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Mehr Blitz als Donner - Opel kehrt zurück

Die Opel-Welt wird neu konfiguriert – als Mix aus PSA-Plattformen und deutscher Ingenieurskunst



"Die Opel-Welt wird gerade neu konfiguriert", sagt Entwicklungschef Christian Müller.   » zu den Bildern

Im Zeichen des Blitzes zu arbeiten, war in den vergangenen Jahren tatsächlich ein Symbol für schweres Wetter. Im Verbund mit GM sah man keine Sonne – und nach dem Verkauf an den PSA-Konzern zunächst nur wenig. Doch nun macht sich so etwas wie vorsichtiger Optimismus breit. Glaubt man den Stimmen aus Rüsselsheim, klart es langsam auf.

"Die Opel-Welt wird gerade neu konfiguriert", sagt Entwicklungschef Christian Müller. Und eben nicht mit einem Kaltstart, weil es gemeinsame Entwicklungen mit Peugeot und Co. schon seit 2012 gibt. Unabhängig von der kartographischen Entfernung sei man Paris darum heute schon näher als Detroit.

Investitionen an allen Standorten soll es geben. Immerhin hat man sie wohl auch bei PSA als Wiege und Rückgrat der Marke Opel erkannt. In Eisenach soll ab 2019 der Grandland X gebaut werden und obendrein die Hybrid-Variante. In einem zweiten Schritt werden Kaiserslautern und Rüsselsheim gestärkt. Wichtig für die Beschäftigten: Keine betriebsbedingten Kündigungen bis 2023.

Im Engineering Center Rüsselsheim werde das Beste aus zwei Welten vereint, verspricht Müller: moderne modulare Plattformen von PSA mit deutscher Ingenieurskunst. Alle Opel werden künftig dort entwickelt. Dazu alle leichten Nutzfahrzeuge der PSA-Gruppe – mit dem Vivaro 2019 als Auftakt.

Für typische Opel-Stärken hält man die Erfahrung mit sportlichen Fahrwerken und Matrix-Licht, die Expertise bei zertifizierten Sitzen, das Know-how bei der Brennstoffzelle – und aus teils leidvoller Erfahrung die Kenntnisse bei der Anpassung von Fahrzeugen für den US-Markt. Insgesamt sind in Rüsselsheim 15 Kompetenzzentren geplant.

Von wenigen – und sehr teuren – Ausnahmen abgesehen, entstehen Autos heute im Baukasten-System. Mit verschiedenen Spurweiten, Radständen, Karosserien und Cockpits auf derselben Fertigungslinie. Aktuell basieren alle Pkw und die meisten leichten Nutzfahrzeuge von PSA auf nur mehr zwei Plattformen. Früher waren es neun. Das senkt die Entwicklungskosten um bis zu 50 Prozent. Auch die Zahl der Motoren-Familien schrumpft von zehn auf vier. Weiterer Vorteil der Gleichteile-Strategie: Die
Komponenten-Werke werden besser ausgelastet.

Auf der Plattforma für das B- und C-Segment entsteht gerade die nächste Generation des Opel Corsa, der 2019 seine Weltpremiere feiern wird. Auf der größeren für das C- und D-Segment wurden bereits der Grandland X und der Hochdach-Kombi Combo Life entwickelt. Trotz gemeinsamer Basis soll aber gewährleistet bleiben, dass sich ein Opel wesentlich von Modellen der Marken Peugeot, Citroën und DS unterscheidet. Optisch sowieso, aber eben auch durch unterschiedliche Abstimmung.

Kern des Strategie-Planes ist die Elektrifizierung der Opel-Palette. Auf der kleinen Plattform entstehen daher künftig auch reine E-Fahrzeuge, auf der großen die Plug-in-Hybriden. Ab 2020 soll es vier elektrifizierte Baureihen geben. Zudem wird Opel weiter an der Brennstoffzelle arbeiten.

Weit oben steht aber auch künftig die Optimierung der Verbrenner, insbesondere der Dieselmotoren. So trägt Rüsselsheim die technische Verantwortung für die nächste Generation an Benzinmotoren für alle Marken der Groupe PSA. Die Vierzylinder werden auf den gemeinsamen Einsatz mit E-Motoren hin optimiert und sollen 2022 fertig sein.

Gut möglich also, dass man mit dem Blitz bald wieder etwas anderes verbindet als Unwetter: Spannung zum Beispiel.

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Wolfgang Plank

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Veröffentlicht am:
28. 06. 2018
13:30 Uhr

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28. 06. 2018
13:30 Uhr



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