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Surfen über den Wolken: Wie WLAN ins Flugzeug kommt

In der Luft herrschte bislang oft Funkstille: Kurz vor dem Start war Schluss mit Telefonieren, Surfen und Mailen. Das ändert sich gerade, immer mehr Fluggesellschaften rüsten ihre Maschinen mit WLAN-Hotspots aus. Aber die Angebote unterscheiden sich stark.



Frau am Laptop
Wer im Flieger arbeiten möchte, braucht häufig eine WLAN-Verbindung - und wenn es nur für die E-Mail-Kommunikation ist.   Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn

Smartphones und Tablets sind unsere ständigen Begleiter, aber ohne Internetverbindung nur halb so interessant. Gerade im Flugzeug scheint es Reisenden auf den ersten Blick meist unmöglich, online zu gehen.

Doch selbst in der Kabine ist es technisch möglich, Internet anzubieten. Und immer mehr Airlines tun dies. Gratis oder günstig ist das aber in den seltensten Fällen. Um Flugzeuge mit dem Internet zu verbinden, gibt es zwei Möglichkeiten: Die erste Variante setzt allein auf Satellitentechnik. Sie ist weltweit verfügbar, sowohl über Land als auch über dem Meer, aber teuer.

Günstiger, aber nicht weltweit nutzbar ist eine kombinierte Nutzung von Mobilfunk-Basisstationen und Satelliten. Beiden Verfahren gemein ist der Weg, das Internetsignal an den Passagier zu bringen: Das funktioniert über WLAN-Hotspots.

Die größeren Langstreckenmaschinen der Lufthansa beispielsweise sind bereits umgerüstet. «Aktuell arbeiten wir an den Flugzeugen für die Kurz- und Mittelstrecke der Airbus 320-Familie», erklärt Lukas Bucher von Lufthansa Technik. «Bis Ende 2018 wollen wir weit mehr als 200 Maschinen nachgerüstet haben und den Service somit in fast allen Flugzeugen der Lufthansa-Gruppe anbieten.» Insgesamt rund vier Tage dauere die Internet-Nachrüstung, die immer zusammen mit ohnehin fälligen Wartungen oder Reparaturen in Angriff genommen werde.

Die Internet-Tarife der Lufthansa auf der Kurz- und Mittelstrecke unterscheiden sich je nach Nutzungsart. Für Messaging-Dienste und fürs Mailen genügt der 3 Euro teure Tarif «Messaging» mit einer langsameren Übertragungsgeschwindigkeit, während für den teuersten und schnellsten Tarif «Streaming» 12 Euro fällig werden. Eine zeitliche Beschränkung gibt es nicht. Das ist auf der Langstrecke anders. Dort bewegen sich die Kosten je nach Nutzungsdauer zwischen 9 Euro für 60 Minuten und 17 Euro für 24 Stunden.

Bei der Lufthansa-Tochter Eurowings ist die Tarifstruktur auf der Kurz- und Mittelstrecke ähnlich wie bei der Mutter: Wer mit Kurznachrichten und Mails zufrieden ist, zahlt 3,90 Euro; das Premiumpaket mit Videostreaming kostet 11,90 Euro - jeweils zeitunabhängig. Auf der Langstrecke schlagen 20 Megabyte mit 7,90 Euro zu Buche, 75 Megabyte kosten 25,90 Euro. Zur Orientierung: Musikstreaming verbraucht im Schnitt rund 1 Megabyte pro Minute, eine Minute Videostreaming minütlich zwischen 2 und 8 Megabyte.

In einem Tarifvergleich hat das Online-Portal «Check24» unter mehr als 50 Fluggesellschaften nur eine Airline ausfindig gemacht, die den Service kostenlos anbietet: Der Billigflieger Norwegian erhebt keine Gebühren für das Surfen über den Wolken. Bei Fluggesellschaften wie Ryanair, Condor oder Tuifly gibt es dagegen gar kein WLAN im Flieger.

Zumindest ein bisschen kostenlos surfen ist bei einigen Airlines aus den Vereinigten Arabischen Emiraten Programm: Bei Emirates können Passagiere ein kostenloses Inklusivvolumen von 20 Megabyte verbrauchen, während das größte Paket mit 500 Megabyte dann 15,99 US-Dollar (rund 13,80 Euro) kostet. Und bei Qatar Airways surfen Passagiere 15 Minuten kostenlos.

Grundsätzlich rät «Check24»-Sprecher Florian Stark dazu, vor dem Start genau hinzuschauen: «Längst gibt es den Service nicht in allen Flugzeugen auf allen Strecken. Und die Kosten unterscheiden sich erheblich.» So sei im Vergleich der Internet-Zugang an Bord von Singapore Airlines am teuersten gewesen. Bei den volumenbasierten Surfpaketen der Fluggesellschaft werden für 10 Megabyte Daten 9,99 US-Dollar (rund 8,60 Euro) fällig.

Die Flugsicherheit gefährden Internet-Technik und WLAN-Hotspots an Bord übrigens nicht. Die europäische Aufsichtsbehörde für Flugsicherheit EASA gestattet die Nutzung von Mobilgeräten ohne Flugmodus schon seit Jahren. Sie hat es aber den Airlines überlassen, wie sie mit der Erlaubnis umgehen.

Michael Gundall von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hinterfragt die Angebote kritisch: «Die teilweise hohen Preise bringen einen dann doch zu der Frage: Braucht man das? Kann die Mail nicht noch bis nach der Landung warten?» Zudem weist der Experte auf die grundsätzliche Gefahr hin, in öffentlichen WLAN-Netz ausgespäht zu werden: «Online-Banking oder andere sensible Bereiche sollten daher auch im Flieger tabu sein.» Sein Rat: «Beschränken Sie das Surfen in öffentlichen WLAN-Netzen auf unkritische Seiten wie etwa Unterhaltung oder Nachrichten.»

Veröffentlicht am:
14. 11. 2017
04:40 Uhr

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dpa

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14. 11. 2017
04:40 Uhr



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