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Opel Astra: Verlier’ die Vier

Angesichts der immer strengeren Abgas-Normen lautet das Bekenntnis bei Opel: Wir zahlen keine Strafen. Und also treiben Opels Kompakten künftig ausschließlich Drei-Topf-Turbos.



Der 1,2-Liter-Benziner liefert 110, 130 und 145 PS, was den Astra nicht zum Renner macht, aber ordentlich am Rollen hält.   » zu den Bildern

 

Im Zeichen des Blitzes zu arbeiten, war lange Zeit tatsächlich ein Symbol für schweres Wetter. Im Verbund mit GM sah Opel keine Sonne – und nach dem Verkauf an den PSA-Konzern zunächst nur wenig. Doch nun macht sich mit den ersten Gewinnen so etwas wie Optimismus breit. Glaubt man den Stimmen aus Rüsselsheim, klart es langsam auf.

Ein wenig aber müssen sie beim Blick in die Zukunft noch zurückschauen. Mit Insignia und Astra sind schließlich zwei Modellreihen im Programm, die noch nicht auf französischen Federbeinen stehen. Für die letzten zwei, drei Jahre Astra gibt’s sogar komplett neue Motoren. Und zwar eigene. Die waren nämlich schon entwickelt, bevor die Ehe mit PSA geschlossen wurde.

Angesichts der immer strengeren Abgas-Normen lautete das Bekenntnis schon damals: Wir zahlen keine Strafen. Und also treiben Opels Kompakten künftig ausschließlich Drei-Topf-Turbos. Sogar beim Diesel. Klingt, als hätten sie im Hexen-Einmaleins geblättert. Verlier’ die Vier, heißt es da – und Drei mach gleich, so bist Du reich.

Selbstverständlich geht es ohne Hokuspokus. Der 1,2-Liter-Benziner liefert 110, 130 und 145 PS, was den Astra nicht zum Renner macht, aber ordentlich am Rollen hält. Zumal das Sechs-Gang-Schaltgetriebe mit gut gewählten Zahnrad-Paaren prima hilft. Wer lieber sortieren lässt – dem offeriert Opel einen 1,4-Liter mit 145 PS,
dessen stufenlose Automatik höchst angenehm überrascht. Den sonst üblichen Gummiband-Effekt haben sie in Rüsselsheim auf ein wirklich angenehmes Maß heruntergetrimmt.

Diesel-Fahrer müssen sich weit nach unten orientieren. Werkelten in der Vorgänger-Baureihe noch bis zu 195 PS, muss man sich nun mit 105 und 122 aus 1,5 Litern begnügen. Auch die reichen überall hin – und geringerer CO2-Ausstoß kommt halt nicht von Nichts. Dafür versöhnt beim stärkeren Triebwerk eine supersanfte Neun-Stufen-Automatik.

Außen herum gab’s ein wenig Retusche. Die macht den 4,37 Meter langen Astra (Sports Tourer: 4,70 Meter) schicker, vor allem aber zum Primus in Sachen Windschlüpfigkeit. Dafür sorgen auch Klappen im Grill, die sich erst öffnen, wenn Kühlluft gebraucht wird. Eher an höherklassige Modelle erinnert die beheizbare Frontscheibe für 210 Euro Aufpreis. Ganz sicher Premium sind die 1450 Euro teuren LED-Matrix-Leuchten. Sie stechen gleißendes Weiß in
die Nacht – und schneiden klug aus, was blenden würde.

Innen hat’s vorne wie hinten auskömmlich Platz – und zwei von drei Kunden werden traditionell die zertifizierten AGR-Sitze ordern, die auf Wunsch auch wärmen, kühlen und massieren. Hinter der Bestuhlung ist Platz für 370 bis 1210 Liter Gepäck (Sports Tourer: 540 bis 1630). Wer es sich leisten kann und mag: Das große Navi verfügt über einen Acht-Zoll-Touchscreen und lässt sich auch per Sprachsteuerung bedienen. Hübscher Kollateralnutzen des Top-Infotainment-Systems ist ein digitales Instrumenten-Kombi.

Auch am Fahrwerk haben die Ingenieure geschraubt und eine zahm-sportliche Abstimmung gefunden. Für Freunde der strafferen Auslegung ist Härteres mit direkterer Lenkung und agilerer Hinterachse im Angebot.

Los geht’s ab 19 990 Euro, wahrer Komfort – samt Assistenz per Frontkamera – beginnt bei etwa 25 000 Euro, und für "Astra mit allem" ruft Opel ab 35 725 Euro auf (Sports Tourer jeweils 1000 Euro mehr). Eine letzte Chance – der nächste Astra fährt dann schon unter der Trikolore…

Bei unseren Recherchen erhalten wir Unterstützung von Herstellern und Agenturen. Dies hat keinen Einfluss auf den Inhalt der Berichterstattung.

Autor

Wolfgang Plank

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Veröffentlicht am:
17. 10. 2019
20:15 Uhr

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