Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom Wochenende30 Jahre GrenzöffnungBlitzerwarnerVER Selb

 

Diese deutschen Unis und Verbünde sind künftig «Elite-Unis»

Harvard, Princeton, Yale - die US-Elite-Unis sind weltbekannt. Auch Deutschland will den Ruf seiner Hochschulen seit ein paar Jahren mit einem Wettbewerb aufpolieren. Der dabei vergebene Titel «Exzellenzuniversität» ist begehrt - denn es geht um viel Geld.



Im Hörsaal
Nach sieben Jahren wird überprüft, ob die «Elite-Unis» jeweils noch die Fördervoraussetzungen erfüllen.   Foto: Uwe Anspach/Illustration

Im Jahr 2004 brachte die damalige Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) die Idee ins Spiel: Einen Wettbewerb unter den deutschen Hochschulen - die Gewinner sollen mit viel Geld gefördert werden, so dass sie «zu international sichtbaren Leuchttürmen der Forschung» werden.

2006 wurde dann der Titel «Exzellenzuniversität» zum ersten Mal verliehen. Jetzt wurde einmal mehr verkündet, wer den begehrten Titel künftig tragen darf.

Welche Universitäten wurden ausgewählt?

Ein Gremium aus Wissenschaft und Politik kürte nun in Bonn nach einem langen Auswahlverfahren die besten Hochschulen, die sich jetzt auf viel Extra-Geld freuen können.

In der Schlussrunde waren 19 Bewerber; insgesamt 17 einzelne Unis und zwei Verbünde mehrerer Hochschulen. Davon hat die Jury, in der neben internationalen Experten die für Bildung und Forschung zuständigen Minister aus Bund und Ländern sitzen, folgende elf Universitäten beziehungsweise Verbünde ausgewählt: Die Rheinisch-Westfälische Technische Universität Aachen, der Berliner Verbund aus Freier Universität, Humboldt-Universität und Technischer Universität, die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, die Technische Universität Dresden, die Universität Hamburg, die Universität Heidelberg, das Karlsruher Institut für Technologie, die Universität Konstanz, die Ludwig-Maximilians-Universität München, die Technische Universität München und die Eberhard Karls Universität Tübingen.

Um wie viel Geld geht es diesmal und ab wann fließt es?

Die neuen Fördergelder fließen ab 1. November dieses Jahres. Insgesamt werden 148 Millionen Euro pro Jahr verteilt. Die ausgewählten Unis bzw. Universitätsverbünde bekommen davon jeweils 10 bis maximal 28 Millionen Euro. Drei Viertel zahlt der Bund, ein Viertel das jeweilige Bundesland, in dem die Hochschule angesiedelt ist. Zusätzlich wurden den Unis vorher schon Extra-Gelder für einzelne Forschungsfelder zugesprochen, in denen sie international hervorstechen - diese Förderung ist Voraussetzung dafür, dass die Hochschulen sich überhaupt für den Titel «Exzellenzuniversität» bewerben können.

Wer entscheidet, welche Hochschule eine «Exzellenzuni» ist?

Die sogenannte «Exzellenzkommission». In ihr sitzen insgesamt 39 internationale Vertreter aus der Wissenschaft, zudem die Bundesbildungsministerin und die Bildungs- und Forschungsminister der 16 Bundesländer - also insgesamt 56 Personen. Die Stimmenmehrheit hat innerhalb der Kommission also die Wissenschaft.

Nach welchen Kriterien wird entschieden?

In die Entscheidung fließen verschiedene Faktoren ein: Bestimmte herausragende Forschungsprojekte zum Beispiel oder besondere Personalstrategien einer Hochschule zur Gewinnung herausragender Wissenschaftler. Die Hochschulen müssen in ihren Bewerbungen auch genau darlegen, wofür sie das zusätzliche Geld ausgeben wollen. Zuständig für die Bewerbungsverfahren sind die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Wissenschaftsrat - ein Gremium, das Bund und Länder in wissenschaftspolitischen Fragen berät. Dort heißt es, die Gewinner-Hochschulen werden nach einem «wissenschaftsgeleiteten Auswahlverfahren» ausgesucht.

Wie lange läuft die Förderung?

Die jetzt ausgewählten «Exzellenzuniversitäten» sollen dauerhaft gefördert werden, heißt es zwar. Aber nach sieben Jahren wird überprüft, ob die «Elite-Unis» jeweils noch die Fördervoraussetzungen erfüllen. Wenn ja, fließen die extra Millionen auch weiterhin.

Was sagen Kritiker?

Studentenvertreter verschiedener Hochschulstädte, deren Universitäten mit im Rennen waren, haben sich in einer gemeinsamen Erklärung gegen den Wettbewerb ausgesprochen. Sie sehen die Gefahr eines «Zwei-Klassen-Systems» und kritisieren, dass einige wenige Universitäten nun in den Genuss einer massiven finanziellen Unterstützung kämen, während der Rest mit enormen finanziellen Problemen kämpfen müsse.

Autor

Von Jörg Ratzsch
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
19. 07. 2019
16:52 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Allgemeine (nicht fachgebundene) Universitäten Bundesbildungsminister Bundesministerium für Bildung und Forschung Deutsche Forschungsgemeinschaft Eberhard Karls Universität Eberhard-Karls-Universität Tübingen Edelgard Bulmahn Exzellenzuniversitäten Forschung Forschungsminister Forschungsprojekte Hochschulen und Universitäten Humboldt-Universität Institute Karlsruher Institut für Technologie Ludwig-Maximilians-Universität München Minister Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg SPD Technische Hochschulen Technische Universität Dresden Technische Universität München Universität Hamburg Universität Konstanz Wissenschaftsrat
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Karrierem in die Wissenschaft

07.10.2019

Was eine Karriere in der Wissenschaft bedeutet

An seinem Lieblingsthema forschen, Aufsätze publizieren, Studierende begeistern: Die Karriere in der Wissenschaft kann man sich attraktiv ausmalen. Der Weg bringt aber viele Unsicherheiten mit sich. » mehr

Uni Bonn

28.09.2018

34 Universitäten erhalten neue Fördermilliarden

Spannung bei den deutschen Unis: Stundenlang saßen Wissenschaftler und Minister zusammen. Dann war klar, für welche Hochschulen bei neuen Fördermilliarden der Daumen hoch oder runter geht. » mehr

Jobs im Studium

26.08.2019

Wie viel Berufspraxis brauchen Uni-Absolventen?

Nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch bewährt: Erfahrung während des Studiums gesammelt zu haben, kommt bei Arbeitgebern gut an. In manchen Bereichen geht es kaum ohne. » mehr

An der Uni

26.08.2019

So gelingt der Studienstart

Abi, Urlaub - und schon stehen die Orientierungstage an der Hochschule an. Aber bin ich eigentlich schon bereit für das erste Semester? Keine Sorge, sagen Experten. Den eigenen Weg im Hochschul-Kosmos finden Studierende ... » mehr

Masterstudiengang «Sprache und Kommunikation: International»

01.10.2019

Internationaler Masterstudiengang mit Doppelabschluss

An der russischen Sprache Interessierten bietet die Uni Greifswald einen neuen Masterstudiengang. In Kooperation mit der Universität St. Petersburg können Kompetenzen im Fachbereich «Sprache und Kommunikation erworben we... » mehr

Prototyp eines autonom fahrenden E-Scooters

09.12.2019

Unis basteln am autofreien Campus

Die Unis sollen autofrei werden. Möglichst. Emissionsfrei auf jeden Fall. Dafür erproben Wissenschaftler neue Formen der Fortbewegung. Der Campus Vaihingen der Universität Stuttgart zeigt bereits, wohin die Reise gehen k... » mehr

Autor

Von Jörg Ratzsch

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
19. 07. 2019
16:52 Uhr



^