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90 Tage Aufschub für einen Teil der Maßnahmen gegen Huawei

Die US-Regierung setzt die Sanktionen gegen Huawei zumindest teilweise wieder aus. Zunächst drei Monate lang sollen bestehende Smartphones und Mobilfunk-Netze versorgt werden können.



Huawei und Google
Google schränkt seine Zusammenarbeit mit Huawei stark ein.   Foto: Andre M. Chang/ZUMA Wire

Nutzer von Huawei-Smartphones müssen sich zumindest bis Mitte August keine Gedanken über Software-Updates und Google-Apps machen. Die US-Regierung lockerte die erst vergangene Woche verfügten strengen Maßnahmen gegen den chinesischen Konzern.

Für zunächst 90 Tage sind nun einige Geschäfte mit Huawei erlaubt. Dabei geht es vor allem um die Versorgung bereits ausgelieferter Smartphones sowie den Betrieb von Mobilfunk-Netzwerken mit Huawei-Technik.

Wo gilt die Lockerung?

Für Nutzer von Huawei-Smartphones bedeutet der Schritt unter anderem, dass Google in den kommenden drei Monaten die Telefone weiterhin in vollem Umfang mit Updates und Apps versorgen kann. Für die Verwendung von US-Technologie in neuen Produkten gilt die Lockerung allerdings nicht. Damit könnte Huawei künftige Smartphone-Modelle nach wie vor nicht mehr mit vorinstallierten Google-Diensten verkaufen. Die Huawei-Tochtermarke Honor stellte am Dienstag neue Top-Modelle vor - und erwähnte dabei Google mit keinem Wort.

Huawei ist ein führender Ausrüster von Mobilfunk-Netzen unter anderem in Europa und der zweitgrößte Smartphone-Anbieter der Welt. Ein zentraler Auslöser für den Aufschub dürfte gewesen sein, dass Huawei-Technik auch in vielen lokalen Mobilfunk-Netzen in den USA installiert ist und ihr Ausfall sie zum Erliegen bringen könnte. Während die großen amerikanischen Mobilfunk-Konzerne auf Technik von Huawei verzichten, verbauten sie viele kleine US-Netzbetreiber unter anderem in ländlichen Gegenden. Die Sanktionen könnten sie von Ersatzteilen und Software-Updates abschneiden.

Der Aufschub solle Betroffenen die Zeit geben, nach Alternativen zu suchen und sich auf die Änderungen einzustellen, erklärte das US-Handelsministerium in der Nacht zum Dienstag. Man werde prüfen, ob die Regelung über 90 Tage hinaus verlängert werde.

Die USA hatten Huawei erst am Freitag auf eine schwarze Liste von Unternehmen gesetzt, deren Geschäftsbeziehungen zu US-Partnern strengen Kontrollen unterliegen. Wer US-Technik an Huawei verkaufen oder transferieren will, muss eine Lizenz erwerben. Diese kann laut US-Regierung verweigert werden, wenn Sicherheitsinteressen berührt sind.

Funktionieren Huawei-Smartphones weiter wie gewohnt?

Google hatte auf Druck der US-Regierung die Zusammenarbeit mit Huawei auf Eis gelegt. Folge könnte sein, dass sich auf neuen Geräten der Chinesen bald keine Google-Dienste mehr befinden. Aber was ist mit Nutzern, die schon Huawei-Geräte besitzen?

Besitzer von Huawei-Smartphones und -Tablets müssen nicht befürchten, dass ihre Geräte von heute auf morgen nicht mehr funktionieren. Google darf mit dem chinesischen Telekommunikationshersteller zwar nicht mehr zusammenarbeiten. Nutzern von Geräten versichert der Internetkonzern aber, dass etwa der Zugriff auf den App-Store weiter erhalten bleibt - sowohl für Huawei-Produkte als auch für Geräte der Schwestermarke Honor.

Auch die wichtigen, ebenfalls Google Play genannten Hintergrunddienste sollen weiter funktionieren. Außerdem können die Nutzer den Angaben zufolge weiter auf die diversen, unter dem Schlagwort Play Protect zusammengefassten Sicherheitsfunktionen bauen.

Durch den unveränderten Zugriff auf den Play Store müssen sich Verbraucher auch keine Sorgen machen, beliebte Anwendungen wie Google Maps oder Gmail nicht mehr nutzen zu können. Sicherheitspatches für Android kann und will Huwaei nach eigenen Angaben weiter ausliefern, weil das Betriebssystem an sich quelloffen ( Open Source ) ist.

Huawei betonte, alle bereits verkauften oder in Lagern vorgehaltenen Telefone werden weiterhin mit Sicherheitsupdates und Diensten versorgt. Das gelte auch für die Tochtermarke Honor.

Alternative Stores

Wer sich von Googles App-Store und Anwendungen unabhängiger machen möchte, kann alternative Stores wie etwa F-Droid ausprobieren. Dort finden sich ausschließlich freie, quelloffene Anwendungen.

Auch der Amazon Appstore , APKMirror.com oder die Seiten der App-Entwickler selbst können gute Quellen sein. APKMirror.com oder Entwickler bieten allerdings nur Apps im apk-Format zur Installation an, es gibt keine automatischen App-Aktualisierungen wie bei App-Stores.

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dpa

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Veröffentlicht am:
21. 05. 2019
18:04 Uhr

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21. 05. 2019
18:04 Uhr



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