Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom WochenendeHofer Filmtage 2019EhrenamtskampagneVER Selb

 

25 Jahre SMS: Die Jubiläumsfeier fällt aus

Die SMS wird 25 Jahre alt. Doch der Mobilfunk-Branche ist nicht zum Feiern zumute. SMS-Nachfolgedienste wie Joyn haben gegen WhatsApp, iMessage und Co. kaum eine Chance. Doch noch haben die Telkos den Wettbewerb mit den Internet-Messagingdiensten nicht aufgegeben.



SMS wird 25 Jahre
Wer kann sich daran noch erinnern? Diese SMS wurde im Jahr 2002 verschickt.   Foto: Peter Endig/dpa

Der Geburtstagswunsch für die SMS muss in diesem Jahr ohne ein Smiley auskommen. 25 Jahre nach dem Versand der ersten Kurzmitteilung ist zumindest den Mobilfunk-Providern die Feierlaune vergangen.

Die Telekom-Manager erinnern sich wehmütig an die Zeiten, als sie Ihren Kunden noch knapp 20 Cent pro SMS berechnen konnten, was sich in den Bilanzen der Konzerne zu Milliardensummen addierte. Kostenlose Messenger wie WhatsApp, Facebook Messenger, Apple iMessage, Signal, Line und Threema haben der SMS längst den Rang abgelaufen.

Vor 25 Jahren tippte der Software-Entwickler Neil Papworth die Botschaft «Merry Christmas» in seinen Computer ein. Die etwas verfrühten Weihnachtsgrüße landeten als erste SMS der Welt am 3. Dezember 1992 auf dem Handy (Orbitel TPU 901) eines Managers des britischen Telekomriesen Vodafone. Ein Mobiltelefon, mit dem man auch SMS schreiben konnte, gab es damals noch nicht.

Wenig später funktionierte dann aber auch die SMS-Kommunikation zwischen zwei Mobiltelefonen. Die bis zu 160 Zeichen langen Nachrichten entwickelten sich zu einem Verkaufsschlager, auch wenn es etwas unbequem war, die Buchstaben über die Zahlentastatur einzutippen. Das Wort «Simsen» wurde Bestandteil der deutschen Sprache.

Bald kosteten SMS 39 Pfennig, mit der Einführung des Euro etablierten sich 19 Cent als Standardpreis für eine Kurznachricht. Discounter boten dann SMS teilweise für 5 bis 6 Cent an. Heute sind in den meisten Mobilfunkverträgen große SMS-Volumen pauschal enthalten.

Auf dem Höhepunkt der SMS-Ära im Jahr 2012 wurden allein in Deutschland rund 60 Milliarden SMS im Jahr verschickt. Aber schon zum 20. Geburtstag vor fünf Jahren zeichnete sich ab, dass es für SMS immer schwerer wird, sich zu behaupten. Vor allem WhatsApp machte sich daran, das lukrative Geschäft der Mobilfunkfirmen zu zertrümmern.

Die Folgen kann man in den Statistiken ablesen: Nach Zahlen der Bundesnetzagentur ging die Nutzung des SMS-Dienstes in den vergangenen Jahren drastisch zurück. Die Zahl der versendeten Kurzmitteilungen verringerte sich 2016 auf 12,7 Milliarden - 25 Prozent weniger als im Vorjahr . Ein direkter Vergleich mit der Zahl der WhatsApp-Nachrichten in Deutschland fällt schwer, weil das Unternehmen seine Zahlen nicht auf Länderebene herunterbricht. Weltweit waren as aber zuletzt 55 Milliarden - nicht im Jahr, sondern an einem einzigen Tag. Darunter sind 4,5 Milliarden Fotos und eine Milliarden Videos.

Die großen Telekomfirmen schauten dem Aufstieg von WhatsApp und Co. lange Zeit fast tatenlos zu, auch weil es für die Verantwortlichen schwer vorstellbar war, sich an der Schlachtung des eigenen Goldesels selbst zu beteiligen. In dieser Phase war es auch nicht hilfreich, dass der taumelnde Handy-Riese Nokia einen wichtigen Part bei der Entwicklung des SMS-Nachfolgers RCS (Rich Communication Services) übernommen hatte. Aber auch den Providern fiel es schwer, wirksame Akzente zu setzen. So erwies sich der RCS-Dienst Joyn als Flop.

Inzwischen positionieren die Provider in Deutschland den RCS -Dienst « Message+ » beziehungsweise « Call+ ». Damit kann man Nachrichten an jedes mobile Gerät schicken, egal, in welchem Netz sich das Handy befindet. Außerdem kann man wie bei WhatsApp direkt oder in der Gruppe chatten, Dateien (Fotos, Videos, Musik, Kontakte, Standort etc.) austauschen oder eine Live-Videoübertragung während eines Anrufs starten.

Als Achtungserfolg können die Provider verbuchen, dass RCS seit einem Jahr von Google unterstützt wird. Damit verfügen alle aktuellen Android-Smartphones über einen vorinstallierten Messenger, der die SMS-Weiterentwicklung anbietet. Apple wird im kommenden Jahr ausgewählten Unternehmen die Möglichkeit anbieten, über den Dienst «Business Chat» auf RCS-Basis mit den iPhone-Besitzern zu kommunizieren.

Interessant sind diese neuen Dienste vor allem für Unternehmen, die darüber ihre Kunden besser erreichen können. So könnten Mitarbeiter einer Airline dem Fluggast beim Telefonat zu einer Flugbuchung das elektronische Ticket gleich auf das Smartphone schicken. Und in einem Telefongespräch über eine Verlängerung des Mobilfunkvertrags könnte der Kundenberater dem Anwender die verschiedenen Handy-Modelle im Bild zeigen.

Bei der Weiterentwicklung der Mobilfunkdienste geht es aber nicht nur um Kurzmitteilungen oder die Übertragung bunter Bilder, sondern um eine Erweiterung der Telefondienste selbst. Wie diese Zukunft aussehen könnte, kann man bereits bei T-Mobile in den USA sehen.

Vor einem halben Jahr startete T-Mobile sein «Digits»-Programm. Dabei können Kunden in den USA eine einzige Nummer auf mehreren Geräten nutzen und gleichzeitig mehrere Nummern auf ein und demselben Gerät verwenden - ohne dass ein zweiter SIM-Karten-Slot vorhanden sein muss. Dabei können die Anwender einstellen, dass beispielsweise das Handy auf der Büronummer nur zu gängigen Arbeitszeiten klingelt, dafür aber Anrufe des Partners oder Kinder Tag und Nacht durchgestellt werden. Ob und wann dieser flexible Dienst auch T-Mobile-Kunden in Deutschland verfügbar sein wird, ist allerdings nicht absehbar.

Veröffentlicht am:
01. 12. 2017
17:22 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Apple Bundesnetzagentur Deutsche Telekom AG Euro-Einführung Facebook Flugbuchung Google Joyn Kunden Mobilfunk-Services Mobilfunkverträge Mobiltelefone Nachrichten Nokia SMS Softwareentwickler T-Mobile Vodafone
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Mobilfunkvertrag prüfen

22.07.2019

UMTS-Netze wird es nicht mehr lange geben

Alle reden über 5G. Dabei ist für Verbraucher gerade viel wichtiger, was mit den 3G- und 4G-Mobilfunknetzen passiert. Wer sich schon länger nicht mehr um seinen Handyvertrag gekümmert hat, sollte das jetzt tun. Denn 3G w... » mehr

Login - Passwort

30.09.2019

Zwei-Faktor-Authentifizierung: Deutsche Firmen drücken sich

Internationale Großkonzerne machen es vor: Für den Log-In können Kunden die Option wählen, das neben dem Passwort zusätzlich ein Einmalkennwort abgefragt wird. Viele deutsche Firmen lehnen das dagegen als zu kompliziert ... » mehr

Fünfte Generation des Mobilfunks (5G)

19.06.2019

Was bedeutet das Ergebnis der 5G-Frequenzauktion?

Der Hammer ist gefallen, eine historisch lange Mobilfunk-Auktion ist vorbei. Was bedeutet der Ausgang der Versteigerung für Verbraucher - und wie geht es weiter? » mehr

Festnetzanschluss?

30.08.2019

Wer braucht noch einen Festnetzanschluss?

Der Trend geht zum mobilen Telefonieren. Doch oft ist das klassische Festnetztelefon zuverlässiger und günstiger. Zumal Gesundheitsgefahren beim Handy nicht ausgeschlossen werden können. » mehr

Breitbandausbau

09.10.2019

Fast jeder 2. Haushalt ans sehr schnelle Internet angebunden

Wie schnell ist mein Internet? Diese Frage wird in Anbetracht rasant steigender Datenmassen wichtiger. Die gute Nachricht: Im Schnitt wird es schneller. » mehr

Auf den Kaufen-Button ist schnell geklickt

02.10.2019

Überblick im Netz behalten und Abzocke vermeiden

Jetzt kaufen? Manche klicken ohne nachzudenken «Ja» und schließen damit im Netz oft direkt ein Abo ab. Das kann schnell teuer werden. Wie man nicht die Übersicht verliert - und richtig kündigt. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
01. 12. 2017
17:22 Uhr



^