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Wie Scam-Mails erheblichen Schaden anrichten

Sie versprechen einen lukrativen Job oder werben um Spenden für einen kranken Verwandten: Betrügerische E-Mails gibt es in immer neuen Varianten. Wer sich darauf einlässt, hat nicht nur ein paar Euro weniger auf dem Konto, sondern eventuell auch eine Anzeige am Hals.



Scam-Mail
Achtung Betrug: Solche Mails sind meist der erste Schritt eines mehr oder weniger geschickten Betrugsversuchs.   Foto: Andrea Warnecke » zu den Bildern

Werbung, Rechnungen, dringende Bitten von Arbeitskollegen. Das alles landet fast täglich in unseren digitalen Postfächern.

Manchmal sind es aber auch solche Mails: «Wir sind eine Hacker-Gruppe, die virtuelle Geldbörsen für Kryptowährungen hackt», steht in einer Nachricht, die im Januar an mehrere Menschen ging.

Der Absender bietet dem Empfänger an, ihn von einem totalen Verlust seines Bitcoin-Vermögens auszunehmen - gegen einen kleinen Obolus. 0,03 Bitcoins waren im konkreten Fall gefragt, das entsprach zu jenem Zeitpunkt etwa 380 Euro.

Scam-Mail nennt sich das und ist eine Unterform von Spam. «Spam sind Mails, die massenhaft verschickt werden», erklärt Matthias Gärtner vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Manche von ihnen enthalten schädliche Anhänge, andere wollen Nutzerdaten abfischen - und dann gibt es eben auch Betrugsversuche.

Die Empfängeradressen stammen meist aus Datenlecks von Online-Shops. Kriminelle verkaufen entsprechende Listen mit Mailadressen und Kundendaten. «Oft sind das Kriminelle, die jemanden brauchen, der das Geld für sie wäscht», erläutert Gärtner die Idee hinter Scam-Mails. Das funktioniert zum Beispiel so: Der Absender sucht einen Helfer, der für ihn Geld auf ein anonymes Konto überweist - und erklärt das zum Beispiel damit, dass er in seinem Land politisch verfolgt wird und Hilfe braucht. Als Belohnung für die Transaktion darf der Handlanger eine Provision einbehalten.

«Das Geld kommt aber aus einer unerlaubten Überweisung», erklärt Gärtner weiter, etwa von gehackten Online-Banking-Kontos oder gestohlenen Kreditkarten. Fliegt der Schwindel auf, haben nichts ahnende Handlanger ein Problem. «Mit strafrechtlichen Konsequenzen ist zu rechnen», warnt Hans-Joachim Henschel, der bei der Präventionsstelle Cybercrime des Landeskriminalamtes Niedersachsen arbeitet. «Zudem sperrt die Bank bei Geldwäscheverdacht wahrscheinlich das Konto.» Und da man selbst das letzte nachvollziehbare Glied der Transaktionskette ist, wird das gestohlene Geld wahrscheinlich vom Konto zurückgebucht - ein enormer Schaden.

Solche und ähnliche Maschen gibt es zuhauf, zum Beispiel mit gefälschten Job- oder Immobilienangeboten, bei denen die Empfänger in Vorkasse gehen sollen. Auch auf Datingportalen tummeln sich Schwindler: «Die gedatete Person braucht dann dringend Geld, um einen ärztlichen Notfall oder die Behandlung eines Kindes zu bezahlen», erläutert Henschel. «Mittlerweile sind die Betrüger sehr viel raffinierter und ködern ihre Opfer mit täuschend echten Lebensgeschichten», warnt Harald Schmidt, Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes.

Aber warum fallen überhaupt immer wieder Menschen auf solche Maschen herein? Die Medienpsychologin Astrid Carolus von der Universität Würzburg erklärt das mit dem Begriff Social Engineering. «Menschen sind soziale Wesen», sagt Carolus. «Sie haben das Bedürfnis, anderen zu helfen und eine Neigung, anderen zu vertrauen.» Auf Texte, die unser Mitleid oder unsere Gier wecken, unseren Helferinstinkt ansprechen, reagieren wir eher impulsiv als analytisch. Menschen aus allen Bildungsschichten fallen auf Betrugsmails herein, vor allem wenn diese genau auf einzelne Empfänger zugeschnitten sind.

«Wenn es zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es meistens nicht gut oder nicht wahr», fasst BSI-Mitarbeiter Gärtner zusammen. Wenn man mit der Maus über die Absenderadresse fährt oder draufklickt, kann man außerdem sehen, ob die Mailadresse tatsächlich mit der des angeblichen Arbeitskollegen oder Verwandten übereinstimmt oder ob sie nur eine beliebige Buchstabenabfolge enthält. Oder man ruft einfach bei dem angeblichen Absender an und fragt nach.

Veröffentlicht am:
30. 04. 2018
09:57 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
30. 04. 2018
09:57 Uhr



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