Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom Wochenende30 Jahre GrenzöffnungBlitzerwarnerVER Selb

 

Nervenkrieg bei Lufthansa geht weiter

Die Schlichtung bei der Lufthansa schien bereits in trockenen Tüchern zu sein. Doch das Unternehmen verlangt zusätzliche Garantien von der Gewerkschaft. Nun stehen wieder Streiks im Raum.



Lufthansa-Schlichtung geplatzt
Fahnen mit dem Logo der Fluggesellschaft Lufthansa wehen auf dem Flughafen der Mainmetropole im Wind.   Foto: Andreas Arnold/dpa

Bei der Lufthansa zeichnet sich weiterhin kein Frieden mit dem Kabinenpersonal ab. Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo drohte mit unbefristeten Streiks zur Vorweihnachtszeit, nachdem zuvor das Unternehmen von der Schlichtungsvereinbarung aus der vergangenen Woche zurückgetreten war.

In dem Konflikt hat es bereits einen Warnstreik bei vier Lufthansa-Töchtern sowie einen zweitägigen Streik bei der Kerngesellschaft Lufthansa gegeben. Hier waren vor zwei Wochen rund 1500 Flüge mit rund 200 . 000 betroffenen Passagieren ausgefallen.

Die Ufo setzte dem Unternehmen eine Frist bis zum Donnerstag kommender Woche, dem 28. November. Bis dahin werde man keine Streiks veranstalten oder dazu aufrufen, erklärte der Vorstand der Gewerkschaft am Mittwoch in Mörfelden-Walldorf bei Frankfurt.

«Wir werden dann voraussichtlich zu langfristigen Arbeitskämpfen greifen müssen, denn anders hat es bisher nicht funktioniert bei diesem Konzern», erklärte Ufo-Vize Daniel Flohr für den Fall des Scheiterns. Damit seien Streiks in der Vorweihnachtszeit möglich.

Flohr machte den Lufthansa-Chef persönlich für das Scheitern der bereits vereinbarten Schlichtung verantwortlich. «Es kann nicht sein, dass Carsten Spohr das ausverhandelte Ergebnis wieder vom Tisch zieht», sagte er. Am Donnerstag vergangener Woche hatte die Arbeitsdirektorin Bettina Volkens gemeinsam mit Gewerkschaftsvertretern den Einstieg in eine umfassende Schlichtung verkündet.

Die Lufthansa strebt nach eigenen Angaben weiterhin die umfassende Schlichtung mit Ufo an. Die Gewerkschaft müsse nur verbindlich zusagen, für die Schlichtungsdauer bei der Lufthansa auf Streiks bei den übrigen Flugbetrieben des Konzerns zu verzichten, wiederholte ein Sprecher des Unternehmens Aussagen Spohrs. Die bislang erfolgten Erklärungen der Ufo zum Streikverzicht bei vier weiteren Flugbetrieben einschließlich der Eurowings reichten nicht aus.

Der Ufo-Vorstand hatte am Dienstagabend schriftlich zugesichert, bei den übrigen Flugbetrieben «zunächst» auf Streiks verzichten zu wollen und für jedes Unternehmen getrennte Vereinbarungen zum Tariffrieden anzustreben. Damit sei man der Lufthansa bereits weit entgegengekommen, meinte Flohr. Bislang gilt für die vier Töchter keine Friedenspflicht, so dass hier neue Streiks am einfachsten umzusetzen wären.

Formal befinde man sich bei der Kerngesellschaft nun in der «kleinen Schlichtung», in der begrenzt über die von Ufo offiziell aufgeworfenen Tariffragen verhandelt werden könne, sagte der Konzernsprecher. Zu diesen Forderungen gehören mehr Spesen und Zulagen für die Flugbegleiter sowie Wechselmöglichkeiten für Saisonkräfte in reguläre Arbeitsverhältnisse. Lufthansa forderte Ufo auf, dazu einen Schlichter vorzuschlagen.

Laut Lufthansa sind mit dem vorläufigen Scheitern der «großen Schlichtung» auch bereits getätigte Zusagen an die Ufo und an die Beschäftigten hinfällig. Dazu gehören eine Einmalzahlung von je 1500 Euro an jeden Kabinen-Mitarbeiter, das so genannte «Wintergeld» für Saisonkräfte und die Rücknahme einer Statusklage beim Arbeitsgericht Frankfurt, mit der Lufthansa den Gewerkschaftsstatus der Ufo in Frage gestellt hatte. Ohnehin noch nicht umgesetzt war die Wiedereinstellung des früheren Ufo-Chefs Nicoley Baublies als Purser bei der Lufthansa-Kerngesellschaft.

Das Unternehmen bestätigte auch, dass am Montag mit der Konkurrenzgewerkschaft Verdi eine Vereinbarung bei der Eurowings Deutschland geschlossen wurde. Dort geht es um Übergangsregelungen für Beschäftigte der Germanwings bei einem Wechsel zur Eurowings. Ufo zeigte sich empört über das Vorgehen der Verdi, die keineswegs bei Eurowings die Mehrheitsgewerkschaft sei und die Rechte der Ufo dort missachte. Man betreibe bereits seit Jahren bei Eurowings eine aktive und eigenständige Tarifpolitik, erklärte dazu eine Verdi-Sprecherin.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
20. 11. 2019
16:28 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeitsgerichte und Arbeitsgerichtsbarkeit Deutsche Lufthansa AG Einmalzahlungen Eurowings Flugbegleiter Germanwings Gewerkschaften Konzernsprecher Passagiere und Fahrgäste Schlichtungen Streiks Tarifpolitik Ufo-Vorstand
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Flugbegleiter-Streik bei Lufthansa

11.11.2019

Noch kein Schlichtungsplan bei Lufthansa

Nach dem zweitägigen Flugbegleiter-Streik sprechen Lufthansa und die Gewerkschaft Ufo wieder miteinander. Ob dabei eine Schlichtung rauskommt, bleibt zunächst offen. » mehr

Check-In

06.11.2019

Lufthansa streicht 1300 Flüge wegen Flugbegleiter-Streiks

Passagiere von Lufthansa müssen sich wegen der angekündigten Streiks der Flugbegleiter auf Flugausfälle einstellen. » mehr

Flughafen Frankfurt

21.10.2019

Gewerkschaft Ufo: Keine weiteren Warnstreiks in dieser Woche

Der Lufthansa ist es am Sonntag nicht gelungen, die Warnstreiks ihrer Flugbegleiter ins Leere laufen zu lassen. Mittlerweile ist der Flugbetrieb aber wieder normal angelaufen. » mehr

Lufthansa Check-in

07.11.2019

Lufthansa will jetzt Schlichtung mit Flugbegleitern

Der Streik der Flugbegleiter lässt zahlreiche Lufthansa-Flüge ausfallen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr will den Ausstand nun mit einem Mittel beenden, das ihm schon länger zur Verfügung stand. » mehr

Streik bei der Lufthansa

08.11.2019

Lufthansa-Flugbegleiter streiken weiter

Die Lufthansa-Passagiere haben den 48-stündigen Ausstand des Kabinenpersonals noch nicht überstanden. Auch an diesem Freitag fielen hunderte Flüge aus. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass beide Seiten wieder mitei... » mehr

Verspätung

25.06.2019

Wenn die Airline keine Entschädigung zahlt

Auch in diesem Sommer werden sich viele Flüge verspäten. Fluggäste haben dann oft Anspruch auf Entschädigung. Doch was tun, wenn die Airlines trotzdem abwinken? » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
20. 11. 2019
16:28 Uhr



^