Lade Login-Box.
Topthemen: Mordfall OttingerKneipennachtBayern HofVideo: Waldfriedhof Frankenwald

 

Update oder nicht? Wann sich Warten lohnen kann

Es gibt gute Gründe, neue Software-Updates immer sofort zu installieren. Sicherheitsgewinn, neue Funktionen oder eine bessere Optik zum Beispiel. Aber gibt es auch Gründe, sich zu verweigern und ein Update etwas auszusitzen?



Smartphone
Große Versionssprünge des Betriebssystems können Nutzer auch einmal ein paar Tage aussitzen. Sicherheitsupdates sollten sie immer schnellstmöglich installieren, raten Experten.   Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn

Neu ist immer besser.» Dieser Spruch aus der US-Sitcom «How I Met Your Mother» passt im Zusammenhang mit Software-Updates wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge.

Klar sollte man Sicherheits-Updates für Windows, Mac, Android, iPhone und Co. immer sofort installieren. Meistens bringen sie nicht nur mehr Sicherheit, sondern auch neue Funktionen oder einen frischen Look. Doch neu ist natürlich nicht immer besser. Etwa, wenn die Bedienung plötzlich anders ist, neue Funktionen nerven oder es zu technischen Problemen kommt. Dann wünscht man sich auch mal, mit dem Update gewartet zu haben. Aber ist das eigentlich klug?

Eine Abwägungssache, sagt Jan Schüssler von der Fachzeitschrift «c't». Geht es um das Schließen akuter Sicherheitslücken, ist die Sache klar und man sollte die Updates umgehend installieren, rät er. Etwa bei frischer Firmware für den Router, Sicherheits-Patches für den Flash-Player oder den E-Mail-Client. Wer hier wartet, riskiert die Sicherheit seiner Daten. Auch neue Browserversionen sollte man umgehend einspielen. «Das sind selten Funktions-, sondern meistens Sicherheits-Updates», sagt Schüssler.

Damit man sich mit solchen klaren Fällen gar nicht erst befassen muss, raten Schüssler und auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) dazu, möglichst auf automatische Updates zu setzen. In den Einstellungen der meisten Programme lässt sich das einfach aktivieren. Für Programme, die keine automatischen Updates anbieten, empfiehlt das BSI eine Routine einzurichten - etwa einmal im Monat von Hand nach frischer Software zu schauen.

Etwas anders verhält es sich bei größeren Updates von Software für zum Beispiel Bildbearbeitung, Videoschnitt oder andere Produktivsoftware. Hier sollte man immer darauf achten, was sich durch das Update konkret ändert. Manchmal schrauben die Entwickler beispielsweise am Bezahlmodell. Oder nach dem Update stehen einige Funktionen nicht mehr zur Verfügung.

Relativ unkritisch ist zurückhaltendes Updaten bei Versionssprüngen moderner Betriebssysteme wie Apples iOS für iPhones und iPads, Mac OS, Android oder Windows 10 für PC. Mit jeder größeren Version gibt es auch neue Funktionen, nicht selten geht das mit Veränderungen bei Aussehen oder Bedienung einher. Wer hier abwartet, erspart sich oft Ärger mit anfänglichen technischen Problemen.

Hilfe-Foren und Fachpresse sind in den ersten Tagen nach einem großen Update regelmäßig voll mit Berichten über kleine, nervige oder auch grobe Fehler. Wer sich das ersparen will, kann erst einmal abwarten, bis die schlimmsten Schnitzer ausgeräumt sind, sagt Schüssler.

Bei Apples iOS geht das recht einfach. Man ignoriert die Updates für ein paar Tage oder Wochen - außer es werden wirklich gravierende Sicherheitsprobleme behoben. Auch Microsoft rät dazu, mit größeren Windows-Updates wie dem Creators Update aus dem Frühling 2017 oder dem jüngsten Fall Creators Update zu warten, bis der Computer sie von selbst vorschlägt. Nur so sei sichergestellt, dass PC und Software sich komplett vertragen.

Große Sicherheitseinbußen hat man dadurch keine. Jede Version von Windows 10 hat ab Veröffentlichung für 18 Monate Sicherheits-Updates garantiert. Nur die neuen Funktionen erhält man erst einmal nicht.

Ewig sollte die Zurückhaltung aber nicht andauern. Früher oder später, sagt Jan Schüssler, wird der Hersteller für die alte Version des Betriebssystems keine Sicherheitspatches nachlegen. «Spätestens dann ist es keine Geschmackssache mehr, ob man die neue Version installiert.»

Veröffentlicht am:
17. 11. 2017
04:25 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik Microsoft Sicherheits-Updates Software Software-Updates Technische Probleme
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Matteo Cagnazzo

18.10.2018

Für wen taugt ein Linux?

Für Windows XP gibt es längst keine Sicherheitsupdates mehr. Für Windows 7 und 8 ist der Support schon eingestellt. Auf Dauer - so scheint es - kommt man nicht um Windows 10 herum. Und wenn das der Rechner nicht mitmacht... » mehr

Ulrike Kuhlmann

11.04.2019

Warum Firmware-Updates wichtig sind

Updates für Computer und Smartphones sind den meisten Nutzern vertraut. Aber auch andere Geräte wie Drucker, Kameras und Fernseher werden regelmäßig mit neuer Software versorgt. Ignorieren sollte man das nicht - vor alle... » mehr

Christof Windeck

05.06.2018

Wie Frühkäufer der Technikfalle entgehen

Gerade gekauft und schon veraltet? Wer sich früh auf neue Technik stürzt, erlebt öfter mal eine böse Überraschung. Nach einem Update fehlen Funktionen - oder Hersteller lassen ein Gerät gleich ganz fallen. » mehr

Michael Knott

23.10.2018

Was kann die Datenübertragung mit Bluetooth?

Bluetooth hat sich in vielen, vor allem mobilen Geräten etabliert. Häufig dient es der Datenübertragung von A nach B. Aber wie funktioniert es eigentlich? Welche Standards gibt es, und was gilt es bei der Sicherheit zu b... » mehr

Option "Einfach"

29.01.2019

So schützen Sie Ihre Daten unter Windows 10

Windows 10 gilt im Vergleich zu seinen Vorgängern als besonders neugierig. Doch in den Datenschutzeinstellungen können Verbraucher den Einblicken des Betriebssystems einen Riegel vorschieben. Einiges kann man ausschalten... » mehr

Monitor

15.03.2018

Warum der Flash Player nicht mehr nötig ist

Adobes Flash Player ist auf vielen Computern installiert und soll Multimedia-Inhalte auf Webseiten zum Laufen bringen. Doch immer wieder macht die Software durch Sicherheitslücken auf sich aufmerksam. Braucht man sie noc... » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
17. 11. 2017
04:25 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".