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Mazda M-5: Her mit den Kurven!

Es wäre jede Menge Zeit gewesen für offenes Vergnügen. Ein Sommer wie für Cabrio-Fans ersonnen - und ausgerechnet jetzt, da das Ende naht, bringt Mazda seinen Kult-Klassiker MX-5 mit mehr Dampf. Und sauberer obendrein. Man muss schon mit der inneren Ruhe eines Zen-Meisters gesegnet sein, um da nicht nervös auf den Wetterbericht zu schielen.



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Genau das nämlich war es, was dem kleinen Flitzer noch gefehlt hat – ein Hauch mehr Druck. Okay, beim 1,5-Liter-Motor (132 PS) ist nur ein PS dazugekommen, beim Zwei-Liter (184 PS) aber sind es stolze 24. Doch nicht nur pure Kraft macht das erstarkte Modell zur ersten Wahl. Es verlässt das Band obendrein mit größeren Bremsen und Sperrdifferenzial. Dass Mazda die Höchstdrehzahl auf 7500 angehoben hat, passt dazu. Wenn schon Spaß, dann richtig. Her mit den Kurven!

Die Fahrfreude geht – im Wortsinn – ganz leicht. Viel Aluminium, gelochte Profile, sogar bei den Radschrauben gibt es nur vier statt fünf. Am Ende steht da ein Flitzer mit gerade mal 1100 Kilo. Heckantrieb, straffes Fahrwerk, feines Getriebe – fertig ist das Lenk­radvergnügen.

Vor allem auch, weil der Fahrer nicht nur im Zentrum steht, sondern fast genau dort sitzt. Weit in der Mitte, tief und nah am Schwerpunkt. Von den Sportsitzen im doppelten Sinne ergriffen, stellt sich schnell ein, was sie bei Mazda "Jinba Ittai" nennen – das Gefühl der Einheit von Ross und Reiter. Umso mehr, da sich das Lenkrad endlich auch längs verschieben lässt.

Optisch bleibt alles wie gehabt: Das Blech bedeckt gerade noch die Räder, schon die Bezeichnung Überhang wäre vermessen. Die Heckleuchten sind an der innersten Grenze dessen, was erlaubt ist, und vorne wird’s so flach, dass allein noch LED-Licht helfen konnte. Hauptsache kompakt. Wo sonst wäre man stolz darauf, in vierter Generation den kleinsten Innenraum der Baureihe zu präsentieren? Sogar das Handschuhfach musste weichen.

Doch all das wäre nur der halbe MX-5. Richtig Laune kommt erst obdachlos auf. Das Stoffverdeck lässt sich mit einer Hand entriegeln und nach hinten schubsen. Geht in drei Sekunden und sogar während der Fahrt. Mindestens ebenso pfiffig aber ist die ganzjährige Option: feste Blechkuppel – und doch wahlweise Luft nach oben.

Haben sie sich bei Mazda auch gedacht – und dem bemützten MX-5 eine Klappdach-Version namens RF an die Seite gestellt. Und wo, wenn nicht in Origami-Land, säßen die Großmeister jener Kunst, ein dreiteiliges Deckengewölbe ohne Kofferraum-Verlust in ein winziges Zweisitzer-Heck hineinzufalten? Damit nicht genug: Nach der elektrischen Versenkung schieben sich die schrägen Dachpfeiler wieder zurück und bewahren eine Silhouette, die an eine Corvette aus den 1970er-Jahren erinnert.

Auch der neue Motor fordert Drehzahl und also beherztes Eingreifen im Zahnräderwerk. Das aber ist wegen kurzer Wege, exakter Führung und schöner Abstufung der Gänge eine Lust. Zwar ist für den RF auch eine Automatik im Angebot – aber stilecht verlangt so ein Frechflitzer nun mal nach echter Handarbeit.

Ein Renner war der MX-5 aber auch stets, weil er großen Spaß für kleines Geld bot. Nicht zuletzt deshalb fanden mehr als eine Million Exemplare einen Käufer – um die 120 000 davon in Deutschland. Erfolgreicher ist bis heute kein Roadster. Auch mit Touchscreen und Helferlein bleibt Mazda dieser Philosophie treu. Den kleinen MX-5 gibt’s schon ab 22 990 Euro, den großen ab 27 790. Mit heißem Blechdach sind 2600 Euro mehr fällig.

Wer gerne verreist, sei übrigens gewarnt: Große Sporttasche oder zwei Mal Handgepäck – schon ist voll unter der Ladeluke. Wer Platz braucht, muss Kombi fahren. Leider auch bei Sonne . . .

Autor

Wolfgang Plank

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Veröffentlicht am:
07. 09. 2018
12:15 Uhr

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07. 09. 2018
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