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Mazda C-5: Ritt in Ruhe

Eigentlich ist in Japan ja die Verbeugung üblich. Exakt in der Form und eher einen Moment zu lang als zu kurz. Keinesfalls schaut man seinem Gegenüber tief in die Augen. Das wäre beinahe schon ein Ausdruck von Aggression. Der neue Mazda CX-5 allerdings hält von fernöstlicher Zurückhaltung wenig. Im Gegenteil: Sein scharfer LED-Blick gilt unverhohlen dem Premium-Segment. Dort nämlich soll Mazdas Meistverkaufter die Erfolge seines Vorgängers fortsetzen. Mindestens.



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Das soll mit einem starken Auftritt gelingen, aber auch mit inneren Werten. Außen laufen alle Linien auf das wuchtige Heck zu, Sitze und die geräumige Umgebung locken mit ausgesuchtem Material und viel Liebe zum Detail. Und weil der gehobene Kunde gerne behaglich und in aller Ruhe fährt, lässt der neue CX-5 mit modernem Glas und viel Dämmung den Lärm da, wo er hingehört: draußen. Schwingende Kolbenbolzen minimieren das Klopfen der Dieselmotoren, und für weniger Strömungsgeräusche sind sogar die Scheibenwischer aus dem Luftstrom gewandert.

Je nach Ausstattungsvariante lässt sich Mazdas Mächtigster zudem mit allerlei Assistenten aufrüsten: für angemessenes Tempo zum Beispiel, den rechten Abstand oder gegen Ausfälle bei Müdigkeit. Auf Wunsch bringt der Wagen sich und den Fahrer wieder auf Kurs oder wirft den Anker, wenn eine Kollision droht. Dabei identifiziert er auch Fußgänger. Obendrein erkennt der CX-5 Verkehrszeichen und projiziert Infos.
Schick auf die Frontscheibe – oder nicht ganz so schick auf Plexiglas.

Sogar eine neue Top-Motorisierung haben die Entwickler in Fuchu dem CX-5 gegönnt. Der 2,5-Liter-Benziner leistet 194 PS und kommt – ab August – ausschließlich mit Allrad und Automatik zum Einsatz. Variable Hydrostößel halten bei Bedarf die Ventile geschlossen und legen mit Nummer eins und vier die Hälfte der Zylinder still – das spart Benzin. Geblieben ist der Zwei-Liter, der als Frontantrieb 165 PS leistet, in Kombination mit Allrad 160.

Beim Diesel beweist Mazda weiterhin Mut. Die halbe Auto-Welt hadert mit dem Öl-Einspritzer und seiner Entgiftung – und die Japaner kommen auch weiterhin ohne AdBlue auf Euro 6. Mit niedrigen 14:1 verdichtet das 2,2-Liter-Triebwerk nahe der Grenze, wo der in die heiße Luft gespritzte Sprit überhaupt noch zündet. Dafür verbrennt er kühler und setzt spürbar weniger Stickoxide frei. Großen Spaß macht die etwas stärkere Version, die souverän ihre 175 PS bereitstellt und kein bisschen murrt, wenn die Zahnrad-Paarung mal vom Ideal abweicht. Auf Wunsch hält Mazda auch eine Sechs-Stufen-Automatik bereit.

Schön für Freunde flotter Fahrweise: Das System G-Vectoring Control verringert beim Einlenken für einen Wimpernschlag das Drehmoment. Eine Art künstliches Anbremsen, das im rechten Moment etwas mehr Gewicht auf die Vorderachse schiebt und so für mehr Grip und Traktion sorgt. In Verbindung mit der präzisen Lenkung, dem angenehm straffen Fahrwerk und den bissigen Bremsen ist das richtig sportlich. Nimmt man noch die schön geformten Sitze dazu, stellt sich tatsächlich das Gefühl von "Jinba Ittai" ein, wie sie bei Mazda die Einheit von Ross und Reiter nennen.

Der Einstieg in den neuen Mazda CX-5 beginnt bei 24 990 Euro für den Benziner mit Frontantrieb und Schaltgetriebe. Der Diesel startet bei 27 090 Euro, und mindestens 37 990 Euro muss anlegen, wer in der Top-Version – und damit serienmäßig mit Allrad und den großen Aggregaten – unterwegs sein will.

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Wolfgang Plank

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Veröffentlicht am:
26. 05. 2017
13:15 Uhr

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