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Mika Häkkinen gibt Fahrtipps für den Winter

Welche Tipps gibt der zweifache Formel-1-Weltmeister Mika Häkkinen für das Fahren in der kalten Jahreszeit? Als ehemaliger Rennfahrer rät Häkkinen vor allem zu Geschwindigkeit - und zwar einer langsamen.



Fahrtipps von Mika Häkkinen
Daumen hoch für die Sicherheit: Der ehemalige Formel-1-Weltmeister Mika Häkkinen gibt Tipps, wie Autofahrer auf Schnee und Eis unbeschadet ans Ziel kommen.   Foto: Sophia Kembowski

Von 1991 bis 2001 fuhr Mika Häkkinen insgesamt 161 Grand Prix in der Formel 1 und wurde 1998 und 1999 Weltmeister. Gemeinsam mit Michael Schumacher war er der erfolgreichste Formel-1-Pilot der späten 1990er Jahre.

Von 2005 bis 2007 fuhr er in der DTM für Mercedes. Im Interview gibt der 50-jährige Finne jetzt Autofahrern Tipps - besonders für die kalte Jahreszeit.

Mika Häkkinen, helfen Fähigkeiten eines Rennfahrers auch im täglichen Straßenverkehr?

Mika Häkkinen: Absolut! Auf jeden Fall! Es sind aber nicht nur die Fähigkeiten, sondern auch das Timing. Das Timing ist sehr wichtig. Was ich damit meine, ist: Wenn man im Verkehr auf der Straße fährt, kann man viel früher einschätzen, was passieren wird, links, rechts, vor und hinter dir. Damit kannst du schneller reagieren und dein Straßenauto in eine Position bringen, dass du keinen Unfall hast.

Gerade jetzt im Winter sind die Straßenbedingungen nicht immer einfach und vor allem oft sehr wechselhaft. Sie als Finne kennen schneebedeckte Straßen. Fahren Sie gerne im Schnee?

Häkkinen: Ja, ich persönlich mag es sehr. Es macht das Fahren zu einer größeren Herausforderung. Alles, was ich eben schon erwähnt habe, das Timing und aufmerksam sein, aufpassen, was um einen herum vorgeht, ist da noch wichtiger. Ich habe im Schnee großen Spaß. Aber es ist wichtig, dass man sich an die Tempolimits hält und gerade im Schnee nicht zu schnell fährt.

Was ist entscheidend im Winter, was sollte jeder Fahrer wissen und was sind die essenziell wichtigen Dinge?

Häkkinen: Wenn wir darüber reden, im Winter zu fahren, geht es vor allem darum, dass der Fahrer auf die Reifen und deren Zustand wie die Profiltiefe achtet. Die Reifen sind im Prinzip deine Lebensversicherung. Ganz wichtig auch, natürlich, egal wie die Straßenbedingungen sind, immer anschnallen!

Wenn du im Regen fährst, ist die Geschwindigkeit entscheidend. Man sollte auf keinen Fall schnell fahren, nicht beschleunigen, das ist supergefährlich. Denn wenn man im Regen einmal in Aquaplaning gerät, ist man nur noch ein Passagier. Egal wie gut du als Fahrer bist, du verlierst die Kontrolle. Also: nie zu schnell fahren!

Im Schnee sind auch wieder die Reifen extrem wichtig. Grundsätzlich gilt: Darauf achten, dass die Reifen nicht zu alt sind und die richtige Profiltiefe haben, und nicht zu schnell fahren. Auf Eis? Ähnlich. Auch da sind die Reifen entscheidend für deine Sicherheit. Ganz wichtig: Auf Eis nie plötzliche oder ruckhafte Lenkbewegungen oder Bremsmanöver machen. Fahre sanft und gleichmäßig, das reduziert das Unfallrisiko. Im Trockenen ist es einfacher, aber auch da sollte man immer aufpassen. Achte immer auf den Abstand zu anderen Autos.

Wenn ich auf Eis fahre, die Kontrolle verliere und mir das Heck ausbricht, das Auto sich dreht, was mache ich dann?

Häkkinen: Jede Situation ist anders. Ich empfehle vorzusorgen: Wenn ich gerade meinen Führerschein gemacht hätte und noch nicht so viel Erfahrung habe, auf Schnee und Eis zu fahren, würde ich zu einer Renn- oder Fahrschule oder zu einem Fahrsicherheitszentrum gehen. Dort lernt man genau, sein Auto unter Kontrolle zu halten. Denn unter extremen Bedingungen braucht man besondere Techniken, um das Auto auf Schnee, Eis oder rutschigen Bedingungen zu kontrollieren.

Wie kann ich mich am besten auf die winterlichen Bedingungen wie Schnee und Eis vorbereiten?

Häkkinen: Als erstes würde ich tatsächlich ein Fahrtraining für diese Bedingungen machen. Dort kann man auch individuelle Fragen stellen, lernen, wie man mit Lenkung, Bremsen und Gaspedal am besten umgeht, je nach Witterung und Straßenverhältnissen. Aber auch das ist ja nie gleich, auch Schnee ist nie gleich. Eines ist auf jeden Fall klar: Wenn du dir nicht ganz sicher bist, dann gehe lieber vom Gas, fahre langsam und nimm dir deine Zeit, damit du sicher ankommst.

Sie fahren nicht mehr aktiv in der Formel 1, sind aber noch immer viel unterwegs. Was machen Sie heutzutage?

Häkkinen:Ich bin Botschafter für verschiedene Firmen, damit verbringe ich sicher viel Zeit, um deren Business zu aktivieren. Im Oktober war ich zum Japan Grand Prix in Suzuka - dort habe ich zur Feier des 30-jährigen Jubiläums der Rennstrecke Ehrenrunden gedreht, es war gleichzeitig meine Jubiläumsfeier anlässlich meines ersten Formel-1-WM-Titels vor genau 20 Jahren. Dazu haben wir noch ein besonderes Foto als limitierten Druck für eine Benefizaktion zum 25-jährigen Jubiläum des «Flying Finn» vorgestellt. Auf dem Bild fliege ich in Adelaide 1993 mit meinem McLaren mit allen vier Rädern gut einen Meter über der Straße. Seitdem habe ich meinen Spitznamen «Der fliegende Finne».

Zur Person: Mika Häkkinen, geboren am 28. September 1968 in Vantaa (Finnland), ist Vater von fünf Kindern, verheiratet und lebt in Monaco. Zwischen 1991 und 2001 fuhr er 161 Formel-1-Grand Prix auf Lotus und McLaren und wurde 1998 und 1999 Weltmeister. Von 2005 bis 2007 fuhr er in der DTM für Mercedes. Mit zwei Geschäftspartnern hat er ein Start-up für eine Social Media Fan Club App gegründet. Im Fahrermanagement berät er heute seinen Landsmann Valtteri Bottas und ist Botschafter unter anderem für Hersteller von Sportwagen, Reifen und Hörgeräten.

Veröffentlicht am:
25. 01. 2019
10:24 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
25. 01. 2019
10:24 Uhr



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