Lade Login-Box.
Topthemen: 30 Jahre GrenzöffnungBlitzerwarnerVER Selb

 

Pflicht zum Spurhalten beim parallelen Abbiegen

Auf Straßen mit mehreren Bahnen biegen Autofahrer oft parallel ab. Dabei ist äußerste Vorsicht geboten. Denn im Fall eines Zusammenstoßes gilt das Gebot des Spurhaltens - vor allem beim Start vor der Ampel.



Oberlandesgericht München
Das Oberlandesgericht München hat entschieden: Wer nach einem Ampel-Start parallel abbiegt und einen Unfall baut, muss haften. Hierbei gilt das Gebot des Spurhaltens.   Foto: Inga Kjer

Biegen Autofahrer parallel ab, müssen sie in der Regel ihre Fahrspur halten. Wechseln sie auf die andere Spur, müssen sie das mit entsprechender Sorgfalt tun.

Der am weitesten rechts eingeordnete Fahrer hat keinen Vorrang. Im Einzelfall ist es sogar möglich, dass er alleine für Unfallfolgen haften muss. Das geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts München hervor, auf das der ADAC hinweist (Az.: 10 U 3025/17).

In diesem Verfahren ging es um zwei Autofahrer vor einer Ampel. Der eine wartete bei Rot auf der rechten Fahrspur, die Pfeile als reine Rechtsabbiegerspur auswiesen. Die andere Spur war sowohl für Geradeausfahrer als auch Rechtsabbieger frei. Bei Grün bog der rechte Autofahrer ab, wechselte aber auf die linke der beiden Spuren. Dort stieß er mit dem Auto neben sich zusammen, das ebenfalls rechts abgebogen war. Er hätte die freie Wahl der Spur gehabt, argumentierte der Fahrer ganz rechts. Der andere war der Ansicht, es sei das Gebot des Spurhaltens gegeben.

Letzteres sah das Gericht genauso. Ziel des parallelen Abbiegens sei, mehr Platz im Verkehrsraum zu schaffen. Es bestehe grundsätzlich kein Vorrang des am weitesten rechts eingeordneten Fahrzeugs, weil ansonsten die dazu ausgewiesene zweite Abbiegespur nur erschwert zum Abbiegen verwendet werden könnte. Autofahrer müssen die Spur daher mit der gleichen Sorgfalt wie sonst wechseln. Dagegen hatte der Beklagte verstoßen und bekam so die Alleinhaftung für den Unfall. Dem linken Rechtsabbieger sei kein Verstoß nachzuweisen, da er seine Fahrbahn nicht verlassen hatte.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
30. 03. 2018
05:17 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
ADAC Autofahrer Oberlandesgericht München
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Handy am Steuer

03.12.2019

Ist ein Umlegen des Handys während des Fahrens erlaubt?

Wer am Autolenkrad sein Handy nutzt, gefährdet nicht nur sich und andere, sondern riskiert auch Strafen und Punkte. Reines Hin- und Herlegen ist zwar erlaubt. In der Praxis gibt es jedoch Fallstricke. » mehr

Verkehrsschild: «Vorfahrt gewähren»

08.11.2019

Alleinhaftung trotz Vorfahrt bei zu hoher Geschwindigkeit

Ein Autofahrer ist innerorts mit über 100 km/h unterwegs. Nach einem Unfall fordert er von der gegnerischen Versicherung Schadenersatz, da er sich auf der Vorfahrtsstraße befunden hatte - mit Erfolg? » mehr

Abblendlicht im Tunnel immer an

05.11.2019

Reicht das Tagfahrlicht im Tunnel?

Geht es durch einen Tunnel, müssen Autofahrer das Licht anschalten. Doch welches ist das Richtige? » mehr

Blick auf eine Schilderbrücke

25.10.2019

Raserstrafe bei gesperrter Spur auch ohne Tempolimit möglich

Sogenannte Schilderbrücken können einzelne Fahrstreifen einer Autobahn sperren. Dort gibt es dann zwar kein Tempolimit mehr. Mit hoher Geschwindigkeit weiterzufahren, wird aber trotzdem teuer. » mehr

Radarfalle

01.10.2019

Einmonatiges Fahrverbot kann man nicht aufteilen

Wer sein Auto dringend braucht, möchte vielleicht ein vierwöchiges Fahrverbot in kürzeren Etappen antreten. Laut einem Urteil aus München geht das aber nicht. Mehr Spielraum gibt es bei der Frage, ab wann die Sanktionen ... » mehr

Führerschein weg

30.09.2019

Was man zum Abstinenznachweis wissen muss

Autofahren mit Alkohol oder unter Drogen kann den Führerschein kosten. Wer ihn zurückhaben möchte, muss bei der MPU mitunter seine Abstinenz nachweisen. Das geht über zwei Wege. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
30. 03. 2018
05:17 Uhr



^