Topthemen: Hofer Filmtage 2018HöllentalbrückenFall PeggyGrabung bei NailaKaufhof-PläneGerch

 

2,62 Promille Atemalkoholwert im Auto rechtfertigt MPU

Alkohol am Steuer ist und bleibt ein Vergehen. Dabei gelten die Testgeräte zur Atemalkoholmessung als genügend zuverlässig, um bei einem besonders hohen Wert eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) zu begründen.



MPU gerechtfertigt
Ein hoher Atemalkoholwert ist ein Verkehrsvergehen. Das gilt auch, wenn der Fahrer das Auto nicht bewegt.   Foto: Britta Pedersen

Ein Atemalkoholwert von 2,62 Promille rechtfertigt die Anordnung einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU). Das gilt auch, wenn bei den verwendeten Testgeräten ein Sicherheitsabschlag wegen möglicher Unschärfen berücksichtigt werden muss.

Ein so hoher Wert weise auf eine weit überdurchschnittliche Alkoholgewöhnung hin. Das zeigt ein Urteil des Verwaltungsgerichts Trier, über das die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) berichtet. Im verhandelten Fall hatten Fußgänger auf einem Parkplatz einen Mann reglos und unansprechbar in dessen Auto bemerkt. Die verständigte Polizei stellte einen Atemalkoholwert von 2,62 Promille fest. Daraufhin nahmen die Beamten ihm sowohl den Führerschein als auch die Fahrzeugschlüssel weg. Er sei Berufspendler und müsse am nächsten Tag zur Arbeit fahren, beschwerte sich der Mann.

Der Hinweis, dass er mit einem derart hohen Wert auch dann noch nicht fahren dürfe, beeindruckte ihn nicht. Die Fahrerlaubnisbehörde verlangte eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU). Da der Mann sich weigerte, entzog sie ihm die Fahrerlaubnis, wogegen er klagte.

Ohne Erfolg. Seine Argumentation, das verwendete sogenannte Vortestgerät sei zu unzuverlässig, ließ das Gericht nicht gelten. Diese zur Atemalkoholmessung verwendeten Geräte seien unter Berücksichtigung eines Sicherheitsabschlags ausreichend zuverlässig. Und die Messwerte seien hier nicht die Grundlage für den Entzug der Fahrerlaubnis, sondern die Basis für weitere Ermittlungsmaßnahmen wie der MPU gewesen (Az.: 1 K 10622/17.TR).

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
12. 07. 2018
09:51 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Alkohol am Steuer Fußgänger Führerschein Männer Parkplätze Polizei Verhandlungen Verkehrsrecht Verwaltungsgerichtshöfe
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Rote Ampel

06.10.2017

Nur zum Einfädeln rote Ampel überfahren: Fahrverbot

Wer über eine rote Ampel fährt, riskiert seinen Führerschein. Das gilt auch, wenn der Fahrer sich anschließend kaum von der Ampel entfernt. Dagegen wehrte sich ein Verkehrssünder, blieb damit jedoch ohne Erfolg. » mehr

Fußgänger haftet

05.10.2018

Fußgänger hat beim Überqueren der Straße Sorgfaltspflichten

Fußgänger müssen sich beim überqueren der Fahrbahn immer davon überzeugen, dass niemand kommt. Für den Zusammenstoß mit einem Auto trägt er sonst die Verantwortung. Das zeigt ein Urteil des Oberlandesgericht Düsseldorf. » mehr

Bundesverwaltungsgericht

12.10.2018

MPU für deutsche Fahrerlaubnis mit EU-Führerschein umgehbar

Bei Alkohol am Steuer droht in Deutschland auch EU-Bürgern eine Strafe. Allerdings können sie beim Umschreiben ihres ausländischen Führerscheins die sonst notwendige Medizinisch-Psychologische Untersuchung umgehen, wie e... » mehr

Landgericht Düsseldorf

23.03.2018

Schuldfähig nach Fahrerflucht trotz 3,27 Promille

Eine Autofahrerin verursacht einen Unfall - mit 3,27 Promille im Blut. Sie flüchtet, wird aber später gestellt. Vor Gericht geht es schließlich um Regressansprüche der Versicherung. Die Frau plädiert wegen des Alkoholwer... » mehr

Rettungswagen im Einsatz

28.08.2018

Autofahrer wegen Behinderung der Rettungskräfte verurteilt

In einer Kita bricht ein Junge zusammen. Rettungskräfte wollen das Kind wiederbeleben. Ein Pkw-Fahrer beschimpft sie, weil der Einsatzwagen sein Auto blockiert. Ein anderer Mann bewirft Helfer mit Böllern. Fälle, über di... » mehr

Parkplatz

06.04.2018

Fahrer haftet für sorgloses Aussteigen bei Parkplatz-Unfall

Viele Unfälle passieren auf Parkplätzen. Hektik und unvorsichtiges Verhalten sind meist die Ursache dafür. Ein Gerichtsurteil zeigt nun, dass auch ein unvorsichtiges Aussteigen bestraft werden kann. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
12. 07. 2018
09:51 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".