Lade Login-Box.
Corona Ticker
Topthemen: CoronavirusKommunalwahl 2020WohnzimmerkunstBlitzerwarnerHof-Galerie

 

Rohfleischprodukte für Hunde haben viele Bakterien

Rohes Fleisch für Boxer Buddy oder Dogge Lucy: Tierhalter wollen damit zurück zur Natur und das Immunsystem der Vierbeiner stärken. Für die Zweibeiner in ihrer Umgebung lauert aber Gefahr.



Frischfleisch für Hunde
Ein Hund kaut an einem Stück Fleisch.   Foto: Monika Skolimowska/dpa/Illustration

Wenn Hunde mit rohem Fleisch gefüttert werden, kann das Gefahren für Tier und Besitzer bergen. Forscher der Universität Zürich haben bei 51 Futterproben in zwei Fällen (3,9 Prozent) die Darmbakterien Salmonellen gefunden und in 62,7 Prozent gegen Antibiotika resistente Bakterien.

Das berichten sie im Fachjournal «Royal Society Open Science». 31 Proben enthielten Fleisch aus der Schweiz, 20 aus Deutschland. Darunter waren unter anderem Rind, Huhn, Pferd, Lamm und Truthahn.

Unter Tierhaltern liegt «Barfen» im Trend.

Der Ausdruck steht für «biologisch, artgerechte Rohfütterung». Viele von ihnen sagen, rohes Fleisch und Gemüse sei eine natürlichere Ernährung für Tiere. «Solche Rohfuttermittel können aber für Tier und Mensch problematisch sein, weil sie krank machende Bakterien enthalten können», sagte Hauptautorin Magdalena Nüesch-Inderbinen von der Vetsuisse-Fakultät (Veterinärmedizin) der Deutschen Presse-Agentur.

Salmonellen-positive Proben können ihren Angaben zufolge zu einer Übertragung der Erreger auf das Tier führen. Es sei gut möglich, dass ein Salmonellen-positiver Hund gar keine Symptome zeige, die Erreger aber in seinem Umfeld verbreite. Das gleiche gelte für die Ausbreitung multiresistenter Bakterien.

Bakterien könnten sich etwa bei der Zubereitung des Futters übertragen, wenn der Hund einen Menschen abschlecke oder über Kot, wie Nüesch-Inderbinen erläutert. Das Kochen des Fleisches könne die Bakterien abtöten, im Tiefkühlfach überlebten sie jedoch. Ob Hundehalter tatsächlich resistente Keime haben, die vom Hund übertragen wurden, soll in Zürich nun in einer Folgestudie untersucht werden.

20 Prozent Salmonellen

Dass Antibiotika-resistente Bakterien sich vom Hund auf Menschen übertragen, sei zwar möglich, sagte Josef Kamphues, Direktor des Instituts für Tierernährung an der Tierärztlichen Hochschule Hannover. «Aber dass Futterproben Salmonellen enthalten, ist bedeutsamer, vor allem im Umfeld von Kindern.» Hier liege das Ergebnis in der Studie aus Zürich erstaunlich niedrig. Forscher aus Utrecht legten 2018 eine Studie mit einer Stichprobe von 35 Rohfuttermitteln vor, bei der sie in 20 Prozent Salmonellen fanden.

Problematisch sei es, wenn Rohprodukte in Kontakt mit Gegenständen und Einrichtungen der Küche kämen oder in der Wohnung im Futternapf angeboten werden und in dessen Nähe Kleinkinder spielen, sagte Kamphues. Beim Menschen können Salmonellen Durchfall, Bauchkrämpfe und Erbrechen auslösen.

«Hundehalter sollten sich informieren, bevor sie mit einer Rohfuttergabe anfangen», sagte Nüesch-Inderbinen. Nach dem Tierkontakt oder Umgang mit solchem Futter sei zum Beispiel Händewaschen wichtig. «Wenn ich einen Hund hätte, ich würde ihn nicht mit Rohfutter ernähren», sagte die Mikrobiologin.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
16. 10. 2019
04:49 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bakterien Deutsche Presseagentur Diarrhö Erbrechen Fleisch Hundehalter Krankheitserreger Mikrobiologen Salmonellen Tiere und Tierwelt Tierhalterinnen und Tierhalter
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


Mehr zum Thema
Weihnachtsstern

16.12.2019

Weihnachtsstern ist Gift für Haustiere

Im Advent und rund um Weihnachten dekorieren viele Menschen ihr Heim mit den leuchtend roten Pflanzen. Doch wer Hunde, Katzen und andere Tiere hält, sollte auf den Weihnachtsstern lieber verzichten. » mehr

Hund in einer Pfütze

29.11.2019

Pfützen mit Mäusepipi können Hunden gefährlich werden

Wenn der Hund beim Gassigehen aus einer Pfütze schlabbert, ist das doch harmlos, oder? Doch das Wasser kann tückisch sein - wenn kleine Nager dort Spuren hinterlassen haben. » mehr

Ein kleiner Hund rennt durch Herbstlaub

11.10.2019

Darauf müssen Hundehalter im Herbst achten

Hunde im Herbst - das ist nicht ohne. Denn Kastanien, Walnüsse & Co können giftige Substanzen enthalten. Das Spielen damit kann für den Hund tödlich enden. Aber auch daheim lauern Gefahren. » mehr

Ein Hund springt über die Wiese

02.10.2019

Was Hundehalter im Wald und auf Wiesen beachten müssen

Manchmal kommt der Jagdinstinkt bei Hunden durch. Dann können die Vierbeiner schon mal zu Wilderern werden. Wie können Hundebesitzer das verhindern? » mehr

Hund badet

23.07.2019

Auch Tiere brauchen Hilfe gegen Hitze

Viele Haustiere leiden unter der Hitze genauso wie wir Menschen. Daher brauchen sie genügend Möglichkeiten, sich abzukühlen. Welche Maßnahmen helfen? » mehr

Welpe

18.12.2019

Keine Tiere als Weihnachtsgeschenk

Die Kosten für den Hund sind höher als gedacht, die Katzenhaare nerven und der Vogel ist zu laut: Noch immer werden viele Haustiere unüberlegt oder spontan gekauft und den Besitzern schnell wieder lästig. Ein «Haustier-B... » mehr

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
16. 10. 2019
04:49 Uhr



^