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Was ausgediente Smartphones noch draufhaben

Millionen Smartphones liegen hierzulande ungenutzt in Ecken und Schubladen. Dabei könnten viele von ihnen noch eine zweite Karriere starten. Aber als was? Etwa als digitaler Bilderrahmen?



Smartphone als Festnetztelefon
Jetzt ein Festnetz-Anruf: Per App und WLAN sind Smartphones auch dazu in der Lage.   Foto: Christin Klose/dpa-tmn » zu den Bildern

Verbraucherinnen und Verbraucher sind es gewohnt, regelmäßig ein neues Smartphone zu bekommen: «Die Mehrheit der privaten Smartphone-Nutzer gibt an, sich immer das neueste Smartphone-Modell zu kaufen», berichtet Melissa Kühn, Expertin für Nachhaltigkeit beim Branchenverband Bitkom: «Jeder Zweite hat sein Smartphone innerhalb der vergangenen zwölf Monate gekauft. Drei von zehn Nutzern haben ein 13 bis 24 Monate altes Gerät».

Und: Jeder fünfte Handynutzer bewahrt sein ausrangiertes Gerät laut Bitkom einfach auf. Oft sind diese alten Smartphones noch gut in Schuss, versauern aber irgendwo. Dabei verfügen sie über Fähigkeiten, die bei der Zweitnutzung wertvoll sind. Um diese hervorzukehren, sollte man das alte Telefon erst einmal von Ballast befreien: Fotos sichern, Kontakte, E-Mails, nicht benötigte Apps löschen.

Thorsten Neuhetzki von «Inside-digital.de» rät: «Am besten ist es, das Gerät auf Werkseinstellungen zurückzusetzen». Nebeneffekt: «Das Smartphone ist wieder schneller, da ein voller Speicher wie eine Bremse wirken kann.» Dann Updates einspielen.

Eine erste Möglichkeit zur neuen Nutzung: Viele wissen gar nicht mehr, dass ihr Internetanschluss höchstwahrscheinlich auch Festnetztelefonie beinhaltet. Wer per Ortsvorwahl erreichbar sein oder günstig telefonieren möchte, aber nicht noch extra ein Festnetztelefon kaufen will, nutzt einfach das alte Smartphone. Viele Router-Hersteller bieten zu ihren Geräten eine App an, mit der ein Smartphone im heimischen WLAN zum Festnetztelefon wird.

Ebenfalls praktisch: Das Smartphone kann die Fernbedienung des Fernsehers, des Mediaplayers und vieler anderer Geräte ersetzen. Und das nicht nur, wenn es einen Infrarot-Sender verbaut hat. Viele Gerätehersteller bieten Apps zum Steuern von TV & Co übers WLAN an. Ein großer Vorteil ergibt sich für Thorsten Neuhetzki beim Schreiben: «Muss man komplizierte Codes oder Passwörter eingeben, geht das einfacher übers Smartphone als über die Fernbedienung.»

Sind die Batterien leer oder ist die Fernbedienung kaputt, können App-Lösungen auch überzeugen. Zudem kann ein ausrangiertes Smartphone komplett zur Smart-Home-Steuerung für Licht, Heizung & Co abstellen.

Älteren Stereoanlagen dient jedes ältere Smartphone noch vortrefflich als Zuspieler von Musik aus Internet oder Heimnetzwerk - wenn nicht drahtlos, dann klassisch über ein Klinkensteckerkabel: «Die praktischste Art, Handy und Anlage zu verbinden», findet Neuhetzki. Und wenn es kein Stream sein soll, lassen sich die Songs natürlich auch aus dem Smartphone-Speicher abspielen.

Stichwort Alarm und Überwachung: Smartphones stecken voller Technik, die eine zweite Karriere befördern können: Bewegungssensoren etwa helfen, Erschütterungen anzuzeigen und Alarm zu schlagen. Und: Apps können Sensoren und die Kamera so nutzen, dass diese sich bei Bewegungen oder Geräuschen aktiviert, so Neuhetzki. Beim Kamera-Zugriff, aber auch sonst gelte: Auf die Seriosität des Entwicklers achten und darauf, wie er mit den Daten umgeht.

Auch als Babyphone lässt sich das alte Smartphone nutzen: Dazu stehen Dutzende Apps bereit, die genau geprüft werden sollten. Denn wie bei den Überwachungskameras geht es um höchst sensible Bereiche. Obendrein muss das System sicher funktionieren. Grundsätzlich geht es so: Das alte Smartphone mit installierter App liegt in der Nähe des Kinderbetts. Von dort aus überträgt es mögliche Geräusche über WLAN oder Mobilfunk an ein anderes Mobiltelefon oder Tablet, auf dem die App ebenfalls installiert ist.

Das Bundesamt für Strahlenschutz gibt in diesem Zusammenhang aber zu bedenken, dass Kinder empfindlicher auf Strahlung reagieren könnten als Erwachsene. Daher sollte man die Belastung so gering wie möglich halten: «Das wird durch einen größeren Abstand erreicht - zum Beispiel das Smartphone neben dem Bett, nicht im Bett», erklärt eine Sprecherin der Behörde. Und: «WLAN verursacht in der Regel eine geringere Exposition als eine Mobilfunkverbindung und sollte bevorzugt werden.»

© dpa-infocom, dpa:200714-99-782964/2

Veröffentlicht am:
14. 07. 2020
10:02 Uhr

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dpa

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14. 07. 2020
10:02 Uhr



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