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Wie werde ich Flachglastechnologe/in?

Ob für Autos, Solaranlagen oder Banken - immer dann, wenn Sondergläser zum Einsatz kommen, sind Flachglastechnologen gefragt. Dafür müssen sie nicht nur mit einer Vielzahl an Maschinen umgehen können, auch Liebe zum Material ist gefragt.



Beschichtung einer Scheibe
Die Flachglastechnologin Anna-Lena Knoche beschichtet eine Scheibe. In ihrer Ausbildung hat sie gelernt, dafür die richtigen Werkstoffe und Werkzeuge auszuwählen.   Foto: Peter Steffen » zu den Bildern

Die kleine Glasscheibe in Keyboardoptik erinnert Anna-Lena Knoche daran, wie alles begann. Es war während ihres Praktikums bei der Schollglas Technik GmbH: «Ich war so fasziniert davon, was man mit Glas alles machen kann und von der Arbeit mit den Maschinen», erinnert sich die 21-Jährige.

Es war das erste Mal, dass sie selbst eine Glasscheibe gestalten durfte. «Mein Hobby ist Keyboardspielen. Dann habe ich eine Lackscheibe bekommen und habe sie gesandstrahlt. So, dass das Muster aussieht wie eine Keyboardtastatur.»

Von dreckigen Händen und der Liebe zum Glas

Rund drei Jahre ist das her, kurz bevor Anna-Lena Knoche sich dafür entschied, eine Ausbildung zur Flachglasmechanikerin zu machen. «Erst kannte ich den Beruf gar nicht, wie die meisten», sagt sie schmunzelnd. Auf einer Berufs- und Bildungsmesse in Hannover lernte sie den Beruf des Flachglastechnologen kennen. Nach ihrem Praktikum stellte sie fest: «Es war genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Die Arbeit mit den unterschiedlichen Maschinen macht mir Spaß und, dass der Beruf auch handwerklich ist. Man muss genau arbeiten, das mag ich.»

Neben Sorgfalt zählt Marcus Gaus, Ausbildungsleiter für den Fachbereich Flachglas bei der Schollglas Technik GmbH Isernhagen, noch weitere Eigenschaften zum Grundrepertoire angehender Flachglastechnologen: «Technisches Verständnis braucht man auf jeden Fall und handwerkliches Geschick.» Wem Mathe und Physik liegen, der hat es in der Berufsschule leichter. «Und man darf keine Angst davor haben, dreckige Hände zu kriegen. Dann, mit ein bisschen Liebe zum Material, sollte das klappen», fasst Gaus zusammen.

Vielseitig einsetzbar und gute Aufstiegschancen

Flachglastechnologen bearbeiten und veredeln Basisglas zu Isolier-, Vitrinen- oder Sicherheitsglas, etwa für Banken. Sie schneiden die Gläser zu, schleifen und polieren die Kanten. Durch Bohren, Fräsen oder Senken werden Flachgläser passend bearbeitet - und anschließend laminiert oder geklebt und so zusammengefügt. Flachglastechnologen veredeln Glasoberflächen, indem sie sie sandstrahlen, bedrucken oder ätzen - und damit einen matten Effekt erhalten.

Während der Ausbildung verdienen Flachglastechnologen der Bundesarbeitsagentur zufolge zwischen 733 und 750 Euro im ersten, etwa 800 Euro im zweiten und rund 900 Euro im dritten Lehrjahr. Aufstiegsweiterbildungen, etwa zum Industriemeister der Fachrichtung Glas, zum Techniker der Fachrichtung Glastechnik oder ein Studium ermöglichen berufliche Perspektiven in Führungspositionen.

Schnelle Auffassungsgabe für unterschiedliche Maschinen

Anna-Lena Knoche hat ihre Ausbildung vor kurzem abgeschlossen und alle Herausforderungen gemeistert. «Am Anfang war ich noch langsam. Der ständige Wechsel von Maschine zu Maschine. Wenn man in kürzester Zeit an eine andere Maschine muss, muss man sich erstmal wieder neu konzentrieren und darauf einstellen», erinnert sie sich an ihre größte Herausforderung während der Ausbildung und ergänzt: «Jetzt ist das kein Problem mehr».

Inzwischen arbeitet die 21-Jährige in ihrem Gesellenjahr bei der Schollglas Technik GmbH Isernhagen. Ihren beruflichen Weg hat sie hier längst gefunden. Bleibt nur noch ein Wunsch für die Zukunft: «Dass ich mein Wissen an die derzeitigen und kommenden Auszubildenden weitergebe und somit eine gute Qualität für zufriedene Kunden abliefere.»

Veröffentlicht am:
15. 04. 2019
05:02 Uhr

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Autor

dpa

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15. 04. 2019
05:02 Uhr



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