Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: 75 Jahre FrankenpostCoronavirusJubiläumsgewinnspielBlitzerwarner

 

So kommt das Festnetz aufs Handy

Einen Festnetz-Telefonanschluss hat längst nicht mehr jeder. Dafür gibt es ja das Smartphone mit Allnet-Flatrate. Doch was ist mit Anrufern? Für die kann es nach wie vor teuer werden, es sei denn...



Festnetz aufs Handy
Festnetzanrufe auf dem Smartphone erhalten? In vielen Fällen ist das problemlos möglich und sogar kostenlos.   Foto: Christin Klose/dpa-tmn » zu den Bildern

21,95 Euro - so viel kostet heute ein klassischer Festnetzanschluss der Telekom. Doch die Zeiten, in denen ein solcher zur Haushalts-Grundausstattung gehörte, sind vorbei. Nahezu jeder hat ein Handy, viele Menschen sparen sich eventuelle Festnetz-Mehrkosten.

Die Bundesnetzagentur verzeichnet in Deutschland derzeit 139 Millionen Mobilfunk-Teilnehmer. Das bedeutet: Auf jeden Einwohner vom Neugeborenen bis zum Senioren kommen im Schnitt 1,7 SIM-Karten. Dagegen liegt die Zahl der Festnetzanschlüsse bei rund 39 Millionen, wie aus dem laut Jahresbericht 2018 der Behörde hervorgeht.

Es gibt gute Gründe, die für einen Festnetzanschluss sprechen: die teils bessere Sprachqualität zum Beispiel oder eine Backup-Lösung bei leerem Handy-Akku zu haben. Anrufern ohne Mobilfunk-Flatrate kann man außerdem Mehrkosten ersparen, ohne auf den Komfort verzichten zu müssen, nur noch auf dem Smartphone angerufen zu werden.

Homezone-Tarife sind selten geworden

Wie aber landen Festnetzanrufe auf dem Smartphone? Selten geworden sind Tarife, bei denen das Handy daheim qua Tarif als Festnetztelefon dient, weiß Alexander Kuch vom Telekommunikationsportal «Teltarif.de»: «Einen klassischen Tarif mit Homezone, in der man wie mit einem Festnetztelefon Anrufe tätigen und entgegennehmen kann, gibt es nur noch bei Vodafone.» Konkurrent O2 hat seine ab 1998 massiv vermarkteten Homezone-Angebote dagegen längst eingestellt.

Man habe den Service erweitert, sagt Jörg Borm, Sprecher der O2-Mutter Telefónica: Jeder Kunde bekomme bei Abschluss eines Mobilfunkvertrags automatisch eine lokale Festnetznummer zugewiesen, unter der er bundesweit per Handy erreichbar ist - auch wenn er sich nicht im Vorwahlbereich oder in der Nähe seines Zuhauses befindet.

Wer den Anruf bei einer Mobilfunknummer scheut, kann den O2-Free-Kunden also zu Festnetzkonditionen erreichen. Abgehende Gespräche des Mobilfunkkunden laufen immer zu Mobilfunkkonditionen.

Diese Variante gibt es häufiger: Wer eine Festnetznummer so nutzen möchte, kann dies etwa auch bei Telekom, Tarifhaus oder Simquadrat teils ohne Mehrkosten tun. Man sei überall unter der Festnetznummer auf dem Handy erreichbar, erklärt Kuch: «Eingehende Anrufe werden als günstige Festnetzanrufe verbucht, ausgehende aber übers Mobilnetz.»

Voice over IP als weitere Möglichkeit

Als Möglichkeit hinzu kommt die Internet-Telefonie, häufig auch Voice over Internet Protocol (VoIP) genannt, also die Nutzung der Internetverbindung zum Telefonieren. Das funktioniert über sogenannte SIP-Server, die beim Telefonie-Anbieter stehen und bei denen sich der Nutzer per Benutzernamen und Passwort registriert. SIP-fähig sind viele Router und im Prinzip alle Smartphones - entweder direkt mit der Telefon-Anwendung oder über andere Apps (VoIP-Clients).

«Dann bekommt man vom Anbieter eine Festnetznummer mit Ortsvorwahl zugeteilt und ist fortan immer und überall erreichbar, wenn eine Internetverbindung besteht», beschreibt es Kuch. Einen Unterschied zur klassischen Festnetz-Telefonie, die über eine separate Leitung läuft, bemerkt der Kunde nicht. Aus Kosten- und Effizienzgründen sind inzwischen fast alle neu geschalteten Telefonanschlüsse im Festnetz VoIP-Anschlüsse, sie laufen also über das Internet.

Mit der «032» gibt es auch eine reine VoIP-Vorwahl. Doch nach Kuchs Beobachtung hat sie sich ebenso wenig durchgesetzt wie die «0700», die als lebenslange persönliche Rufnummer konzipiert ist. Die Nummern werden eher von kleineren Anbietern vermarktet und laut Kuch kaum genutzt: «Die meisten Verbraucher wissen, dass das teuer ist und die Anwahl von 0700- und 032-Nummern nicht in Flatrates enthalten ist.»

Das Handy im WLAN daheim zum Festnetztelefon machen

Ein Tipp kann aber die klassische Rufumleitung sein: Hat man eine Flatrate für Telefonate aus dem Festnetz auf Mobiltelefone, ließen sich einfach alle Anrufe kostenneutral auf das Handy weiterleiten, erklärt ein Telekom-Sprecher das Verfahren.

Und dann gibt es noch die Möglichkeit, das Smartphone nur im heimischen WLAN als Festnetztelefon zu nutzen. Damit das klappt, stellen die meisten Router-Hersteller spezielle Apps bereit.

Ob daheim die Strahlenbelastung beim Telefonieren übers WLAN geringer ist als übers Mobilfunknetz, ist laut Bundesamt für Strahlenschutz unklar: Die Bedingungen, wie gut der Mobilfunkempfang vor Ort und wie die WLAN-Abdeckung innerhalb des Hauses ist, ließen kaum eine Verallgemeinerung zu. Einen Tipp, die Strahlenbelastung für den Körper in jedem Fall zu senken, gibt es jedoch: Immer ein Headset, eine Freisprecheinrichtung oder die Freisprechfunktion nutzen.

Veröffentlicht am:
14. 11. 2019
04:49 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bundesamt für Strahlenschutz Bundesnetzagentur Deutsche Telekom AG Drahtloses Netz Festnetz Festnetztelefone Internettelefonie Internetzugriff und Internetverbindung Mobilfunknetze Mobilfunknummern Mobilfunkverträge Mobiltelefone Routers Telefónica Vodafone
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Markus Weidner

08.10.2020

Das Festnetz ist nicht totzukriegen

In immer weniger Haushalten finden sich noch Festnetztelefone. Ihren Platz hat oft das Smartphone als universelle Kommunikationsplattform eingenommen. Doch im Homeoffice erlebt Festnetztelefonie ein Revival. » mehr

WLAN im Auto

10.09.2020

Wie das Auto zum Hotspot wird

Was zu Hause funktioniert, wünschen sich viele auch im Auto: Ordentliches Internet, am besten per WLAN. Das lässt sich machen. » mehr

Smartphone als Fernbedienung

14.07.2020

Was ausgediente Smartphones noch draufhaben

Millionen Smartphones liegen hierzulande ungenutzt in Ecken und Schubladen. Dabei könnten viele von ihnen noch eine zweite Karriere starten. Aber als was? Etwa als digitaler Bilderrahmen? » mehr

Festnetzanschluss?

30.08.2019

Wer braucht noch einen Festnetzanschluss?

Der Trend geht zum mobilen Telefonieren. Doch oft ist das klassische Festnetztelefon zuverlässiger und günstiger. Zumal Gesundheitsgefahren beim Handy nicht ausgeschlossen werden können. » mehr

WLAN teilen

07.07.2020

So teilen Sie Ihr WLAN sicher

Ob im Mehrfamilienhaus oder in der Nachbarschaft - warum nicht den Internetanschluss teilen? Wie geht das technisch, und gibt es vielleicht rechtliche Hürden? » mehr

Daheim schneller im Netz unterwegs

17.09.2020

Daheim schneller im Netz unterwegs

Spätestens Corona hat gezeigt, wie wichtig ordentliches Internet ist. Besonders ärgerlich: Die gebuchte Bandbreite bleibt daheim auf der Strecke. Doch da lässt sich Abhilfe schaffen. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
14. 11. 2019
04:49 Uhr



^