Lade Login-Box.
Topthemen: Kommunalwahl 2020Bilder vom WochenendeHof-GalerieBlitzerwarner

 

Erhöhte Unfallgefahr am «Vatertag»

Ein fröhlich' Liedchen auf den Lippen und genügend geistige Getränke im Reiseproviant - so machen sich viele an Christi Himmelfahrt auf den Weg, den Feiertag zum «Vatertag» zu machen. Doch Vorsicht, im Straßenverkehr kann es dann sehr gefährlich werden.



Unterwegs am«Vatertag»
Mit festem und flüssigem Reiseproviant ziehen sie in die Natur. Autofahrer sollten solchen Gruppen mit erhöhter Vorsicht begegnen.   Foto: Peter Kneffel/dpa-tmn

An Christi Himmelfahrt gehen viele in Gruppen und vielleicht auch mit Bollerwagen auf Tour. Sie machen den religiösen Feiertag zum sogenannten «Vatertag». Teils ist auch reichlich Alkohol im Reisegepäck. Begegnen Autofahrer einer solchen Vatertagsgesellschaft, ist daher Vorsicht geboten.

Die enthemmende Wirkung des Alkohols, die Gruppendynamik und dass sie dabei oft auch im Straßenverkehr unterwegs seien, erhöhten das Unfallrisiko, warnt Heiner Sothmann von der Deutschen Verkehrswacht (DVW). «Fußgänger können unvermittelt auf die Fahrbahn torkeln oder erlauben sich einen gefährlichen Spaß mit anderen Verkehrsteilnehmern», sagt der DVW-Sprecher. Die Dynamik einer alkoholisierten Gruppe lasse sich nur schwer einschätzen.

Solche Gruppen überholen Autofahrer besser nur bei gut einsehbarer Straße ohne Gegenverkehr und extrem vorsichtig. Sie fahren dabei nur so schnell, dass sie jederzeit rechtzeitig bremsen können und halten viel seitlichen Abstand.

Radfahrergruppen seien hier schwer einzuschätzen. «Sie ziehen sich in Breite und Länge mitunter weit auseinander», erläutert Sothmann. Manche Radler könnten sehr instabil auf dem Rad sein, plötzlich ausscheren oder sogar stürzen. Der Rat an die Vatergesellschaft: «Um in Feierlaune zu bleiben, ist es also empfohlen, sich möglichst abseits der Straße zu bewegen», so Sothmann.

Mancherorts ziehen Traktoren Feiernde auf Anhängern mit Bierbänken, so der Automobilclub von Deutschland (AvD) und warnt davor. Das sei besonders gefährlich, da der Personentransport auf solchen Anhängern nur in Ausnahmefällen mit Sondergenehmigung möglich ist, meist auch nicht für private Feste. «Wer besoffen vom Hänger kippt, hat keine Haftungsansprüche», so der AvD.

Fahrer und Halter solcher Gespanne hafteten nicht immer, wenn etwa der Hänger durch unvorsichtige Fahrweise umkippt und transportierte Personen verletzt werden. Gerichte nehmen laut AvD einen sogenannten stillschweigenden Haftungsausschluss an, wenn die Fahrt aus Gefälligkeit unternommen wurde.

Generell erinnert der AvD an die Promillegrenze von 0,5 Promille. Für Fahranfänger und Fahrer unter 21 Jahren gilt die Null-Promille-Grenze. Verstöße ziehen mindestens Geldbußen nach sich.

Und schon bei 0,3 Promille könnte eine Straftat vorliegen, etwa wenn Ausfallerscheinungen auftreten oder ein Unfall passiert. Radler gelten ab 1,6 Promille als absolut fahrunsicher, was Geldstrafen nach sich ziehen kann - im Einzelfall sei auch der Führerschein in Gefahr.

Für die Heimfahrt nach der Vatertags-Feier rät der Autoclub beispielsweise zum Taxi oder zur Abholung durch nüchterne Personen.

An Christi Himmelfahrt herrscht erhöhte Unfallgefahr im Straßenverkehr. Die DVW verweist auf Zahlen des Statistischen Bundesamts. Demnach wurden 2017 am Vatertag 270 Verkehrsunfälle verzeichnet, bei denen Alkohol im Spiel war. An keinem anderen Tag in diesem Jahr gab es mehr Unfälle dieser Art.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
30. 05. 2019
05:04 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Alkohol Autofahrer Automobilclub von Deutschland Bußgelder Feiertage Jesus Christus Promillegrenze Statistisches Bundesamt Straßenverkehr Unfallgefahren Verkehrsclubs Verkehrsteilnehmer Verkehrsunfälle
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Verkehrsgerichtstag

28.01.2020

Fahranfänger: Ideen für die Risikogruppe im Verkehr

Junge Fahranfänger gelten als Hochrisiko-Gruppe im Straßenverkehr. Außerdem fallen seit einigen Jahren zunehmend mehr Fahrschüler durch die Führerscheinprüfung. Was kann helfen? » mehr

E-Tretroller mit Helm

13.01.2020

E-Scooter-Unfälle führen oft zu Kopfverletzungen

Kleine Reifen, kurzer Lenker und ein schmales Brett zum Stehen: Dass E-Scooter nicht die sichersten Gefährte sind, ist schon auf den ersten Blick zu ahnen. Bei Unfällen trifft es vor allem den Kopf, zeigen aktuelle US-Da... » mehr

Alkohol-Wegfahrsperre

27.01.2020

Was bringt die Alkohol-Wegfahrsperre?

Wenn Betrunkene kein Fahrzeug starten können, können sie auch keinen Unfall verursachen. Das wäre eigentlich kein Problem, meint ein Unfallforscher. Wären da nur nicht die Kritiker. » mehr

E-Tretroller-Fahrer und leere Alkoholflaschen

18.10.2019

Promillegrenze beim E-Tretrollern beachten

Großstadtschreck oder sinnvolle neue Mobilitätsform - an den neuen Elektro-Tretrollern scheiden sich die Geister. Davon abgesehen sollte Alkohol Tabu sein, wenn man die E-Scooter nutzt. » mehr

Parkverbot für Fahrräder

15.11.2019

Wie fahrradfreundlich ist Deutschland?

Es ist noch viel zu tun für den Ausbau des Radverkehrs. Für mehr Klimaschutz soll es aber nun mehr Geld geben, um die Infrastruktur zu verbessern. Und Radfahren soll sicherer werden. » mehr

Erstklässler

31.07.2019

Stets mit Fehlverhalten von Erstklässlern im Verkehr rechnen

Schulanfang nach den Ferien: Auch viele Erstklässler sind unterwegs. Für alle Verkehrsteilnehmer gilt deshalb: Augen auf und immer bremsbereit, denn die Kleinen sind auf der Straße noch nicht so sicher. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
30. 05. 2019
05:04 Uhr



^