Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimJubiläumsgewinnspiel "75 Jahre Frankenpost"WohnzimmerkunstBlitzerwarnerCoronavirus

 

Reisebüro muss über Einreisebestimmungen aufklären

Auch für das reine Umsteigen am Flughafen benötigen Passagiere manchmal Visa oder Einreisegenehmigungen. Blöd, wer das nicht weiß. Nur wen trifft die Schuld? Diese Frage beschäftigte ein Gericht.



Beratung in einem Reisebüro - auch über Transit-Bestimmungen
Die Expertinnen im Reisebüro kennen sich aus - entscheidendes Wissen müssen sie aber auch mit dem Urlauber teilen, wie ein Fall zeigt.   Foto: Benjamin Nolte/dpa-tmn

Ein Reisebüro muss bei der Buchung eines Fluges über die erforderlichen Einreisebestimmungen aufklären - auch für die Transitländer auf der Route. Scheitert die Flugreise des Kunden, weil ihm aus Unwissenheit nötige Visa oder Einreisegenehmigungen fehlen, muss der Reisevermittler Schadenersatz zahlen. Das zeigt ein Urteil des Amtsgerichts Duisburg (Az.: 73 C 3013(17)).

Ein verhängnisvoller Zwischenstopp

In dem verhandelten Fall ging es um eine Familie, die von Düsseldorf nach Orlando in Florida fliegen wollte. Der Ehemann buchte in einem Reisebüro Hinflüge über London und Toronto in Kanada sowie Rückflüge über Montreal ebenfalls in Kanada zurück nach Deutschland. Die Einreisegenehmigungen für die USA besorgte er vor der Reise.

Beim Umsteigen in London informierte die Fluggesellschaft die Familie jedoch darüber, dass Eta-Genehmigungen zur Einreise nach Kanada fehlten und die Beförderung daher leider nicht möglich sei. Der Frau fehle sogar ein Transitvisum, da sie ukrainische Staatsbürgerin sei.

Die Airline buchte die Familie kostenlos auf eine Verbindung ohne Stop-over in Kanada um - doch auf dem Rückweg war dies nicht mehr möglich. Der Ehemann musste Ersatzflüge von Orlando direkt nach Deutschland buchen. Das Geld wollte er sich vom Reisebüro zurückholen, da dieses ihn nicht ausreichend informiert habe.

Mangelnde Aufklärung vereitelte den Flug

Das Gericht gab dem Kläger Recht. Die Vermittlung eines Fluges könne nur erfolgreich sein, wenn dieser auch durchgeführt werden könne. Das Reisebüro müsse daher aktiv über Einreisebestimmungen auch für Transitländer informieren. Dies unterblieb hier. Der Kläger bekam rund 1700 Euro für die Ersatzflüge zugesprochen.

Über das Urteil vom 22. Juli 2019 - also vor der Corona-Pandemie - berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in der Zeitschrift «ReiseRecht aktuell» (Ausgabe 3/2020).

© dpa-infocom, dpa:200630-99-618199/2

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
30. 06. 2020
13:02 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Ehegatten Einreisebestimmungen Familien Flugbuchung Flughäfen Flugreisen Passagiere und Fahrgäste Reisebüros Reiserecht
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Wenn die Maschine doch nicht abhebt

21.07.2020

Entschädigung bei vorsorglicher Flugannullierung

Schlechtes Wetter kann eine Flugreise vereiteln. Die Airline kann in diesem Fall oft wenig tun. Doch Passagieren steht trotzdem eine Entschädigung zu - wenn eine wichtige Bedingung erfüllt ist. » mehr

Corona-Testzentrum am Flughafen Frankfurt

29.06.2020

Corona-Testzentrum öffnet an Frankfurter Flughafen

Vor dem Einsteigen noch schnell ein Coronatest, um eine Quarantäne am Zielort vermeiden zu können: Das ist nun für Reisende am Frankfurter Flughafen möglich. » mehr

Handgepäck für den Flieger

04.08.2020

Soviel Handgepäck darf's sein

Wer Geld sparen will, fliegt nur mit Handgepäck. Doch der kleine Trolley ist längst nicht mehr bei allen Airlines kostenlos. Wegen Corona gibt es bei manchen Fluggesellschaften sogar Sonderregeln. » mehr

Anzeigetafel am Flughafen

08.10.2019

Entschädigung für Flugausfall kann sich halbieren

Wenn ein Flug gestrichen wird, steht Passagiere oft eine Entschädigung zu - und eine alternative Beförderung. In einigen Fällen gibt es aber nur die Hälfte des Geldes. » mehr

Flugticket

25.06.2019

Selbst gebuchte Ersatzflüge werden nicht immer erstattet

Es ist ein ärgerlicher Fall: Die Airline nimmt Pauschalurlauber wegen einer ungültigen Buchung nicht mit. Wer dann aber gleich selbst einen Ersatzflug bucht, bleibt später womöglich auf den Kosten sitzen. » mehr

Beratung im Reisebüro

05.11.2019

Neues Projekt macht CO2-Kompensation leichter

Klimaschutz kostet - das gilt auch beim Thema Urlaub. Doch kaum jemand zahlt für seine Flugreise zusätzlich einen freiwilligen Umweltbetrag. Eine neue Kooperation will das nun ändern. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
30. 06. 2020
13:02 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.