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Giftquallen auf dem Rückzug: Mallorca hebt Badeverbote auf

Eine giftige Quellenart hält Urlauber auf Mallorca und anderswo in Spanien vom Wasser fern. Biologen warnen jedoch vor Panikmache. Der Spuk, sagen sie, könnte sich bald erledigt haben.



Giftquallen auf dem Rückzug
Palma de Mallorca hat die Badeverbote wegen hochgiftiger Quallen wieder aufgehoben.   Foto: Patrick Schirmer Sastre

Palma de Mallorca hat die Badeverbote wegen hochgiftiger Quallen wieder aufgehoben. Man habe am Donnerstag (24. Mai) keine roten Flaggen gehisst, sagte eine Sprecherin der Inselhauptstadt.

Vor anderen Stränden Mallorcas war die im Wasser der Bucht von Palma gesichtete, äußerst giftige Quallenart Portugiesische Galeere (Physalia physalis) bisher kein Problem.

Eine rote Flagge wehte mittags am Strand von Molinar in Palma noch im Wind. Sie sei dort wohl vergessen worden, hieß es auf Anfrage bei den Stadtwerken Emaya. Die Badeverbote, die die Stadtverwaltung am Mittwoch (23. Mai) in Molinar und Can Pastilla wegen der Giftquallen verhängt hatte, wurden offiziell aufgehoben. Angst hat man auf der spanischen Urlaubsinsel vor den bläulich schimmernden Tieren mit den meterlangen, gefährlichen Tentakeln offenbar nicht.

Weder die Verantwortlichen noch die meisten Badegäste machen sich allzu große Sorgen. «Wir sind aufmerksam, aber ruhig», sagte die für Umwelt zuständige Sprecherin der Stadtverwaltung, Aina Llauger. Man habe die nötigen Maßnahmen ergriffen, beobachte die Küsten im Gebiet von Palma und habe die Rettungsschwimmer angewiesen, auch in den nächsten Tagen mit besonderer Gründlichkeit nach den seltenen, unerwünschten Gästen Ausschau zu halten. Man könne deshalb die Badegäste beruhigen und ihnen «Sicherheitsgarantien» geben, versicherte Llauger.

Ein Tipp für die Touristen? «Die Portugiesische Galeere schwimmt, anders als echte Quallen, an der Oberfläche. Man kann sie leicht entdecken», sagte Llauger. Lockerheit herrschte am Donnerstag auch bei den rund zwei Dutzend Strandbesuchern in Molinar. Ivan steht unter der Stranddusche, nachdem er ein paar Runden geschwommen ist. «Warum soll ich denn nicht ins Wasser gehen? Ich habe doch die hier», sagt der Mann mit portugiesischem Akzent und zeigt auf seine Schwimmbrille. «Wenn ich so ein Tier sehe, kann ich ja immer noch damit anfangen, mir Sorgen zu machen.» Die Spanierin Patricia meint: «Ich mag es sowieso nicht besonders, ins Wasser zu gehen.»

Ausgerechnet kurz vor Sommerbeginn waren die roten Flaggen am Mittwoch in Can Pastilla und Molinar unweit des bei Deutschen beliebten «Ballermann»-Strandes gehisst worden, nachdem dort zwei lebende Exemplare der Physalia physalis aufgetaucht waren. Die betroffenen Strände liegen östlich des Stadtzentrums.

Biologen warnten vor Panikmache der Medien. Bald werde die Portugiesische Galeere im Mittelmeer ohnehin keine Probleme mehr bereiten, ist Antoni Grau überzeugt. Der Leiter der Generaldirektion Fischerei der Balearen sagte der Zeitung «Diario de Mallorca»: «Wenn das Wasser erstmal 25 Grad erreicht, sterben diese Tiere alle.» Das sagte auch der Notdienst der Balearen voraus, der auf Twitter schrieb: «Wir sollten uns keine großen Sorgen machen». Praktisch in ganz Spanien ist es seit Wochen für die Jahreszeit relativ kühl.

Die «Mallorca Zeitung» betrachtet das Ganze derweil mit Ironie. Eigentlich gebe es jedes Jahr einen Urlauberschreck auf Mallorca, und die Aufregung sei «stets größer als die tatsächlichen Vorkommnisse» gewesen, heißt es in der jüngsten Ausgabe. Es dürfte sich jetzt ähnlich verhalten. Und: «Die fiesen Nesseltiere sind nur eines von vielen Risiken, mit denen Badegäste umgehen müssen. Das Meer vor Mallorca ist keine Badewanne», so das Wochenblatt.

Den Quallen-Alarm hatte am Montag (21. Mai) der Fund eines toten Exemplars am Strand Ciudad Jardin in Molinar ausgelöst. Am Wochenende waren in der ostspanischen Provinz Alicante ebenfalls Portugiesische Galeeren angespült worden. Daraufhin waren dort Strände auf einer Länge von rund 120 Kilometern gesperrt worden.

Starke Strömungen haben diese Exemplare nach Vermutung von Experten vom Atlantik durch die Straße von Gibraltar an die Küste Spaniens gespült. Die Portugiesischen Galeere ist eigentlich gar keine Qualle, auch wenn sie so aussieht. Sie besteht aus einer Kolonie voneinander abhängiger Polypen. Ihr Gift kann kleinere Fische töten, Menschen im Normalfall jedoch nicht. Der Kontakt mit diesen Tieren kann aber extreme Schmerzen verursachen.

Im Februar waren bei einer Attacke der Quallen in Thailand 23 Badegäste ins Krankenhaus gebracht worden. Aallgemein akzeptierte Erste-Hilfe-Maßnahme für Physalia-Stiche gibt es nicht, empfohlen werden unverdünnter Essig und verschiedene Essig-Rezepturen.

Veröffentlicht am:
24. 05. 2018
15:53 Uhr

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dpa

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24. 05. 2018
15:53 Uhr



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