Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimJubiläumsgewinnspiel "75 Jahre Frankenpost"BlitzerwarnerCoronavirus

 

Antworten auf Overtourism in den USA

Auf der Reisemesse ITB war Overtourism ein großes Thema. Gemeint damit ist: zu viele Urlauber zur selben Zeit am selben Ort. Auch in den USA tritt das Phänomen bisweilen auf. Weil sich Reisende darauf einstellen, ist Besserung jedoch in Sicht - wenn auch nicht überall.



Mammoth Hot Springs
Im Sommer oft voller Touristen: Im Jahr 2018 wurden im Yellowstone Nationalpark - hier Mammoth Hot Springs - 4,11 Millionen Besucher gezählt. Yellowstone ist damit die Nummer fünf unter den meistbesuchten Nationalparks der USA.   Foto: Christian Röwekamp » zu den Bildern

Urlaub in den USA führt Reisende immer häufiger an Orte, die früher weniger Auslandsgäste gesehen haben. Auf der Reisemesse ITB in Berlin (6. bis 10. März) berichteten Vertreter der Tourismusbranche, dass sich die Besucherströme stärker als früher in den Weiten des Landes verteilten.

Punktuell kommt es allerdings weiterhin dazu, dass besonders viele Urlauber gleichzeitig am selben Ort sind und damit für Overtourism sorgen, wie die parallel zur ITB vorgestellten Besucherzahlen der US-Nationalparkbehörde zeigen.

Viele Touristen blieben inzwischen länger in den USA, «weil sie nicht nur die großen Städte besuchen wollen, sondern auch weniger bekannte Regionen - die inzwischen keine weniger bekannten Regionen mehr sind», sagte Anne Madison von der Marketingorganisation Brand USA. «Unsere Kunden fragen öfter nach Alternativrouten zu den Hotspots», sagte Tilo Krause-Dünow vom Veranstalter Canusa, der Vizepräsident des Visit USA Committee in Deutschland ist. In der Urlauberberatung gehe man darauf auch ein: «Wir wollen vermeiden, dass unsere Kunden später mit dem Gefühl nach Hause fahren: Da war ja alles überlaufen.»

Für das Jahr 2019 erwartet die US-Regierung ein Wachstum bei der Zahl der Einreisen aus Deutschland von zwei Prozent. Laut der Hochrechnung wären das bis zum Jahresende etwa 2,186 Millionen US-Reisende mit deutschem Pass. Insgesamt werden mit knapp 83,9 Millionen Reisenden aus dem Ausland gerechnet, gut die Hälfte davon aus Kanada und Mexiko. Ein wenig zu schaffen mache der Branche aktuell der stärker gewordene Dollar, sagte Anne Madison. «Das ist eine Herausforderung für uns.» Bei den Urlaubsformen setze sich der Trend fort, dass Bustouren mit Reiseführer eine immer kleiner werdende Rolle spielen, erklärte Krause-Dünow. «Das individuelle Reisen nimmt weiter zu.»

Zu den Lieblingszielen vieler Deutscher gehören die Nationalparks in den USA. Alle zusammen haben sie 2018 zwar keinen neuen Besucherrekord erreicht - etliche bekannte Nationalparks jeweils für sich genommen allerdings schon. So viele Touristen wie noch nie kamen unter anderem in die Nationalparks Arches und Bryce Canyon in Utah, ins Death Valley in Kalifornien sowie nach Grand Teton in Wyoming. Die registrierte Zahl aller Nationalpark-Besucher ging um 3,8 Prozent auf 318,2 Millionen zurück. Laut dem US-Nationalpark-Service (NPS) wurde damit zum vierten Jahr in Folge die 300-Millionen-Marke überschritten. Vom NPS werden 418 Stätten verwaltet, neben den Nationalparks auch historische Orte. 385 der Stätten zählen Besucher.

Zu den Zielen in den USA, die sich auf weiter steigende Gästezahlen einstellen, gehört New York. Dort wird die Hotelauswahl immer größer: Ende 2019 werden voraussichtlich 131.900 Zimmer zur Verfügung stehen, etwa 13.000 mehr als am Jahresanfang, teilte das Tourismusamt NYC & Company zur ITB mit. Zum Vergleich: 2010 gab es den Angaben zufolge erst 86.600 Hotelzimmer in der Metropole an der US-Ostküste.

Die zusätzlichen Kapazitäten werden dringend gebraucht, um mit dem wachsenden Angebot an Attraktionen und Events Schritt zu halten. Neu hinzu kommt 2019 zum Beispiel der Komplex Hudson Yards im Westen Manhattans mit dem Kunstzentrum «The Shed» und der Aussichtsterrasse «Edge» in mehr als 330 Metern Höhe. Für Mai angesetzt ist die Eröffnung des Statue of Liberty Museums , in dem unter anderem die Original-Fackel der New Yorker Freiheitsstatue zu sehen sein wird.

Im Juni erwartet New York zum World Pride rund vier Millionen Besucher. Die Veranstalter des Großereignisses setzen sich für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender (LGBT) ein. World Pride findet erstmals in den USA statt und dürfte dazu beitragen, New Yorks Besucherzahlen auf eine neue Rekordzahl zu steigern, nachdem 2018 etwa 65,2 Millionen Touristen gezählt wurden.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
08. 03. 2019
18:14 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Eero Saarinen Museum of Modern Art Nationalparks Reisemessen Reisende Statuen Touristen US-Regierung USA-Urlaub Urlauber
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Reisewarnung verlängert

26.08.2020

Reisewarnung für mehr als 160 Länder verlängert

Vor gut fünf Monaten hat die Bundesregierung eine weltweite Reisewarnung für Touristen wegen Corona ausgesprochen. Für fast alle Länder außerhalb Europas gilt sie bis heute. Das wird auch erstmal so bleiben. » mehr

Corona-Tests

24.07.2020

Was Corona-Tests mit dem Urlaubsgefühl machen

Die Mund-Nasen-Maske gehört mittlerweile fest zum Urlaub. Bald könnten auch verpflichtende Corona-Tests für Reiserückkehrer kommen. So richtig normal wird das aber wohl nie werden, meint ein Experte. » mehr

Touristen am Flughafen von Heraklion

16.07.2020

500 Euro Strafe auf Kreta

Trotz der Corona-Pandemie hält Griechenland seine Grenzen für Touristen offen. Urlauber müssen vor Reisebeginn jedoch eine elektronische Anmeldung ausfüllen. Erstmals wurden Reisende nun dafür bestraft, dies versäumt zu ... » mehr

Urlaub auf den Malediven

24.06.2020

Touristen dürfen bald wieder auf die Malediven

Durch die Corona-Pandemie gilt auch auf den Malediven bisher ein Einreiseverbot. Im kommenden Monat sollen Touristen die beliebte Inselgruppe wieder besuchen dürfen. Bei der Ankunft erwarten sie allerdings strenge Kontro... » mehr

Reisewarnung für die Türkei

17.06.2020

Bundesregierung erklärt Türkei zum Corona-Risikogebiet

Für Europa ist die Lage ziemlich klar: Der Urlaub kann beginnen. Aber was ist mit den anderen Ländern? Eine Risikoliste der Bundesregierung gibt dafür jetzt neue Anhaltspunkte. Darauf steht ein Land, dass bei deutschen T... » mehr

Reisen trotz Reisewarnung

22.09.2020

Was ist eine Reisewarnung noch wert?

Kriege, Aufstände, Katastrophen: Das waren früher Gründe für eine Reisewarnung der Bundesregierung. Doch seit Corona ist alles anders. Was die neue Unübersichtlichkeit für Reisende bedeutet. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
08. 03. 2019
18:14 Uhr



^