Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom Wochenende30 Jahre GrenzöffnungBlitzerwarnerVER Selb

 

Britische Airline Flybmi ist insolvent

Der EU-Austritt Großbritanniens in sechs Wochen hat auch der britischen Airline Flybmi zugesetzt: Sie stellt ihren Betrieb ein.



Airline Flybmi
Alle Flüge der britischen Airline Flybmi wurden gestrichen.   Foto: Bernd Wüstneck

Vor allem wegen des Brexits hat die britische Regional-Fluggesellschaft Flybmi Insolvenz angemeldet. Alle Flüge wurden mit sofortiger Wirkung gestrichen, wie die Airline auf ihrer Webseite mitteilte.

Sie hat mit 17 Maschinen Flüge zu mehr als 20 europäischen Zielen angeboten. Betroffen sind auch deutsche Flughäfen: Flybmi flog Frankfurt, Hamburg, Düsseldorf, München, Nürnberg, Saarbrücken und Rostock-Laage an. Zudem teilten sich die Briten Flüge («Codeshare») unter anderem mit der Lufthansa.

Vor allem für den Airport in Mecklenburg-Vorpommern sind die Folgen hart: Nach der Insolvenz von Germania waren Flybmi-Flüge nach München die letzten Verbindungen in Rostock-Laage. Der Airport bleibt aber nach eigenen Angaben betriebsbereit. Der Flugbetrieb sei sichergestellt, teilte die Geschäftsführung am Sonntag mit. «Wir gehen zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass mittelfristig die erfolgreiche Strecke von Rostock nach München durch eine andere Airline ersetzt werden kann und damit der Geschäftsreisebetrieb für die Unternehmen der Region wieder sichergestellt wird», sagte Flughafen-Chefin Dörthe Hausmann.

Zu den Ursachen der Flybmi-Insolvenz sagte ein Unternehmenssprecher der Mitteilung zufolge: «Die Herausforderungen, insbesondere durch den Brexit, erwiesen sich als unüberwindlich.» Kunden wurden gebeten, für die Erstattung des Flugpreises ihre Kreditkartenanbieter, Reiseagenturen oder Partnerfluggesellschaften von Flybmi zu kontaktieren.

Die Airline absolvierte im vergangenen Jahr 29.000 Flüge mit 522.000 Passagieren, von Laage aus nach München und zurück waren es laut Flughafenangaben 38.439 Passagiere. Insgesamt beschäftigt Flybmi 376 Mitarbeiter in Großbritannien, Deutschland, Schweden und Belgien.

Für die Entscheidung gibt es laut Airline mehrere Gründe, darunter allgemeine Schwierigkeiten in der Branche, aber eben auch der für Ende März geplante Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Die andauernde Unsicherheit habe dazu geführt, dass der Airline wertvolle Verträge entgangen seien. Probleme bereiteten auch höhere Kerosinpreise, die auf den teilweisen Ausschluss britischer Airlines vom Emissionshandel durch die EU zurückzuführen seien.

Die Passagiere wurden von der Einstellung der Flüge überrascht. Eine Familie hatte im südwestenglischen Airport Bristol schon die Sicherheitskontrollen passiert, als sie erfuhr, dass ihr Flug nach München gecancelt wurde. «Toller Start in den Urlaub», twitterte der Familienvater. Ein Ingenieur, der aus beruflichen Gründen 14 Flüge in den nächsten sechs Wochen zwischen dem nordirischen Londonderry und London Stansted gebucht hatte, sagte der Nachrichtenagentur PA, er habe erstmals das Gefühl, «im Brexit-Land» zu leben.

Etliche Passagiere verwechselten Flybmi mit der Fluggesellschaft Flybe. «Flybe hat nichts mit Flybmi zu tun», twitterte die britische Billigfluggesellschaft Flybe. Ihre Flüge seien nicht betroffen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
18. 02. 2019
14:02 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Billigflieger Deutsche Flughäfen Deutsche Lufthansa AG Flugausfälle Fluggesellschaften Flugpreise Insolvenzen Passagiere und Fahrgäste Twitter
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Lufthansa ändert Regeln für Vielflieger

22.11.2019

Lufthansa ändert Regeln für Vielflieger

Mit ausgeklügelten Loyalitätssystemen versuchen auch Airlines, ihre Kunden an sich zu binden. Unter strenger Beobachtung der Vielflieger schraubt nun die Lufthansa an ihrem Programm «Miles & More». » mehr

Streiks bei British Airways

09.09.2019

Streik bei British Airways - Tipps für Betroffene

Pilotenstreik bei British Airways: Die Airline streicht nahezu alle Fölüge. Was heißt das für betroffene Passagiere? » mehr

Handgepäck mit einer Kontrollbanderole

16.10.2019

Handgepäck-Flieger müssen gut aufpassen

Nur mit Handgepäck fliegen ist häufig am günstigsten. Doch die Regeln der Fluggesellschaften sind sehr unterschiedlich. Wer sie nicht kennt, zahlt am Ende womöglich kräftig drauf. » mehr

Lufthansa Check-in

07.11.2019

Lufthansa will jetzt Schlichtung mit Flugbegleitern

Der Streik der Flugbegleiter lässt zahlreiche Lufthansa-Flüge ausfallen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr will den Ausstand nun mit einem Mittel beenden, das ihm schon länger zur Verfügung stand. » mehr

Check-In

06.11.2019

Lufthansa streicht 1300 Flüge wegen Flugbegleiter-Streiks

Passagiere von Lufthansa müssen sich wegen der angekündigten Streiks der Flugbegleiter auf Flugausfälle einstellen. » mehr

Kalte Küche

07.11.2019

Lufthansa schafft zweite warme Mahlzeit ab

Zweimal warm essen im Flugzeug: Das ist auf Langstreckenflügen mit Lufthansa bald nicht mehr drin. Eine warme Mahlzeit wird ersetzt. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
18. 02. 2019
14:02 Uhr



^