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Sprachassistenten nisten sich im Alltag ein

Studien zeigen, dass Menschen sich an Sprachassistenten im Alltag schnell gewöhnen. Ein ungelöstes Problem indes ist bisher, wie man Alexa, Siri, Google Assistant und Co gleichzeitig im Leben der Nutzer unterbringt. Auf der CES in Las Vegas ist eine Lösung zu sehen.



«Hey Google»
Sprachassistenten überall: Auf der Elektronikmesse CES sind digitale Sprachassistenten einer der Trends.   Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Am Anfang war es leicht, die sprechenden Assistenten als Modeerscheinung abzutun. Doch die diesjährige Technik-Messe CES zeigt: Sie sind auf dem Weg in nahezu jedes elektronische Gerät, bei dem man sich auch nur ansatzweise eine sinnvolle Sprachsteuerung vorstellen kann.

Und mehrere zur Elektronik-Show in Las Vegas veröffentlichte Studien belegen, dass die Sprachassistenten tatsächlich von den Nutzern angenommen werden und auch ihren Umgang mit Technik verändern. So ergab eine Umfrage der Unternehmensberatung Capgemini, dass weltweit fast jeder Vierte bei der Suche nach Informationen lieber einen Sprachassistenten als eine Website nutzen würde. Eine Umfrage der Unternehmensberatung Accenture ergab, dass sogar zum Beispiel beim Online-Shopping 58 Prozent der Nutzer von Sprachassistenten weniger auf ihr Smartphone zugreifen. Und in einer Studie des zu Samsung gehörenden Elektronik-Konzerns Harman erklärten 60 Prozent der Nutzer von Sprachassistenten, dass diese für sie zur Notwendigkeit im Alltag geworden sind.

Solche Zahlen liefern einen Kontext dafür, warum Amazon seine Assistentin Alexa mit Tempo in immer mehr Geräte verschiedener Hersteller bringt, Google für seinen Assistant eine Menge Leuchtreklamen in Las Vegas besetzt hat und Apple schließlich mit seinem HomePod mit Siri an Bord auf Aufholjagd im Markt der smarten Lautsprecher geht. Und es kommt wenig überraschend, dass andere Unternehmen mit genug Ressourcen für die Entwicklung das Feld den großen Plattformen nicht kampflos überlassen wollen.

So zeigt Mercedes-Benz auf der CES einen eigenen Sprachassistenten für seine Fahrzeuge. Er wird mit «Hey Mercedes» aktiviert. Dabei soll man nicht unbedingt ganz präzise Befehle wie «stelle die Temperatur auf 23 Grad» geben müssen - sondern es soll reichen, zu sagen: «Hey Mercedes, mir ist kalt.»

Die CES demonstrierte aber zugleich auch, dass Sprachassistenten kein einfaches Geschäft sind. Bei der Präsentation des Haushaltshelfers Cloi von LG blamierte der niedlich aussehende kleine Roboter die Firma, als er auf der Bühne die Fragen, ob die Waschmaschine fertig ist und was man aus Hühnchen zum Abendbrot machen könnte, schlichtweg ignorierte.

Es bleibt auch noch die Frage, wie die verschiedenen Assistenten im Alltag koexistieren können. Im Moment arbeiten die Plattformen schließlich eher daran, die Nutzer nur exklusiv in ihre Welt zu locken und dort zu halten. Aber es ist bereits nicht selten, dass jemand den Google Assistant oder Siri auf dem Smartphone nutzt - aber zu Hause auch mit Alexa spricht. Die Elektronik-Hersteller versuchen einen Spagat: Sie können den Boom der Sprachassistenten nicht ignorieren, aber wollen sich zugleich auch nicht auf das Ökosystem nur eines Anbieters reduzieren lassen.

Harman zeigt in seiner CES-Ausstellung schon mal, wie die Lösung in einem Auto aussehen könnte. Die Assistenten laufen gleichzeitig und mit der Auswahl des Weckworts - also zum Beispiel «Alexa» oder «Hey Google» entscheidet der Fahrer, mit wem er gerade sprechen will. Zugleich kann man sich über einen Drehschalter mit kleinem Bildschirm in der Mitte auch auf nur einen Assistenten festlegen. Das entsprechende Logo in der Mitte des Knopfs wechselt bei jeder Drehung. Ein Weckwort ist dann nicht mehr nötig.

Veröffentlicht am:
12. 01. 2018
09:52 Uhr

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dpa

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12. 01. 2018
09:52 Uhr



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