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Kommt ein neues Fahrplan-Modell für die Bahn?

Immer zur vollen Stunde halten am Hauptbahnhof die ICE, egal welche Richtung - so in etwa könnten sich Fahrgäste einen Takt-Fahrplan merken. Doch von heute auf morgen kommt der nicht.



Hauptbahnhof in Leipzig
Nach einer Studie könnte viel Reisezeit gespart werden, wenn Zugverbindungen besser getaktet wären.   Foto: Stefan Sauer

Reisen mit der Bahn soll mit einem neuen Fahrplan-Modell einfacher und schneller werden. Dazu will die Bundesregierung im Herbst ihr Konzept ihres sogenannten Deutschland-Takts vorstellen.

Das Prinzip: An wichtigen Umsteigestationen treffen Züge ungefähr gleichzeitig ein und fahren kurz darauf wieder ab. Lange Umsteigezeiten von einer halben Stunde und mehr soll es dann nicht mehr geben.

«Das Konzept wollen wir im Herbst vorstellen. Dann haben wir einen Musterfahrplan für die Bahn im ganzen Land», kündigte Verkehrs-Staatssekretär Enak Ferlemann in der «Welt» an. Auch mit Nachbarn wie Dänemark und den Niederlanden laufe die Abstimmung.

Über einen «Deutschland-Takt» wird seit Jahren diskutiert. Vorbild ist die Schweiz, wo seit Jahrzehnten ein Taktfahrplan gilt. Verbände wie der Verkehrsclub Deutschland und der Fahrgastverband Pro Bahn sehen einen Beitrag zu einer ökologischen Verkehrswende, weil mehr Menschen auf die Bahn umsteigen würden.

Union und SPD hatten sich in ihrem Koalitionsvertrag einen vertakteten Fernverkehr zum Ziel gesetzt. «Der weitere Ausbau der Infrastruktur muss sich am gewünschten Fahrplan ausrichten», heißt es darin. Denn mitunter wären zusätzliche Gleise und Bahnsteige nötig. Die Ankündigung sei überfällig, hieß es am Mittwoch von den Grünen.

Mindestens acht bis zwölf Millionen Stunden Reisezeit im Jahr könnten nach einer Studie im Auftrag des Ministeriums gespart werden, wenn Zugverbindungen besser getaktet wären. «Schnelle Verbindungen mit reibungslosem Umsteigen zwischen Fern- und Nahverkehr machen Bahnfahren attraktiv», hofft Ferlemann.

Die Studie betont allerdings auch, dass die Einführung einer solchen Taktung ein mehrjähriger Prozess sei und nur dann realistisch, wenn sie sich auch wirtschaftlich rechne und daraus keine Behinderungen für den Güterverkehr entstünden.

Notwendig sind für den Deutschland-Takt auch pünktliche Züge. Daran mangelt es aktuell. Im Juli kam im Fernverkehr mehr als jeder vierte Zug sechs oder mehr Minuten zu spät. «Ich bin sehr unzufrieden, wie das zurzeit läuft», sagte Ferlemann. «Das muss besser werden, und das wird es auch.»

Die Bahn begrüßte die Initiative des Bundes für einen Deutschland-Takt. «Er ist wichtige Grundlage für eine fahrplanbasierte Infrastrukturentwicklung», sagte eine Sprecherin. Das Unternehmen werde sich in den kommenden Monaten weiter an der Diskussion der Einzelheiten beteiligen.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
22. 08. 2018
15:42 Uhr

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22. 08. 2018
15:42 Uhr



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