Lade Login-Box.
Topthemen: Die Bilder vom WochenendeVideo: Frankenwald-"Wandermarathon"Hof-GalerieStromtrasse durch die Region

 

Wie werde ich Gärtner/in?

Gärtner brauchen Geduld, Fingerspitzengefühl und Kreativität. Mitunter kann ihr Beruf aber auch körperlich anstrengend sein. Die Arbeitsbereiche sind vielfältig. Im Laufe der Ausbildung können sich Azubis spezialisieren.



Ausbildung zur Gärtnerin
Rachel Ulrich, die ihre Ausbildung zur Gärtnerin vor kurzem abgeschlossen hat, kann sich vorstellen später auch eine Weile im Ausland zu arbeiten.   Foto: Franziska Gabbert » zu den Bildern

Säen, pflegen, düngen - Rachel Ulrich braucht für ihren Beruf Geduld und Fingerspitzengefühl. Die 22-Jährige hat vor kurzem ihre Gärtnerausbildung mit Fachrichtung Zierpflanzen absolviert.

Sie lernte und arbeitet jetzt im Schul-Umwelt-Zentrum Mitte in Berlin und ist viel im Freien. «Es ist einfach toll, im Einklang mit den Jahreszeiten und der Natur etwas Eigenes zu schaffen», erzählt sie.

Ihren Berufsalltag empfindet Ulrich als abwechslungsreich. Morgens um sieben Uhr geht es los. Zunächst muss sie gießen, gießen und noch mal gießen. Außerdem topft sie Pflanzen ein oder um, schneidet Triebe, damit sie besser verästeln, besprüht Blumen mit Pflanzenschutzmittel, damit Schädlinge nicht die Blätter und Blüten befallen. Oder sie bepflanzt Balkonkästen oder Schalen.

Dabei ist mitunter Kreativität gefragt - nicht immer haben Kunden bestimmte Wünsche. «Ein Sinn von Ästhetik sowie handwerkliches Geschick sind für den Beruf unabdingbar», sagt Bertram Fleischer vom Zentralverband Gartenbau (ZVG). Ebenso muss man wissen, welche Pflanzen zusammenpassen.

Wer sich für eine Gärtner-Ausbildung interessiert, sollte mindestens mittlere Reife haben und körperlich fit sein. «Manchmal ist der Alltag ganz schön anstrengend», sagt Ulrich. Oft in gebückter Haltung arbeiten und schwere Pflanzen tragen - all das kann Gärtnern zusetzen. Inzwischen hilft moderne Technik bei der körperlichen Arbeit. So lernen Gärtner nicht nur den Umgang mit Pflanzen, sondern auch Computer und spezielle Maschine zu bedienen, sagt Fleischer.

Die Ausbildung findet im Betrieb und in der Berufsschule statt. Angehende Fachkräfte bekommen im ersten Jahr ein breites Wissen über Pflanzen und Böden vermittelt. Ab dem zweiten Jahr spezialisieren sie sich auf eine der sieben Fachrichtungen: Obst, Gemüse, Stauden, Bäume oder eben Zierpflanzen, wie bei Ulrich, oder im Garten- und Landschaftsbau sowie in Friedhofsgärtnereien. Auf dem Stundenplan steht auch, wie man Kunden berät oder Pflanzen vermarktet.

Der Gärtnerberuf sei erfüllend, aber die Bezahlung vergleichsweise schlecht, sagt Ulrich. Nach ZVG-Angaben liegt die Vergütung etwa zwischen rund 500 Euro im ersten und 925 Euro im dritten Ausbildungsjahr. «Von dem Geld kann man kaum finanziell auf eigenen Beinen stehen», sagt Ulrich. Dennoch: Deutschlandweit entscheiden sich jedes Jahr rund 5200 junge Leute für eine Gärtner-Lehre.

Der Bruttolohn für ausgelernte Fachkräfte liegt laut Bundesagentur für Arbeit zwischen etwas mehr als 14 Euro und rund 16 Euro pro Stunde. Bei einer 40-Stunden-Woche ergibt das einen Verdienst zwischen rund 2360 Euro und 2620 Euro im Monat. «Die Höhe des Verdiensts wird aber von Faktoren wie Standort und Firmengröße beeinflusst», erklärt Fleischer.

Nach der Ausbildung können Gärtner je nach Fachrichtung in Gärtnereien für Zierpflanzen, Stauden oder im Obst- und Gemüseanbau sowie in Baumschulen arbeiten. Oder sie sind im Garten- und Landschaftsbau, auf Friedhöfen oder auch in botanischen Gärten, Tierparks, Sportanlagen und bei Kommunen tätig.

Mit etwas Berufserfahrung können Gärtner einen Meister machen. Auch ein Studium ist möglich - mehrere Unis und Fachhochschulen bieten gartenbauliche Studiengänge an. Danach kann man als Führungskraft arbeiten. Auch Ulrich kann sich vorstellen, ein Studium aufzunehmen. Denkbar ist für sie auch im Ausland zu arbeiten. «London hat es mir angetan.» Dort habe sie unter anderem bereits ein Praktikum in Gärtnereien absolviert. Ihr gefalle es, durch die Straßen zu schlendern und Pflanzen zu sehen, deren Namen sie kennt. «Meine Ausbildung hat ganz klar meine Wahrnehmung erweitert», sagt sie.

Veröffentlicht am:
16. 07. 2018
05:09 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Auszubildende Beruf und Karriere Bundesagentur für Arbeit Gärtnereien Kreativität Pflanzen und Pflanzenwelt Stauden Unternehmen nach Größe
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Anna-Lena Knoche

15.04.2019

Wie werde ich Flachglastechnologe/in?

Ob für Autos, Solaranlagen oder Banken - immer dann, wenn Sondergläser zum Einsatz kommen, sind Flachglastechnologen gefragt. Dafür müssen sie nicht nur mit einer Vielzahl an Maschinen umgehen können, auch Liebe zum Mate... » mehr

Steuererklärungen bearbeiten und Steuerbescheide prüfen

11.03.2019

Wie werde ich Steuerfachangestellte/r?

Zahlenverliebte Einzelkämpfer? Das war vielleicht mal. Steuerfachangestellte tauchen in ihrer Ausbildung tief ins Steuerrecht und Rechnungswesen ein. Im Zeitalter von intelligenter Software werden aber vor allem soziale ... » mehr

Anita Majnovic

11.02.2019

Wie werde ich Industrieelektriker/in?

Kabel verlegen und Schaltschränke checken, Stromkreise verdrahten und auf Fehlersuche gehen: Industrieelektriker sind Tüftler mit Hang zu Strom und Schaltungen. Der Beruf ist so vielfältig, dass er in den verschiedensten... » mehr

Kontrollgang

10.12.2018

Wie werde ich Revierjäger/in?

Sie kennen mehr als 250 Pflanzen, waten bei Minusgraden durch Flüsse und gehen Wildunfällen nach: Revierjäger machen weit mehr als mit der Büchse durch den Wald zu laufen. Und der Beruf wandelt sich: Auch Wild- und Waldp... » mehr

Geduld und handwerkliches Geschick

30.07.2018

Wie werde ich Fahrzeuglackierer/in?

Ob kleine Kratzer oder große Dellen: Fahrzeuglackierer sorgen dafür, dass Autos nach einem Unfall wieder wie neu aussehen. Bei ihrem Job brauchen sie Geduld, Kreativität, handwerkliches Geschick und Teamgeist. Zudem soll... » mehr

Konzentration ist gefragt

08.04.2019

Wie werde ich Sattler/in?

Angehende Sattler erlernen einen traditionsreichen Beruf. Hier ist Geschick mit Nadel und Leder gefragt - ganz egal, ob man sich um Sättel oder Oldtimerpolster und Cabrioverdecke kümmert. » mehr

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
16. 07. 2018
05:09 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".