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Mazda M-5 RF: Im Falten-Reich

Zugegeben: Aktuell ist offen zu fahren eher keine erstrebenswerte Art der Fortbewegung. Noch nicht einmal mit Schal und Mütze. Doch schon in ein paar Wochen wäre es dann doch wieder schick, den Wagen ein wenig zu öffnen. Noch besser als das Stoffverdeck indes wäre die ganzjährige Option: feste Blechkuppel - und doch wahlweise Luft nach oben. Haben sie sich bei Mazda in Japan auch gedacht - und dem bemützten MX-5 eine Klappdach-Version namens RF an die Seite gestellt.



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Und wo, wenn nicht in Origami-Land, säßen die Großmeister jener Kunst, ein dreiteiliges Deckengewölbe ohne Kofferraum-Verlust in ein winziges Zweisitzer-Heck hineinzufalten? Doch damit nicht genug: Nach der elektrischen Versenkung schieben sich die schrägen Dachpfeiler wieder zurück und bewahren eine Silhouette, die an eine Corvette aus den 1970er-Jahren erinnert.

Wie sein gänzlich offener Bruder beweist der RF, dass Fahrfreude - im Wortsinn - ganz leicht geht. Viel Aluminium, gelochte Profile, sogar bei den Radschrauben gibt es nur vier statt fünf. Am Ende steht da ein Flitzer, der gerade mal 1100 Kilo wiegt, und sich mit 160 PS aus zwei Litern deshalb zügig bewegen lässt. Heckantrieb, straffes Fahrwerk, Sperrdifferenzial und ein feines Getriebe - fertig ist das Lenkradvergnügen.

Vor allem auch, weil der Fahrer nicht nur im Zentrum steht, sondern fast genau dort sitzt. Weiter in der Mitte, näher am Asphalt. Auf jeden Fall tief und nahe beim Schwerpunkt. Von den wunderbar geformten Sportsitzen im doppelten Sinne ergriffen, stellt sich schnell ein, was sie bei Mazda fernöstlich-traditionell "Jinba Ittai" nennen - das Gefühl der Einheit von Ross und Reiter.

Das Blech bedeckt beim Mazda MX-5 RF gerade noch die Räder, schon die Bezeichnung Überhang wäre vermessen. Die Heckleuchten sind an der innersten Grenze dessen, was erlaubt ist, und vorne wird's so flach, dass allein noch LED-Licht helfen konnte. Hauptsache kompakt und keinen Millimeter größer als nötig. Dass sogar das Handschuhfach geopfert wurde, wird Puristen ohnehin nicht stören.

Allerdings fordert der RF Drehzahlen jenseits von 3000 und in der Folge beherztes Eingreifen im Zahnräderwerk. Das aber ist wegen extrem kurzer Wege, exakter Führung und einer vorbildlichen Abstufung der Gänge eine Lust. Zwar ist erstmals für einen MX-5 in Europa auch eine Automatik im Angebot - aber stilecht verlangt so ein Frechflitzer nun mal nach echter Handarbeit.

Die Lenkung ist nur um die Mittelstellung ein wenig gefühllos, durch Kurven jedoch lässt sich der MX-5 RF sehr präzise zirkeln. Federn und Dämpfer sind straff und in der Version "Sports-Line" auf extra Fahrfreude getrimmt. Allzu viel Übermut bremst das sensible ESP frühzeitig; allerdings gibt es da links neben dem Lenkrad einen kleinen Kippschalter ...

Ein Renner war der MX-5 aber auch stets, weil er großen Spaß für kleines Geld bot. Nicht zuletzt deshalb fanden in mittlerweile vier Generationen mehr als eine Million Exemplare einen Käufer - erfolgreicher ist bis heute kein Roadster. Aber auch mit Touchscreen über der Mittelkonsole und beheizbaren Ledersitzen bleibt Mazda seiner Preis-Philosophie treu. 29 890 Euro kostet der Basis-RF, das sind 2700 Euro mehr als mit Stoffverdeck. In der Version Sports-Line werden 32 090 Euro fällig. Wer gerne verreist, sei jedoch gewarnt: Große Sporttasche oder zwei Mal Handgepäck - schon ist voll unter der Ladeluke. Im Grunde ist der MX-5 RF einfach zum Spaß da. Aber man kann ja nicht immer nur vernünftig sein ...
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Wolfgang Plank

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Veröffentlicht am:
27. 01. 2017
15:15 Uhr

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