Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Jubiläumsgewinnspiel "75 Jahre Frankenpost"WohnzimmerkunstBlitzerwarnerCoronavirus

 

Ryanair hat wegen Streiks Hunderte Flüge gestrichen

Mitten in der Ferienzeit legen viele Flugbegleiter bei Ryanair die Arbeit nieder. Am zweiten Streiktag in Spanien, Belgien und Portugal hielt sich der Unmut der Reisenden in Grenzen. Bei Entschädigungen für Streikfolgen stellt sich die Airline aber quer.



Streik bei Ryanair
Ryanair ließ wegen fehlender Flugbegleiter europaweit Hunderte Verbindungen ausfallen.   Foto: Francisco Seco/AP

Ein 48-stündiger Streik der Flugbegleiter des Billigfliegers Ryanair in mehreren europäischen Ländern hat am zweiten Tag nur noch wenige Reisende überrascht.

Im Gegensatz zum Vortag wurden am Donnerstag in Spanien, Portugal und Belgien nur wenige Flugverbindungen kurzfristig gestrichen, wie der Flughafen Brüssel mitteilte und Medien unter Berufung auf die Luftverkehrsbehörden berichteten. Nirgendwo habe es größere Zwischenfälle oder Proteste gegeben, hieß es. Entschädigungen für ausgefallene Flüge oder Verspätungen infolge des Streiks, der um Mitternacht endet, will Ryanair aber nicht bezahlen.

In Italien, das am Mittwoch von kurzfristigen Ausfällen mitten in der Ferienzeit besonders betroffen war, war der Ausstand schon nach 24 Stunden zu Ende gegangen. Auch an mehreren deutschen Flughäfen fielen am Mittwoch und Donnerstag Flugverbindungen aus. Die Flugbegleiter fordern bessere Arbeitsbedingungen, darunter mehr Geld. Ryanair droht seinerseits mit Stellenstreichungen.

Nach Angaben von Ryanair sollten wegen des Streiks am Donnerstag insgesamt 300 Flüge programmgemäß ausfallen, davon 200 allein in Spanien. Darüber hinaus habe es vorerst keine sonstigen Störungen gegeben, alle programmierten Flüge würden normal durchgeführt, teilte die irische Airline in einer ersten Bilanz am Donnerstag auf Twitter mit. Der Ausstand geht um Mitternacht zu Ende, verkündete die spanische Gewerkschaft SITCPLA auf Twitter.

Ryanair hatte versichert, alle 50.000 betroffenen Passagiere seien rechtzeitig umgebucht oder hätten den Preis des Flugtickets zurückerhalten. Darüber hinaus will man für Flugausfälle und -verspätungen infolge des aktuellen Streiks aber keine Entschädigungen zahlen. Wegen der «außergewöhnlichen Umstände» werde sie nichts bezahlen, teilte das Unternehmen in Dublin mit.

Nach EU-Recht ist laut Ryanair keine Entschädigung fällig, wenn «die Gewerkschaft unangemessen und völlig außerhalb der Kontrolle der Fluggesellschaft handelt». Fluggasthelfer-Portale kritisierten dagegen die Haltung der Airline als inakzeptabel.

Von der Arbeitsniederlegung war auch Mallorca betroffen. Auf der spanischen Urlaubsinsel wurden am Donnerstagvormittag zwei Ryanair-Flüge von Brüssel nach Palma sowie von Palma nach Brüssel gestrichen, wie ein Sprecher des Flughafens Son Sant Joan in Palma der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die Lage am Flughafen sei «normal». Nach Schätzung des Regionalblattes «Ultima Hora» waren vom Streik auf Mallorca 22 000 Passagiere betroffen.

An den beiden größten Flughäfen Spaniens in Madrid und Barcelona gebe es «keine besonderen Vorkommnisse», sagten Sprecher. Am zweiten Tag des Ausstandes fielen auch in Portugal und Belgien viele Flüge aus. Am Brüsseler Flughafen wurden am Donnerstag 22 der 40 Flugverbindungen gestrichen, wie eine Sprecherin sagte. Rund 4200 Passagiere konnten ihre Reise nicht antreten oder mussten auf einen anderen Flug umbuchen.

Am Mittwoch hatte Europas größte Billig-Airline wegen der fehlenden Flugbegleiter europaweit bereits um die 500 Verbindungen ausfallen lassen. Angekündigt waren ursprünglich nur 300 Flugausfälle. Die meisten Passagiere, die betroffen waren, hatten vorher per SMS oder Email Bescheid bekommen. Für viel Unmut und Frust sorgten aber die vielen kurzfristigen Ausfälle.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
26. 07. 2018
17:09 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Deutsche Flughäfen Deutsche Presseagentur Flugausfälle Flugbegleiter Flugverbindungen Flüge Forsa-Institut Passagiere Passagiere und Fahrgäste Ryanair Streiks Twitter Vereinigung Cockpit
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Flughafen Berlin-Brandenburg

16.03.2020

Airlines schränken ihr Angebot weiter ein

Reisen in Zeiten der Coronavirus-Krise wird immer schwieriger - vor allem mit dem Flugzeug. Denn die Airlines reduzieren ihren Betrieb oder stellen ihn sogar ganz ein. » mehr

Ticket-Erstattungen nach Corona

10.07.2020

Das lange Warten auf Flugticket-Erstattungen

Unfreiwillig haben Passagiere und Reisebüros den Fluggesellschaften in der Corona-Krise Tausende Kleinkredite gegeben. Nach der staatlichen Lufthansa-Rettung sollten nun Erstattungen schneller fließen. Gutscheine muss ni... » mehr

Fliegen in Corona-Zeiten: Barcelona

19.05.2020

Ein Hauch von Exklusivität: Fliegen in Corona-Zeiten

Die Corona-Krise hat auch den Flugverkehr weitgehend zum Erliegen gebracht. Wer im arg ausgedünnten europäischen Streckennetz unterwegs ist, erlebt bizarre Situationen. Die neue Normalität des Fliegens. » mehr

Check-In

06.11.2019

Lufthansa streicht 1300 Flüge wegen Flugbegleiter-Streiks

Passagiere von Lufthansa müssen sich wegen der angekündigten Streiks der Flugbegleiter auf Flugausfälle einstellen. » mehr

Flughafen-Streik in Barcelona

09.08.2019

Flugreisenden droht Ungemach durch Streiks in Teilen Europas

Reisezeit ist auch Risikozeit für Streiks in der Luftfahrtbranche. Am Airport in Barcelona legt ein Teil des Sicherheitspersonals die Arbeit nieder, in Großbritannien wollen die Ryanair-Piloten bald streiken. Auch ihre K... » mehr

Streik bei der Lufthansa

08.11.2019

Lufthansa-Flugbegleiter streiken weiter

Die Lufthansa-Passagiere haben den 48-stündigen Ausstand des Kabinenpersonals noch nicht überstanden. Auch an diesem Freitag fielen hunderte Flüge aus. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass beide Seiten wieder mitei... » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
26. 07. 2018
17:09 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.