungen eines Online-Händlers, bei dem Kunden fertige Kochboxen mit Rezepten und den passenden frischen Waren ordern können. Glaubt man einer Studie der Unternehmensberatung Oliver Wyman, dann könnten in Zukunft sechs bis acht Milliarden Euro vom stationären Handel zu den Online-Lieferdiensten abwandern.

Nach Angaben des Marktforschungsinstitutes GfK fließt mit 48,5 Prozent fast die Hälfte aller Konsumausgaben in den Lebensmittel-Handel. In Deutschland wird aktuell zwar nur rund ein Prozent davon online erwirtschaftet, der Online-Umsatz mit Lebensmitteln soll allerdings von 1,1 Milliarden Euro im Jahr 2014 auf jährlich mehr als sieben Milliarden Euro im Jahr 2025 deutlich wachsen. Der Anteil des Segments "Lebensmittel und Drogerieartikel" am gesamten Online-Handelsumsatz soll sich im selben Zeitraum von acht auf 16 Prozent verdoppeln. Laut einer Studie des Digitalverbands Bitkom haben heute bereits 28 Prozent aller deutschen Online-Shopper Lebensmittel im Internet bestellt.

Autor
Steffi Wolf

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Veröffentlicht am:
09. 03. 2017
17:45 Uhr

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