Lade Login-Box.
Corona Ticker
Topthemen: CoronavirusKommunalwahl 2020WohnzimmerkunstBlitzerwarnerHof-Galerie

 

Haftet Biker ohne Schutzhose bei Unfall zwangsläufig mit?

Motorradfahren ohne Schutzkleidung kann leichtsinnig sein. So ist bei einem Unfall mit schwereren Verletzungen zu rechnen. Doch trägt ein beteiligter Autofahrer daher weniger Verantwortung?



Harley-Fahrer
Für Motorradfahrer gilt lediglich eine Helmpflicht. Wer keine Schutzhose oder -jacke trägt, verletzt aber unter Umständen die Sorgfaltspflicht.   Foto: Axel Heimken

Bei einem Verkehrsunfall haftet ein Motorradfahrer nicht zwangsläufig mit, weil er keine Schutzkleidung getragen hat. Das zeigt ein Urteil des Landgerichts Frankfurt am Main (Az.: 2-015 118/17).

Jedoch sehen dies die Gerichte in Deutschland sehr unterschiedlich, so die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV), die auf das Urteil hinweist.

In dem in Frankfurt am Main entschiedenen Fall stürzte ein Harley-Davidson-Fahrer nach einer Kollision mit einem Auto. Er verletzte sich am Knie und zog sich am Bein eine Fleischwunde zu. Statt einer Motorradschutzhose trug er eine Stoffhose.

Der Mann klagte seine Ansprüche ein. Doch der Autofahrer war der Meinung, der Motorradfahrer müsse zumindest teilweise mithaften, weil er keine Schutzkleidung getragen hatte.

Das sah das Gericht anders. Zunächst sei für Motorradfahrer nur ein Schutzhelm gesetzlich vorgeschrieben. Allerdings könnte dennoch eine Verletzung der Sorgfaltspflicht vorliegen, hierfür müsste es aber ein allgemeines Verkehrsbewusstsein zum Tragen von Motorradschutzkleidung an den Beinen geben. Dies sei nicht der Fall. Der Biker habe außerdem nachvollziehbar erläutert, dass gerade Harley-Davidson-Fahrer ihre Motorräder eher zum Cruisen nutzen, also einen moderaten Fahrstil haben. Daher hafte der Autofahrer voll.

Die Verkehrsrechtsexperten des DAV weisen darauf hin, dass die Gerichte sich in diesen Fragen nicht einig sind. So beurteilten das Oberlandesgericht München und das Landgericht Heidelberg die Sachlage ähnlich wie das Landgericht Frankfurt am Main. Anderer Auffassung seien beispielsweise das Oberlandesgericht Brandenburg und das Landgericht Köln.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
19. 07. 2019
04:52 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Landgericht Frankfurt Landgericht Heidelberg Landgericht Köln Motorrad Motorradfahren Oberlandesgericht München Schutzhosen Verkehrsunfälle
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Autounfall

28.02.2020

Nicht angeschnallt: Mitverschulden nach Autounfall?

Wer unverschuldet Opfer eines Verkehrsunfalls wird, hat Anspruch auf Schadenersatz und Schmerzensgeld. Gilt das aber auch, wenn der Betroffene sich nicht angeschnallt hatte? » mehr

Verkehrsunfall

19.04.2019

Gilt bei einem Fahrradschaden die 130-Prozent-Regel?

Bei Verkehrsunfällen ist es gesetzlich geregelt, wie viel der Geschädigte für den Fahrzeugschaden abrechnen darf. Diese Regeln gelten auch für Fahrräder - aufgrund einer Entwicklung in den letzten Jahren. » mehr

Gerichtsurteil

13.03.2020

Zu hohes Tempo auf Vorfahrtsstraße führt zu Mithaftung

Wer die Vorfahrt eines Anderen missachtet hat, trägt in der Regel die Schuld an einem Unfall. Doch gilt das auch noch, wenn der andere auf der Vorfahrtsstraße zu schnell unterwegs war? » mehr

Justitia

20.03.2020

Unfallopfer steht Erstattung voller Werkstattkosten zu

Nach einer Auto-Unfallreparatur stehen Geschädigten nicht nur die Erstattung der Kosten für Arbeitsstunden und Material zu. Auch Posten wie Überführung oder Reinigung kommen hinzu - unter einer Bedingung. » mehr

Kollision beim Linksabbiegen

23.09.2019

Wer die Straße beim Linksabbiegen überquert, haftet mehr

Unfälle entstehen gerne beim Abbiegen. Aber wer hat hinterher Schuld? Die Frage ist nicht einfach zu klären - das beweist auch ein aktuelles Urteil: » mehr

Blaulicht

03.05.2019

Ohne Spuren am Heck kein Auffahrunfall

Wer einen Auffahrunfall reklamieren möchte, muss auch die entsprechenden Spuren am Heck seines Fahrzeuges nachweisen können. Ansonsten geht er leer aus, wie ein Gerichtsurteil zeigt. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
19. 07. 2019
04:52 Uhr



^