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Große regionale Unterschiede in der Weiterbildung

Bildung geht jeden etwas an. Immer wieder ist die Rede von Chancengleichheit. Dabei hat eine aktuelle Studie festgestellt, dass es im Bereich der Weiterbildung große Unterschiede gibt. Vor allem in den einzelnen Regionen gehen die Ergebnisse teilweise sehr stark auseinander.



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  Foto: nikolayhg@pixabay.com - university-105709

Weiterbildung ist etwas, das jedem zugänglich sein sollte. Hierbei gibt es verschiedene Möglichkeiten der Finanzierung. Wer nicht aus eigener Tasche dafür bezahlen möchte, sich beruflich weiter zu qualifizieren, kann in Deutschland eines der vielen Förderungsgebote wahrnehmen. Allerdings ist es um die Bildungsgerechtigkeit in Deutschland nicht so gut bestellt, wie viele glauben. So ergab eine Studie des UN-Kinderhilfswerks UNICEF, dass Deutschland im Vergleich mit anderen Ländern lediglich im Mittelfeld liegt. Für die Studie wurde die Bildungsgleichheit in 41 Industrieländern miteinander verglichen. Laut Studie liegt die geringste Bildungsungleichheit in Lettland. Auf den hinteren Plätzen liegen hingegen Bulgarien und Malta. Mit Platz 23 von 41 kann sich Deutschland alles andere als rühmen. Grundlage der Studie sind die Untersuchung von frühkindlicher Förderung sowie der Einfluss von Migrationshintergründen, Geschlechtern, Schulformen und Berufen der Eltern im Hinblick auf die Leistung in Grundschulen und weiterführenden Schulen.

 

Bildungsnotstand in Deutschland

 

Vergleicht man diese Studie mit den Zahlen des aktuellen Weiterbildungsatlas 2018, wundert es nicht, dass Deutschland alles andere bietet als Bildungsgleichheit. Immerhin hat der Studie zufolge 2015 lediglich jeder Achte ab 25 Jahren an einer allgemeinen oder beruflichen Weiterbildung teilgenommen. Die aktuelle Zahl von 12,2 % zeigt eine leicht sinkende Tendenz. Zum Vergleich: Im Jahr 2012 waren es noch 12,6 %, die sich für eine Weiterbildung entschieden hatten. Besonders auffällig an der Studie ist, dass vor allem in der Gruppe der Geringqualifizierten Handlungsbedarf herrscht. Mit einer Quote von 5,6 % wurde der ohnehin schon niedrige Durchschnittswert noch unterschritten. Ebenso erschreckend sind die Ergebnisse in der Gruppe der von Armut bedrohten Menschen. Auch sie nehmen nur selten an einer Weiterbildung teil.

 

Auch regional hat sich nicht viel geändert

 

Als wäre dies nicht schon schlimm genug, legt die Studie auch regionale Unterschiede innerhalb der Weiterbildung offen. Auffällig dabei ist, dass es nicht nur zwischen den Bundesländern Unterschiede gibt, sondern auch innerhalb dieser.

 

Das Saarland bildet bundesweit das Schlusslicht. Denn nur 7,8 % der Menschen gaben an, sich im vergangenen Jahr weitergebildet zu haben. Dem stehen 15,3 % in Baden-Württemberg gegenüber, dicht gefolgt von Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen mit jeweils 13 %. Weniger gut um die Weiterbildung bestellt ist es hingegen in Berlin und Bremen. Dort kam man in der Studie nur auf jeweils 10,5 %. Weiterhin fällt auf, dass es sowohl Veränderungen nach oben als auch nach unten gibt. Vergleicht man das Jahr 2014 mit 2015, ergeben sich ebenfalls große regionale Unterschiede. Während es in fast allen Bundesländern zu einer größeren Befürwortung von Weiterbildungen kam, hat das Interesse an Weiterbildungen in Hessen, Thüringen, Hamburg, Brandenburg und im Saarland um bis zu 1,1 % abgenommen.

 

Ergebnisse der Studie sinnvoll nutzen

 

Eines hat die Studie ganz klar offen gelegt: Regionen, in denen der Bildungsstand niedrig ist und die Wirtschaftsstruktur schwach, zeigen ein geringeres Bildungspotenzial als Regionen, in denen die Wirtschaft boomt und in der viele Akademiker leben. Eine gute Orientierung bietet dabei das so genannte Weiterbildungspotenzial. Dieses misst Regionen anhand ihrer eigenen Möglichkeiten. Während die Menschen in Baden-Württemberg Weiterbildung über ihre Möglichkeiten hinaus wahrnehmen, zeigt sich in Berlin ein ganz anderes Bild. Hier bleibt die Weiterbildungsbeteiligung 23 % hinter den Möglichkeiten der Region zurück. Mecklenburg-Vorpommern schöpft sein Potenzial voll aus. Von Hamburg und Brandenburg kann man dies nicht behaupten, denn beide Bundesländer bleiben deutlich hinter den Erwartungen.

 

Bleibt abzuwarten, wie Weiterbildung für Geringqualifizierte und Arme in Zukunft gestärkt wird.

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