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Universitäten helfen bei Umgang mit Belastung

In drei Jahren zum Bachelor-Abschluss: Studierende leiden unter Stress. Und die Universitäten reagieren darauf. Im Studienplan steht dann Stressmanagement oder Achtsamkeit und Meditation.



Studierende kommen in einen Hörsaal
Semesterpläne und Prüfungsdruck können bei Studnenten großen Stress auslösen. Einige Universitäten bieten daher bereits Stressmanagement-Kurse an.   Foto: Uwe Anspach/dpa

Seminare zum Zeitmanagement, Kurse zu Achtsamkeit und Meditation: Universitäten in Baden-Württemberg machen Stress im Studium zunehmend zum Thema. In Stuttgart, Tübingen und Freiburg stehen die Kurse beispielsweise zur Auswahl.

Studierendenvertreter der Universität Tübingen begrüßen die Angebote der Universität, kritisieren aber, dass sie sich nur an eine begrenzte Teilnehmerzahl aus den ersten Semestern richte. Die Kurse zielten auf eine bessere Anpassung der Studierenden an das stressende Umfeld. «Dabei könnte man auch in Frage stellen, ob es in allen Fällen notwendig ist, dass derart Zeit- und Leistungsdruck - auch künstlich - erzeugt wird», sagt der Sprecher des Studierendenrates Sebastian Bernd Preuß.

Ob der Stress unter den Studierenden nachweislich zugenommen hat, könne er nicht sagen. Aber er berichtet, dass das Bologna System sowie der Anspruch, in Regelstudienzeit zu studieren, die Kommilitonen stresse. «Weitere Stressfaktoren sind beispielsweise unsichere Aussichten, was Bafög angeht, die teilweise sehr unsichere Zeit nach dem Studium sowie Probleme mit der Unibürokratie», so Preuß. Wem Exmatrikulation, Obdachlosigkeit oder das Nicht-Bestehen von Prüfungen droht, dürfe sicher zu Recht von sich sagen, er sei gestresst.

Um Stress entgegenzuwirken, gibt die Psychologin Birgit Derntl an der Uni Tübingen Seminare für Doktoranden zum Stressmanagement. «Es gibt eine längere Warteliste», sagt Derntl. Stress hat aus Sicht der Forscherin ein zu Unrecht ausschließlich negatives Image. «Es ist schon eindrücklich, wie gestresst alle sind», sagt sie. Ihr liegt daran, den Studierenden mitzuteilen, dass Stress an sich etwas Positives ist, weil man unter Stress eigens auferlegte Grenzen überwinden und Ressourcen freisetzen könne. «Aber auf lange Frist ist er schädlich», sagt Derntl.

Prüfungsängste, Probleme mit dem Zeitmanagement, Lern- und Leistungsstörungen gehören auch zu den Themen, die Studierende mit den Fachleuten der psychosozialen Beratung des Studentenwerks Stuttgart besprechen wollen. Im Jahr 2016 haben 718 Studierende Rat gesucht - ein Anstieg gegenüber den Vorjahren (2015: 687), wobei auch die Zahl der Studierenden steigt.

An den Universitäten Stuttgart und Tübingen gibt es Angebote zum Stressmanagement, auch die Universität Freiburg gibt einen Kurs zum Zeitmanagement für Doktoranden. Auch hier macht das Studentenwerk mit seiner psychotherapeutischen Beratung weitere Angebote, zum Beispiel «Stressbewältigung durch Achtsamkeit» oder «Prüfungsangst war gestern». In Freiburg beschäftigen sich Wissenschaftler derzeit in einem Sonderforschungsbereich mit der Muße und wo sie in der Epoche der Beschleunigung, Zeitverdichtung und Effizienz noch Platz findet.

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dpa

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Veröffentlicht am:
12. 05. 2017
13:05 Uhr

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