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Lexus ES: Zukunft des Rückblicks

Die Blicke der Anderen treffen sofort: Zwar gibt es den Lexus ES schon in siebter Generation - doch hierzulande fährt die Fünf-Meter-Limousine erstmals und entsprechend überraschend vor.



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Der eigene Blick indes geht öfters daneben. Am Anfang jedenfalls. Denn da, wo üblicherweise Außenspiegel sitzen, überrascht der ES 300h mit Kameras. Die zugehörigen Fünf-Zoll-Monitore finden sich an den A-Säulen. Und so schaut man besser zweimal hin – von außen wie von innen.

Das Ganze klingt nach Spielerei – hat aber am Lenkrad Vorteile. Weil das Kamerabild nur ein paar Grad neben der Sichtachse liegt, reicht eine kurze Augenbewegung. Dass man aus purer Gewohnheit Richtung Linse schaut, gibt sich bald. Abgeblendet wird automatisch, eine Heizung verhindert Blindheit – und beim Einparken weitet sich der Horizont. So pfiffig guckt kein Mensch. Und vermutlich ist es die Zukunft des Rückblicks.

Wer von draußen äugt, sieht schick schräges Blech. Beinahe schon wie ein Coupé. Wenn da nicht der schwer aggressive Zacken-Grill wäre. Womöglich aber ist diese Kombination, was sie bei Lexus "provokative Eleganz" nennen. Opfer jedenfalls fordert der frühe Abwärtsschwung nicht. Im Gegenteil: Die Beinfreiheit in zweiter Reihe sucht ihresgleichen und für den Kopf ist ebenfalls reichlich Platz. Immerhin findet unter den Hintersassen der Akku Raum. Und für 454 Liter Gepäck reicht es achtern auch noch.

Wer doch lieber vorne Platz nimmt, findet sich schmuck eingefasst hinter einem auf den Fahrer zugezirkelten Cockpit mit bis zu 12,3 Zoll großem Display. Ganz Ausdruck von Omotenashi, der in Japan traditionellen Gastfreundschaft. Ab Werk ist darum auch das Safety System+ an Bord. Damit bremst der ES 300 h bei Gefahr, hält artig Spur, Tempo und Abstand, erkennt Radfahrer am Tag – und Fußgänger sogar bei Nacht.

Unter der Haube jobbt ein 2,5-Liter-Vierzylinder, zu dessen 178 PS sich noch 120 aus einem E-Motor gesellen. Macht in Kombination leider bloß 218, reicht aber trotz 1,7 Tonnen für Tempo 100 in 8,9 Sekunden. Rein elektrisch geht’s allenfalls drei Kilometer weit, doch dank Stromes Hilfe hat der Benziner öfter Pause als man denkt. Die 4,5 Liter im Prospekt sind nicht zu schaffen, knapp über fünf aber kriegt man ohne Krampf im Bein hin.

Während die Lenkung höchst präzise reagiert, ist beim Fahrwerk Komfort der Maßstab. Dafür sorgen unter anderem zweistufige Dämpfer, die sensibel und beinahe sänftig reagieren. Wer es straffer schätzt – die Version F Sport verfügt nicht nur über optische Reize, sondern bewegt sich zudem auf einstellbaren Federbeinen samt 19-Zöllern.

Allerdings positioniert sich der ES 300h bei den klassischen Dienstwagen. Bestens geschirmt bietet er Schutz gegen den Lärm der Straße. Jedenfalls so lange, wie man ihm nicht volle Beschleunigung abverlangt. Dann nämlich lassen Motor und Automatik durchaus von sich hören. Also lieber gleiten, sparen und genießen. Bei Tempo 180 wäre ohnehin Ende.

Ab 47 326 Euro ist man dabei. Aber bloß mit der Basisversion, deren Anteil Lexus auf lediglich zwei Prozent veranschlagt. Realistischer sind die 53 272 Euro der "Executive Line", mit der man beheiz- und belüftbare Ledersitze und diverse Annehmlichkeiten mehr erwirbt. Die digitalen Spiegel indes setzen das Top-Modell (ab 62 680 Euro) voraus – und kosten auch dort noch 1950 Euro Aufpreis. Hingucker indes gibt’s ohne Aufpreis.

Autor

Wolfgang Plank

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Veröffentlicht am:
15. 08. 2020
11:45 Uhr

Aktualisiert am:
21. 08. 2020
11:38 Uhr

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