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Jeep Wrangler: Lader statt Hubraum

Man mag zum Diesel stehen wie man will - allgemein betrachtet ist das Image derzeit mindestens angeschlagen. Und so bietet Jeep auch für den neuen Wrangler wahlweise wieder einen standesgemäßen Benzinmotor. Zumindest, was die Leistung angeht. 270 PS gehen im Fanclub des Schlechtwegerichs ganz sicher durch, dass der alte 3,6-Liter-V6 einem geladenen Vierzylinder weichen musste, wird man dort eher mit erhobenen Augenbrauen quittieren.



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Allerdings dürfen selbst Raubeine entspannt bleiben. Das kerzengezündete Zwei-Liter-Aggregat kommt zwar nicht gänzlich ohne Turbomulde aus, verrichtet seinen Job aber zusammen mit dem achtstufigen Wandler souverän. Mit 400 Nm Drehmoment bei 3000 Umdrehungen ist es dem Vorgänger (347 bei 4300) sogar überlegen. Es gilt also weiterhin: Was im Zeichen der sieben Schlitze rollt, ist stets auch eine Ikone.

Dabei macht die vierte Wrangler-Generation auf dem Boulevard eine ebenso gute Figur wie im tiefen Schlamm und bewahrt selbst in schnellen Kurven einigermaßen Haltung. Schick dahinrollen lässt sich durchaus, echte Finesse geht mit zwei Starrachsen nun mal nicht. Obendrein späht Jeeps Härtester in tote Winkel und erkennt Querverkehr. Autonomes Fahren indes ist kein Thema. Hier lenkt der Chef noch selbst.

Abseits des Asphalts liegt das wahre Terrain des Wrangler. Schon in den Ausführungen "Sport" und "Sahara" meistert er selbst übelste Pfade, der "Rubicon" mit noch längeren Federwegen fährt gar noch da auf vier Rädern, wo man auf zwei Beinen an Grenzen stößt. Mehr als 25 Zentimeter Bodenfreiheit, 76 Zentimeter Wattiefe. Immun gegen jedes Ungemach. Allrad, Sperre, Kriechgang – fertig ist der Vortrieb. Für die ultimative Achsverschränkung lässt sich der vordere Stabi per Knopfdruck entkoppeln. Mit dem Wrangler ist nicht Ende Gelände – hier ist erst der Anfang.

Das klappt, weil der Wrangler traditionell auf einem Rahmen steht. Kotflügel, Motorhaube und Türen sind aus Alu, die Hecktür aus Magnesium. Gar nicht filigran geht’s untenrum zu: Massive Platten bewahren Automatik, Ölwanne, Tank und Verteilergetriebe vor Schaden. Und wer zu ziehen hat: Eineinhalb Tonnen nehmen die Zweitürer (4,33 Meter Länge) an den Haken, die viertürigen "Unlimited"-Modelle (4,88 Meter) sogar zweieinhalb.

Im Schaufenster steht der Benziner ab sofort. Es gibt ein bis zu sieben Zoll großes Cockpit-Display sowie einen bis zu 8,4 Zoll großen Touchscreen und selbstverständlich lassen sich Smartphones einbinden. Mindestens ebenso wichtig sind die pfiffigen Ablagen bis hin zum kleinen Werkzeugsatz zwischen den Vordersitzen. Sogar für die Schrauben der abnehmbaren Türen gibt’s Steckplätze – und: eine klapperfreie Aufnahme für den Schlüssel. Wenn doch nur mehr Hersteller so dächten ...

Vor allem aber ist im Wrangler ein Hebel noch ein Hebel und ein Schalter ein Schalter. Robust und doch raffiniert. Immerhin findet sich im fast senkrecht stehenden Armaturenbrett ein Startknopf. Selbstverständlich wetterfest. Und falls die ganze Kiste mal nass wird – Stöpsel im Fußraum raus, dann läuft alles schön ab.

Als Zweitürer "Sport" beginnt das rustikale Vergnügen wie beim Diesel bei 47 000 Euro, "Sahara" und "Rubicon" kosten 54 000 Euro. Die Viertürer sind jeweils 3000 Euro teurer. Serienmäßig bei allen Modellen ist so oder so das Gefühl, nichts und niemand könne den Wrangler aufhalten.

Autor

Wolfgang Plank

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Veröffentlicht am:
21. 06. 2019
15:00 Uhr

Aktualisiert am:
24. 06. 2019
17:14 Uhr

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