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Fiat Spider: Italienische Eröffnung

Zugegeben, den Winter über kann man gut mit dem Trend leben. Ordentlich Luft nach unten, gerne auch zwei getriebene Achsen und ein anständiges Dach über dem Kopf. Doch spätestens nach Ostern zählen andere Werte. Pure Lenkradfreude zum Beispiel, das wunderbare Gefühl, eines nur vorübergehend geschlossen Wagens - oder beides im klassischen Look des Fiat Spider.



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Einfacher war die italienische Eröffnung selten. Das Stoffverdeck lässt sich mit einer Hand nach hinten schubsen. Klaps drauf, fertig. Geht in unter drei Sekunden und sogar während der Fahrt. Und offen heißt dann offen. Den Wirbel im Nacken mindert allenfalls ein Windschöttchen, auf Weichei-Zubehör wie heiße Luft aus der Kopfstütze hat Fiat zum Glück verzichtet.

Vor gut 50 Jahren rollte der erste 124 Spider vom Band. Schon damals eine Augenweide. Ähnlich schwungvoll der Nachfolger, wenngleich der nicht mehr so recht aus Turin stammt, sondern eher aus Hiroshima. Doch dass Fiats Flachster in weiten Teilen ein Mazda MX-5 ist, tut der Freude keinen Abbruch. Am Ende ist der Spider ein klein wenig schicker und mit 24 990 Euro schlanke 2000 Euro teurer. Immerhin stammen Herz und Hülle aus bella Italia.

So surrt im Spider ein 1,4-Liter-Turbo mit 140 PS – bedeckt von einer schnittigen Haube, die wie den Vorgänger ab 1971 zwei Wölbungen zieren. Nicht, dass man sie bräuchte, aber es sieht schick aus. Und auch das Schwalbenschwanz-Heck erinnert an Pininfarinas schwungvollen Strich von 1966. Der Motor verlangt für flotte Fahrt nach Drehzahl und fleißiger Sortierung im Räderwerk. Die aber ist wegen kurzer Wege und exakter Führung echte Lust. Wer’s trotzdem nicht mag – Automatik gibt’s auch.

Das Fahrwerk ist ebenfalls italienischer Prägung. Mit deutlich veränderter Zug- und Druckstufe gegenüber den MX-5-Dämpfern – und so dynamisch abgestimmt, dass man in Turin eine Sonderausstattung "Sportfahrwerk" für unnötig erachtet. Und in der Tat lässt sich der Spider zusammen mit der angenehm straffen Lenkung sehr präzise über la strada zirkeln. Allzu viel Übermut bremst das sensible ESP frühzeitig, allerdings gibt es da links neben dem Lenkrad einen kleinen Schalter. Für den etwas heißeren Flirt…

Der macht deswegen so viel Spaß, weil der Fahrer beim Spider nicht nur im Zentrum steht, sondern fast genau auch sitzt. Ganz nahe beim Schwerpunkt. Für die hälftige Verteilung der Last ist der Motor hinter die Vorderachse gewandert. Mit Folgen: Für ein Handschuhfach blieb kein Platz, und die Handbremse musste zur Beifahrerseite weichen. Egal. Wer Raum braucht, soll Kombi fahren. Kernkompetenz beim Spider ist Freude.

Wer glaubt, es müsse noch knackiger gehen, schiele zum bösen Bruder, der im Zeichen des Skorpions 170 PS an die Hinterachse schickt. Dazu Sperre, große Bremse – fertig ist der aufgestachelte Spider. Auch der hat Tradition. 1972 debütierte der auch damals vom hauseigenen Ertüchtiger Abarth vorbereitete Fiat 124 als Gruppe-4-Auto im Rallyesport. Mit dickem Motor, Alu-Türen – und Dach wie Motorhaube aus Fiberglas.

Kleiner Wermutstropfen: 33 000 Euro muss man für den Abarth 124 Spider mindestens lockermachen. Serienmäßig gibt’s Haube und Heckdeckel in traditionellem Mattschwarz – auf Wunsch und ohne Aufpreis aber auch in Wagenfarbe.

Leider nicht für jedermann zu haben ist der offizielle Rallye-Nachfolger: mit 1,8-Liter-Turbo und satten 300 PS. Keine Straßenversion, heißt es bei Abarth. Wie schade…

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Wolfgang Plank

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Veröffentlicht am:
13. 04. 2018
13:45 Uhr

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13. 04. 2018
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