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Potz Blitz

Der neue Corsa ist viel Peugeot - wo’s drauf ankommt aber ganz Opel. Strom und Sprit gibt’s unter demselben Blech.



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Im Zeichen des Blitzes zu arbeiten, war lange Zeit tatsächlich ein Symbol für schweres Wetter. Im Verbund mit GM sah Opel kaum Sonne – und nach dem Verkauf an den PSA-Konzern zunächst nur wenig. Doch nun macht sich mit den ersten Gewinnen vorsichtiger Optimismus breit. Glaubt man den Stimmen aus Rüsselsheim, klart es auf. Langsam, aber beständig.

Weisen wird sich die nahe Zukunft auch und vor allem am Corsa. Er ist mit knapp 14 Millionen verkauften Exemplaren in 37 Jahren Bestseller und Markenbotschafter gleichermaßen. Wäre ihm in sechster Generation kein Erfolg beschieden, zöge mehr herauf als ein Tiefausläufer. Doch die Vorhersage sieht gut aus, weil er den Blitz nicht mehr bloß im Logo trägt. Erstmals gibt es ihn auch in einer reinen Batterie-Variante mit 136 PS und einer Reichweite von stolzen 330 Kilometern – allerdings erst im Frühjahr.

Wer bis zum Corsa-e nicht warten mag – Opels Populärster bietet zum Marktstart auch Motoren ohne Wicklung und damit breite Auswahl unter ein und demselben Blech. Nicht mal beim Laderaum gibt’s Unterschiede. Das ist schick für die Kunden – und erlaubt dem Hersteller, flexibler auf den noch immer schwer zu schätzenden Elektro-Anteil zu reagieren.

Im Angebot sind ein 1,2-Liter-Dreizylinder mit mauen 75 PS und Fünf-Gang-Schaltgetriebe, den es zum Glück aber auch mit auskömmlichen 100 PS samt einem Zahnrad-Paar mehr sowie spritzigen 130 PS gibt. Da ist dann auch stets die sanft sortierende Acht-Stufen-Automatik samt Schaltwippen mit dabei, in der mittleren Version gibt es sie auf Wunsch.

Auch der Selbstzünder hat bei Opel noch eine Heimstatt. Als 1,5-Liter-Vierzylinder mit 102 PS verrichtet er seinen Job prima und ohne groß von sich hören zu lassen. Und egal welcher Motor – glatter Unterboden, Spoiler und elektronisch gesteuerte Lufteinlässe machen den Corsa mit einem cw-Wert von 0,29 zum Windschlüpfer. Alles mit Blick auf den Verbrauch: Darum hat er im Vergleich zum Vorgänger auch zwei Zentner abgespeckt, allein die Karosse bringt gute vierzig Kilo, die Dreizylinder nochmal zwölf und weitere zehn die Sitzkonstruktion. In Summe schafft es die Basis-Version sogar unter die Marke von einer Tonne. Das ist in heutiger Zeit durchaus eine Ansage.

Mit 4,06 Metern Länge bleibt der neue Corsa übersichtlich, das Dach verläuft schick wie bei einem Coupé und liegt fast fünf Zentimeter niedriger als beim Vorgänger. Besonders erfreulich: Opels Jüngster ist nicht bloß ein Zwilling des Peugeot 208, sondern überzeugt mit eigens gefälteltem Blech und einem Heck im Stil des Astra. Womöglich nicht ganz so frech wie der Löwen-Look – aber eben das, was Opel Chef Michael Lohscheller "mehrheitsfähig" nennt. Einzig die Frontscheibe ist identisch.

Auch innen ist der Corsa ganz Opel – mit bis zu zehn Zoll großem Touchscreen, schönen traditionellen Armaturen und ohne das aufgesetzte und gewöhnungsbedürftige i-Cockpit à la France. Vorne geht’s erstaunlich geräumig zu, auf Wunsch sogar auf Leder und mit Massage-Funktion, zertifizierte AGR-Sitze indes finden sich nicht mehr. Hintersassen bleibt genug Raum für Kopf und Knie, allerdings erfordert der Einstieg in zweiter Reihe etwas Demut vor dem Design. Das Gepäckfach fällt mit 309 Litern ordentlich aus, mit geklappten Rücklehnen sind’s immerhin knappe 1100.

Mag der Corsa im Vergleich zum Peugeot der optisch Bodenständigere sein, in Sachen Fahrwerk jedoch ist er spürbar sportlicher. Da haben sie im Rüsselsheimer Entwicklungszentrum einen verdammt guten Job gemacht. Womöglich meint Lohscheller auch das, wenn er davon spricht, Opel sei noch nie so deutsch gewesen.

Schon in der Grundversion bremst der Corsa auch für Fußgänger, hält Spur und Tempo und erkennt Verkehrszeichen. Gegen Aufpreis gibt’s weitere Assistenz – vor allem aber LED-Matrix-Leuchten. Sie liefern bugwärts hellstes Licht und schneiden klug aus, was blenden würde.

Los geht’s ab 13 990 Euro für den kleinsten Benziner, der aber ohne Klimaanlage nur für hartnäckige Komfortverächter taugt. Auskömmlich ist man ab etwa 18 000 Euro unterwegs – und für den Corsa GS Line mit 130 PS ruft Opel ab 23 340 Euro auf. Das ist dann fast genau der Preis, für den man dank der erhöhten Prämie von 6000 Euro in einen Corsa-e steigen kann.

Dort muss man zwar auf Sportsitze, Alu-Pedalerie und schwarzen Dachhimmel verzichten – tieferer Schwerpunkt, mehr Leistung und bessere Beschleunigung jedoch dürften einiges davon aufwiegen. Ein bisschen Zeit zum Grübeln bleibt ja noch ...

Autor

Wolfgang Plank

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Veröffentlicht am:
29. 11. 2019
16:35 Uhr

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