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Meteorologie-Studium eröffnet gute Berufschancen

Das Studium ist nah an der Physik, die Abbrecherquoten sind hoch - und vor der Kamera landen die wenigsten. Doch auf studierte Meteorologen warten noch viel spannendere Jobs.



Hauptarbeitswerkzeug Computer
Kommt ein Hoch oder Tief? Meteorologen sind keineswegs oft bei Wind und Wetter unterwegs - ihr Hauptarbeitswerkzeug ist der Computer.   Foto: Alexander Heimann/Deutscher Wetterdienst/dpa-tmn » zu den Bildern

Sonne oder Regen - Meteorologen kennt man vor allem aus der Wettervorhersage aus dem Fernsehen. Doch wer glaubt, das sei das einzige Berufsziel für die Wetterexperten, irrt gewaltig.

«Tatsächlich landen die wenigsten studierten Meteorologen vor der Kamera», sagt Prof. Felix Ament von der Universität Hamburg. Ein Problem sei das aber nicht: «Die Berufschancen für Meteorologen sind so gut wie noch nie. Vor allem im Bereich erneuerbare Energien werden immer mehr Experten gebraucht», erklärt Ament. Und der Kreis der Absolventen ist klein. Es gibt nur etwa ein Dutzend Meteorologie-Studiengänge in Deutschland. «In jedem Jahr schließen etwa 150 junge Meteorologen ihr Studium ab.»

Bis zum Abschluss kommen aber nur wenige. «Das Problem ist, dass viele zwar Interesse an der Meteorologie, aber nicht an den physikalischen Hintergründen haben», erklärt Prof. Uwe Ulbrich, der an der Freien Universität Berlin lehrt. Im ersten Studienjahr steht aber eine Menge Physik und Mathematik auf dem Lehrplan. Denn die Physik der Atmosphäre zu verstehen, ist für Meteorologen essenziell. Und um Wettervorhersagen treffen zu können, sind komplizierte mathematische Gleichungen nötig.

Die Doktorandin Stella Babian, die an der FU Berlin promoviert, hat das nicht abgeschreckt, im Gegenteil. «Ich mag Physik - nur als reines Fach war mir das zu langweilig. Und Mathe fand ich zu theoretisch. So bin ich bei Meteorologie gelandet», erzählt sie.

Nach dem ersten Jahr folgen Themen wie Klimatologie, Wolkenbildung, Sonnenstrahlung und Wetter, das in der Fachsprache auch Synoptik genannt wird. Wichtig ist auch die Datenverarbeitung, da Meteorologen häufig mit Großrechnern arbeiten und Unmengen an Messdaten auswerten.

«Im Master müssen die Studierenden verstärkt selbst programmieren und Vorhersagemodelle weiterentwickeln», erläutert Prof. Ament. Er stellt klar: «Es ist eine Illusion zu denken, dass man als Meteorologe ständig draußen ist. Das Hauptarbeitswerkzeug ist der Computer.»

Der größte Arbeitgeber ist der Deutsche Wetterdienst (DWD). Neben der Zentrale in Offenbach betreibt die Behörde das dichteste meteorologische Messnetz in Deutschland. Während in der Zentrale vor allem Diplom- und Master-Meteorologen arbeiten, sind die Bachelorabsolventen meist in Außenstellen tätig. «Sie schreiben Wetterberichte für die Region und beraten Unternehmen. Da fragen etwa Baufirmen an, ob sie zu einem bestimmten Zeitpunkt betonieren können», erklärt DWD-Sprecher Andreas Friedrich.

«Neben dem Deutschen Wetterdienst landen auch viele unserer Absolventen bei privaten Wetterdiensten, die spezielle Kunden noch besser informieren wollen», erklärt Ulbrich. Einige seien bei Versicherungen und Rückversicherungen tätig, wo es beispielsweise um die Einschätzung von Schadenshäufigkeiten geht. Dazu kommen zahlreiche Forschungsinstitute. Prof. Ament sieht den Bereich der erneuerbaren Energien als wichtiges Betätigungsfeld. «Etwa die Hälfte unserer Absolventen geht dorthin.» So müssten Energieanbieter wissen, wie viel Sonne scheinen und wie viel Wind wehen wird, um auf Stromengpässe oder Überschüsse vorbereitet zu sein.

Außerdem schließen viele Masterabsolventen eine Promotion an. Doktorandin Babian etwa beschäftigt sich mit der Zirkulation von Winden auf der Südhalbkugel, die Wissenschaftlern derzeit noch viele Rätsel aufgeben. «Für mich ist das Spannendste an der Meteorologie nicht das Wetter, sondern das Klima.»

Veröffentlicht am:
03. 07. 2017
04:45 Uhr

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dpa

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03. 07. 2017
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