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Porsche: Am Anfang war der Akku

Ein wenig seltsam klingt es schon: Nach gut 130 Jahren mit diversen Kolbenmotoren soll der Automobilbau sich jetzt bitte ganz schnell dahin entwickeln, wo er einst seinen Anfang nahm. Richtung Elektroantrieb. So jedenfalls hat es die Politik beschlossen. Die Zukunft gehört Plus und Minus.



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Im Hause Porsche hat Spannung lange Tradition. Selbstverständlich wegen zahlloser Renn-Erfolge – vor allem aber, weil der spätere Firmengründer zu Beginn seiner Karriere eifrig an E-Autos tüftelt. Im Jahr 1900 entwickelt Ferdinand Porsche beim Wiener Kutschenfabrikanten Lohner einen Wagen mit Benzin- und Elektro-Antrieb. Eines der ersten Hybrid-Modelle überhaupt. Der Zeit um 100 Jahre voraus, wie man heute weiß. Erst dann folgen Jahrzehnte des Verbrennungsmotors. Vorrangig des Heck-Boxers.

Die Rückkehr Richtung Zukunft beginnt so richtig mit dem Panamera. Seit Beginn der Zwangsbeatmung markiert stets der Turbo S das Top-Modell einer Baureihe. Mit dem Turbo S E-Hybrid trägt erstmals ein Doppelherz-Porsche die legendäre Bezeichnung. Und wer von 2015 bis 2017 dreimal in Folge Le Mans gewonnen hat, weiß um die Symbiose von Sprit und Strom.

Aber sie wagen in Zuffenhausen auch den letzten Schritt: Nicht ein E-Auto bauen, auf dem Porsche steht – sondern einen Porsche mit Elektroantrieb. Die Seele der Marke in ein neues Zeitalter bringen, sagt Baureihenleiter Dr. Stefan Weckbach. Das verpflichtet: Zu 7:42 Minuten auf der Nordschleife – und zu 450 Kilometern Reichweite. Getrennt voneinander, versteht sich.

Anders als jeder Porsche vor ihm zieht der Taycan Turbo S alle Kraft aus einem Akku-Pack im Boden. 625 PS im Normalfall, stolze 760 im Overboost. Macht bis zu 1050 Nm Drehmoment und Tempo 260. Werte, die nur theoretisch beschreiben können, was sich tatsächlich tut, wenn man rechts unten auf dieses Pedal tritt, das ja keines des Gases mehr ist. Wer glaubt, elektrisch zu fahren mache keinen Spaß, sollte dringend umdenken.

All das und mehr kann man noch bis 1. November im Volkswagen Group Forum beäugen. Mitten in Berlin, wo sich Unter den Linden und Friedrichstraße kreuzen. Täglich von 11 bis 18 Uhr und bei freiem Eintritt. Eine Sonderausstellung für Freunde sich schnell drehender Räder – aber auch für Menschen, die Spaß an Elektromobilität haben. "Wir hüten ja nicht bloß die Vergangenheit", sagt Achim Stejskal, Leiter des Porsche Museums.

Außer um den Mythos der Marke, den Pioniergeist und die Vision von klimaneutraler Mobilität geht es deshalb auch um Reichweite, Rekuperation und Ladesäulen. Dynamisch wird es – Porsche-stilecht – an einer "Carrera"-Bahn. Wer da schnell sein will, muss ordentlich in die Pedale treten. Strom für den Taycan entsteht schließlich auch nicht von selbst.

Zu sehen gibt es unter anderem das original Rekord-Auto, einen Erlkönig aus den Langstrecken-Tests mit zur Tarnung aufgeklebten Endrohr-Attrappen sowie ein aufgeschnittenes Modell. Gleich daneben warten das Showcar der Formel E sowie ein Rennsimulator. Fehlt eigentlich nur der 919 Hybrid evo. Jener leicht umgebaute Le-Mans-Prototyp, mit dem Timo Bernhard vor zwei Jahren 5.19,55 Minuten in den welligen Asphalt der Nordschleife brannte – die schnellste Rundenzeit, die je am Ring gefahren wurde. Seither gehört auch hier die Zukunft dem elektrifizierten Auto…

Autor

Wolfgang Plank

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Veröffentlicht am:
24. 07. 2020
11:15 Uhr

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24. 07. 2020
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