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Bruchsaler Schloss zeigt Barbie-Sammlung

Sie inspiriere Mädchen, sich eine Zukunft zu erträumen, in der sie alles werden können, sagen die einen - sie könne Kindern schaden, sagen die anderen: die Barbie-Puppe. Das Bruchsaler Schloss zeigt sie und ihre Entwicklung seit 1959.



Barbie-Ausstellung in Bruchsal
In der Sonderausstellung «Busy girl - Barbie macht Karriere» im Schloss Bruchsal sind mehr als 1000 Objekte aus der weltweit größten Barbie-Sammlung zu sehen.   Foto: Christoph Schmidt/dpa

Sie war vier Jahre vor der ersten bemannten Mondlandung im All und ging 24 Jahre vor Hillary Clinton als erste US-Amerikanerin ins Rennen um die Präsidentschaft: Die Barbie-Puppe gibt es schon seit 61 Jahren und sie hat mehr als 200 verschiedene Berufe ausgeübt.

Das Bruchsaler Schloss zeigt in den kommenden Monaten die verschiedenen Modetrends, Berufe und teils auch körperlichen Veränderungen der Barbie-Puppe. Die Ausstellung «Busy Girl - Barbie macht Karriere» beginnt am Samstag (5. September) und endet am 21. Februar 2021.

1000 Puppen und Puppenhäuser in Bruchsal zu sehen

«Die passt sich den jeweiligen Epochen, in denen sie entsteht, perfekt an», sagt Karin Schrey, der ein Teil der rund 1000 Puppen und Puppenhäuser in Bruchsal gehört. Schrey steht neben einer Miniatur-Boutique aus Pappe, die liebevoll zu einer Szenerie aus den 60er Jahren zusammengestellt wurde - mitsamt an der Wand hängenden Barbie-Kleidern, Zeitschriften auf dem Tisch, befüllter Vitrine und Strapsen, die eine Puppe gerade einer anderen zu zeigen scheint.

In der Ausstellung hängen Texttafeln, die die Geschichte zur Berufstätigkeit der Frau in der realen Welt erzählen, und echte Pionierinnen aus Medizin, Weltraum oder Militär vorstellen. Noch in ihrer Originalverpackung steht eine Puppe der afroamerikanischen Mathematikerin Katherine Johnson, deren große Rolle bei der ersten Mondlandung erst im Hollywood-Film «Hidden Figures» einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde.

Barbie und ihre Entstehungsgeschichte

Neben Schreys Barbies sind in Bruchsal Puppen aus der privaten Sammlung von Bettina Dorfmann ausgestellt. Die Düsseldorferin besitzt mit rund 18.000 Puppen weltweit die meisten Barbies. Darunter auch eine der ersten Barbies, die Barbie-Erfinderin Ruth Handler 1959 mit ihrem Mann Elliot auf den Spielwarenmarkt brachte.

In Bruchsal ist ein Replikat dieser «Original-Barbie» ausgestellt, die Handler damals nach einem Vorbild der spitzzüngigen Comicfigur «Lilli» der «Bild»-Zeitung nachgebildet hatte. Damals gab es vor allem Baby-Puppen, mit denen Mädchen beim Spielen in die Mutterrolle schlüpfen konnten. Handlers Tochter Barbara - nach der die Puppe auch benannt wurde - spielte damals mit flachen Papierfiguren. Ihre Mutter beobachtete sie dabei und entschloss sich, eine Figur in 3D mit dem Körper einer erwachsenen Frau herzustellen.

Auch auf Vielfalt wird wertgelegt

Die Puppe inspiriere Mädchen dazu, sich eine Zukunft zu erträumen, in der sie alles werden können, wirbt der Hersteller. Die Puppe könne ein gestörtes Körpergefühl junger Mädchen begünstigen, sagen Kritiker. Genderforscherin Stevie Schmiedel sagte im vergangenen Jahr, dass Puppen so aussehen sollten wie die Kinder, die mit ihnen spielen. Dürre Barbie-Puppen seien schlecht für das Selbstbewusstsein junger Mädchen.

Gerade in den letzten Jahren machte auch der meist hellhäutige, langbeinige Körper der Puppe einen Wandel durch. In Bruchsal stehen unter anderem eine Barbie mit mehr Rundungen, eine Barbie im Rollstuhl, mehrere Barbies mit verschiedenen Hautfarben und eine Barbie ohne Haare.

© dpa-infocom, dpa:200904-99-427877/3

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Von Anika Stiller
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Veröffentlicht am:
04. 09. 2020
11:03 Uhr

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04. 09. 2020
11:03 Uhr



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