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So! gibt’s was auf die Ohren

Jeder fünfte Deutsche hört Podcasts. Tendenz steigend. Neu sind die Audiosendungen aus dem Internet zwar nicht, doch ihr Publikum blieb lange Zeit überschaubar. Was es mit dem Trend-Format auf sich hat ...



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Kennen Sie Oma Inge, Jahrgang 1926? Nein? Dann hören Sie ihr doch einfach einmal zu. Ihre Geschichten, Lebensweisheiten und Ansichten teilt "Die Podcast-Oma" regelmäßig über Audiosendungen im Internet mit. In der letzten Folge ging es um Weihnachten. 34 Minuten lang erinnert sich Oma Inge darin, wie früher gefeiert wurde, wie viele Geschenke es gab und welches ihr schönstes Fest war. In älteren Episoden spricht sie über Löcher in der Hose, ihre Flucht aus der DDR oder ihr neues Hobby Qigong.

Auf die Idee mit dem Podcast hat sie ihre 61 Jahre jüngere Enkeltochter Kim gebracht. Ihre Sendung ist so erfolgreich, dass sie von der Apple-Redaktion als einer der zwölf besten Podcasts 2018 ausgezeichnet wurde. Die Hörformate werden zusehends beliebter, jeder fünfte Deutsche hörte im vergangenen Jahr auf diese Weise Krimis, Comedy oder Ratgeber. Dennoch gibt es nach wie vor reichlich Missverständnisse um Podcasts – und das fängt schon mit dem Namen an.

Podcast – ein Kunstwort

Im Namen Podcast sind zwei Wörter verschmolzen: Broadcast und iPod. Broadcast ist das englische Wort für Rundfunk oder Rundruf, das unter anderem durch die BBC, die British Broadcasting Corporation, bekannt ist. iPod bezeichnet eine Serie von tragbaren digitalen Medienabspielgeräten von Apple. Diesen MP3-Playern verdankt das Format Podcast ursprünglich seine Popularität.

Ein Blog zum Hören

Bei einem Podcast handelt es sich um eine Serie von Mediendateien – meist sind es Audiodateien, es können aber ebenso Videodateien sein. Diese Dateien stehen zum Abruf bereit, "on demand", wie es auf Englisch heißt. Podcasts haben häufig feste Rhythmen für die Veröffentlichung neuer Folgen, zum Beispiel wöchentlich. Diese können aber völlig unabhängig von Sendezeiten heruntergeladen und angehört beziehungsweise angesehenen werden. So wie die Artikel eines Blogs.

Oma und Techno-Veteran

Die Szene der Podcaster und Podcast-Anbieter ist vielfältig. Radio- und Fernsehsender bieten Podcasts an, auch einige Zeitungsverlage. Daneben podcasten Privatleute wie die Podcast-Oma und der Techno-Veteran Jürgen Laarmann, der 30 Jahre nach der ersten Love Parade den Podcast "1000 Tage Techno" veröffentlicht. Außerdem werden Podcasts häufig zu Marketingzwecken betrieben, zum Beispiel von Coaches.

Im Abo, aber für lau

Podcast-Folgen können direkt auf der Internetseite der Anbieter, zum Beispiel auf
www.diepodcastoma.de, abgerufen werden. Einfacher aber ist ein Abonnement. Dafür braucht es ein geeignetes Programm, einen sogenannten Podcatcher. Diese können teilweise kostenlos auf dem Smartphone installiert werden, bekannt sind iTunes, gPodder und Winamp. Podcast-Verzeichnisse gibt es unter anderem auf YouTube, Podcast.de oder Podster.de sowie in den iTunes von Apple direkt integriert. Die Podcasts selbst sind immer kostenlos. Sie refinanzieren sich durch Werbung oder Rundfunkbeträge oder werden als Marketing-Instrument betrachtet.

Beliebt beim Putzen

Im Unterschied zum Frühaufsteher-Medium Radio werden Podcasts vor allem am Abend oder auch zum Einschlafen gehört. Studien zufolge laufen die Sendungen zudem auch sehr häufig beim Putzen, Kochen oder Aufräumen. Wer Podcasts unterwegs hört, etwa auf dem Weg zur Arbeit oder beim Joggen, sollte die Folgen unbedingt zuvor im heimischen WLAN-Netz herunterladen. Das schont das mobile Datenvolumen bei Vielhörern gewaltig.

Selber podcasten

Wer es der Podcast-Oma Inge gleichtun und selbst einen Podcast erstellen möchte, kann dies relativ einfach tun. Es braucht dafür drei Schritte: Podcast aufnehmen, Podcast schneiden und Podcast hochladen. Eine saubere Aufnahme gelingt mit einem externen Aufnahmegerät oder einem USB-Mikrofon, Schnitt-Software ist kostenlos erhältlich und für die Veröffentlichung kann zunächst die eigene Internetseite oder YouTube genommen werden. Tipps für Podcasts insbesondere im beruflichen Kontext geben die Podcast-Helden – selbstredend in ihrem gleichnamigen Podcast.

Die besten 2018

Im Dezember hat die Redaktion von Apple die besten Podcasts des Jahres 2018 ausgezeichnet. Die Wahl beruht nicht auf den Nutzerzahlen – hier sind die klassischen Radio-Podcasts der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten klar vorn. Gekürt wurden vielmehr Podcasts, die im vergangenen Jahr ziemlich für Furore sorgten. So wie Oma Inge oder die Hamburger Journalistin Stefanie Luxat, die auf Endlich Om allen Spätzündern in Sachen Nachhaltigkeit und Achtsamkeit auf die Sprünge hilft. Aber hören und sehen Sie selbst:

? Generation WHY

? Steingarts Morning Briefing – Der Podcast

? Die Podcast-Oma

? Endlich Om

? Beste Vaterfreuden

? Lästerschwestern Podcast

? Christin und ihre Mörder

? Alle Wege führen nach Ruhm

? 1000 Tage Techno

? Das Thema

? Verbrechen

? Heiliger Bimbam


 

Autor
Susann Winkel

Susann Winkel

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Veröffentlicht am:
04. 01. 2019
14:26 Uhr

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Susann Winkel

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04. 01. 2019
14:26 Uhr



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