Lade Login-Box.
Topthemen: Hofer Filmtage 2019EhrenamtskampagneVER Selb

 

Ryanair-Fluggäste dürfen Ansprüche an Portale abtreten

Verspätungen und Flugausfälle sind ärgerlich. Muss man dann noch lange um Entschädigungen kämpfen, wird der Frust noch größer. Ein Gericht hat nun entschieden, dass Ryanair-Passagiere ihre Erstattungsansprüche an Flugrechtsportale übertragen dürfen.



Ryanair
Ryanair hatte in den AGB eine Abtretung von Ansprüchen - etwa nach Verspätungen - an Flugrechtsportale untersagt. Das hat ein Gericht nun für rechtswidrig erklärt.   Foto: Silas Stein

Verspätete Passagiere von Ryanair dürfen in Deutschland ihre Erstattungsansprüche an Flugrechtsportale abtreten. Das geht aus einem rechtskräftigen Urteil des Amtsgerichts Nürnberg hervor, das gegenteilige Bestimmungen in den Ryanair-Geschäftsbedingungen für rechtswidrig erklärt hat.

Die Iren haben laut Mitteilung der bayerischen Justiz ihre Berufung zurückgenommen, nachdem das Landgericht Nürnberg seine Zustimmung zum Urteil der ersten Instanz hatte erkennen lassen.

Erstritten hat das Urteil der Hamburger Fluggast-Sofortentschädiger EUflight.de, der regelmäßig mögliche Entschädigungsansprüche von Passagieren ankauft und dann auf eigene Rechnung durchsetzt. Andere Portale vertreten gegen eine pauschale Provision die Passagiere gegenüber den Fluggesellschaften.

Ryanair will diese Unternehmen möglichst von Entschädigungen ausschließen und hält ihnen vor, von Kunden überhöhte Preise für ihre Dienstleistungen zu verlangen. Zunächst hatte Ryanair in den AGB eine Abtretung von Ansprüchen etwa nach Verspätungen komplett untersagt. Nachdem diese Klausel vor deutschen Gerichten nicht standgehalten hatte, sollten Übertragungen laut geänderten AGB nur an andere natürliche Personen möglich sein, die ebenfalls den verspäteten Flug genutzt hatten.

Auch diese Regelung benachteiligt nach Auffassung der Nürnberger Richter die Fluggäste einseitig. Sie müssten in ihrer Entscheidung frei bleiben, ein in solchen Angelegenheiten erfahrenes Unternehmen kostenpflichtig zu beauftragen. Ryanair entstehe dadurch kein zusätzlicher Aufwand.

EUflight-Geschäftsführer Lars Watermann hielt Ryanair «dreistes und kundenunfreundliches Verhalten» vor. Die Iren ließen es häufig auf Klagen ankommen. EUflight habe aber von bislang mehr als 800 Verfahren gegen die Airline erst 4 verloren. Ryanair äußerte sich zunächst nicht zu der Nürnberger Entscheidung.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
25. 09. 2018
17:18 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Flugausfälle Passagiere Ryanair
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Ende von Air Berlin

26.10.2017

Probleme nach Air-Berlin-Aus: Diese Rechte haben Passagiere

Mit dem Ende von Air Berlin entstehen deutliche Lücken in den deutschen Flugplänen. Passagiere müssen in der nächsten Zeit mit Verspätungen und Flugausfällen rechnen. Gut, wenn sie sich schon jetzt über ihre Rechte infor... » mehr

Ryanair-Flugzeug

18.09.2017

Ryanair-Flug gestrichen: Diese Rechte haben Passagiere

Ryanair hat überraschend angekündigt, bis Ende Oktober täglich Dutzende Flüge zu streichen. Werden Airline-Kunden deshalb nicht befördert, haben sie gute Aussichten auf Kostenerstattung. » mehr

Fliegen in der Business Class

21.08.2018

Flug gestrichen: Keine Ersatztickets für die Business Class

Die Beine lassen sich ausstrecken, das Schlafen wird angenehmer: Die Business Class ist komfortabel. Hat man als Pauschalurlauber allerdings Economy gebucht, muss man bei einer Ersatzbuchung dabei bleiben. Das zeigt ein ... » mehr

Warnstreik am Flughafen

10.04.2018

Keine Entschädigung für Flugausfälle bei Streik

Wegen des Verdi-Warnstreiks an vier deutschen Flughäfen müssen sich Fluggäste auf massive Einschränkungen einstellen. Betroffene Fluggästen können ihr Ticket umtauschen. » mehr

Anzeigetafel an einem Flughafen

11.09.2018

Ausreden gegen Ausgleichszahlung für Flugverspätung

Bei Flugstreichungen oder Verspätungen von über drei Stunden haben Passagiere ein Recht auf Entschädigung, sofern keine außergewöhnlichen Umstände vorliegen. Einige Airlines versuchen die Zahlungen mit Ausreden abzuwende... » mehr

Warnstreik am Hamburger Flughafen

05.09.2018

BGH stärkt Passagierrechte bei Flugausfall

Streikt das Sicherheitspersonal am Flughafen, herrscht schnell Chaos an den Passagierkontrollen. Ist den Airlines zuzumuten, dass ihre Maschinen trotzdem starten? Darüber entschied nun der Bundesgerichtshof. » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
25. 09. 2018
17:18 Uhr



^