Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Jubiläumsgewinnspiel "75 Jahre Frankenpost"WohnzimmerkunstBlitzerwarnerCoronavirus

 

Autokäufer weiß um Dieselskandal - kein Schadenersatz

Seit 2015 ist der Dieselskandal im öffentlichen Fokus. Wer nach dem Bekanntwerden ein Auto mit Schummelsoftware kaufte, hat kaum Chancen auf Schadenersatz. Das zeigt eine Gerichtsentscheidung.



Dieselskandal
Seit 2015 ist der Dieselskandal im Fokus der Öffentlichkeit. Ein Kunde, der noch nach dessen Bekanntwerden zu einem Auto mit illegaler Abschalteinrichtung griff, hat keinen Anspruch auf Schadenersatz.   Foto: Julian Stratenschulte/dpa/dpa-tmn

Käufer von Dieselautos können sich im Zuge des Dieselskandals Hoffnungen auf eine Entschädigung machen. Wer das Auto aber kaufte, obwohl er von der verbauten Schummelsoftware wusste, erhält wohl keinen Schadenersatz.

Das zeigt ein Urteil des Oberlandesgerichts Dresden (Az.: 9 U 2067/18), auf das die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hinweist.

Der Fall: Im Juni 2016 kaufte ein Mann einen VW, der mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung ausgerüstet war. Zu diesem Zeitpunkt war der Dieselskandal seit mindestens einem halben Jahr bekannt - und ebenso die Tatsache, dass VW die Zulassungsvorschriften nur über ein Softwareupdate der Autos würde einhalten können.

Gericht erkannte keinen Anspruch

Der Käufer klagte dennoch auf Schadenersatz - ohne Erfolg. Denn das Gericht erkannte keinen Anspruch darauf. Zum Zeitpunkt des Kaufs habe das Fahrzeug zwar aufgrund der unzulässigen Abschalteinrichtung nicht den Zulassungsvorschriften entsprochen. Und der Verkäufer habe den Kunden auch nicht explizit darauf hingewiesen.

Doch war seit Ende 2015 - mindestens ein halbes Jahr vor dem Kauf - absehbar, dass letztlich keine Stilllegung der Fahrzeuge drohen würde. Denn durch ein Softwareupdate würde der Hersteller in der Lage sein, die Zulassungsvorschriften einzuhalten. Davon hätte der Mann gewusst - und kaufte trotzdem. So sei es ihm letztlich nicht darauf angekommen, ob das Auto vom Dieselskandal betroffen sei oder nicht.

Der Mann sei mit dem Kauf kein besonderes Risiko eingegangen. Diese Einschätzung hätten außerdem viele Käufer geteilt. Denn auch nach dem Bekanntwerden des Skandals seien davon betroffene Gebrauchtfahrzeuge weiterhin vielfach gekauft worden.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
21. 02. 2020
04:53 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Auto Autokäufer Diesel-Skandal Dieselautos Fahrzeuge und Verkehrsmittel Schummel-Software Skandale und Affären Software-Updates VW Verkehrsrecht
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Justitia-Statue

07.02.2020

Auto-Infotainment bedienen bei Tempo 200 ist grob fahrlässig

Auf den deutschen Autobahnen gibt es zwar kein generelles Tempolimit. Wer aber sehr schnell fährt und sich dabei auch noch ablenken lässt, muss nach Unfällen mithaften, wie ein Gerichtsurteil zeigt. » mehr

Autowaschanlage

10.01.2020

Halter haftet nicht bei Waschstraßen-Unfall

Wenn ein Auto auf einem Waschstraßen-Förderband stehenbleibt und einen Schaden verursacht, muss der Halter nicht dafür zahlen. Denn mit der Betriebsgefahr des Autos hat solch ein Unfall nichts zu tun. » mehr

Parkplatz

29.11.2019

Haftet Einparkender für Türunfall?

Nicht nur im fließenden Verkehr, auch auf Parkplätzen öffnen Autofahrer ihre Türen nur, wenn sie ganz sicher sind, niemanden zu gefährden - denn ansonsten kann es teuer werden. » mehr

Nummernschilder

27.11.2019

Auto mit Saisonkennzeichen: HU nach Winterpause nachholen

Manche Besitzer melden Fahrzeuge wie Wohnmobile, Motorräder oder Cabrios mit Saisonkennzeichen an - doch was müssen sie in der zulassungsfreien Zeit berücksichtigen? » mehr

Umweltzone

01.11.2019

Autofahrer müssen sich vorher informieren

Umweltzonen in den Innenstädten sind Tabu für Autos, die keine entsprechende Plakette aufweisen können. Über die Zonen müssen sich Autofahrer informieren, auch wenn sie über Umwege einfahren. » mehr

Abstand halten

18.10.2019

Assistenzsystem entlastet Autofahrer nicht

Wenn ich zu nah auffahre, wird der Abstandswarner schon blinken. Oder ist das die falsche Herangehensweise? Ein Gericht stellt klar: Solche Systeme entbinden Autofahrer nicht von ihren Pflichten. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
21. 02. 2020
04:53 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.